Ein sanfter Riese für die grosse Familie

Der FamilienSPICK macht im Jahr 2017 mobil. Regelmässig werden wir verschiedene Autos einem Check unterziehen: Eignet sich das Modell für eine Familie, was Komfort, Fahrverhalten, Ausstattung und so weiter angeht? Den Anfang macht eine richtig grosse Kiste: der Mercedes V-Klasse.

V-Klasse von Mercedes

Um es gleich vorwegzunehmen: Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen, als ich die Schlüssel zum ersten Testfahr-zeug in die Finger gedrückt erhielt. Nicht etwa, weil ich etwas gegen Mercedes einzuwenden hätte, aber ich bin oft im Stadtverkehr unterwegs, und da gilt die Devise: Je kleiner, desto einfacher – vor allem, wenn es ums Parkieren geht. Der Mercedes V-Klasse jedoch ist ein richtiger Van, der massig viel Platz für Fahrgäste und einiges an Gepäck dazu bietet, aber dafür natürlich auch seine Dimensionen hat. Und diese Dimensionen haben mir zunächst ein bisschen Angst gemacht.

Technologie hilft

Meine anfänglichen Befürchtungen waren aber unnötig. Am Ende der Testfahrt war ich sogar bewusst auf der Suche nach möglichst herausfordernden, kleinen und engen Park-feldern, um meinen ganz persönlichen Triumph einzufah-ren. Möglich war das, weil unser Testmodell mit moderner Technologie bestückt war, das beim Navigieren enorme Hilfe bietet. Eine Kamera, die nicht nur zeigt, was direkt hinterm Heck vor sich geht, sondern auch das Auto mit-samt Umgebung aus der Vogelperspektive präsentiert: Da kann eigentlich auch beim Rückwärtsfahren nicht viel schiefgehen. Für jemanden wie mich, der punkto Parkieren leider kein richtiger Mann ist, macht das wirklich Sinn. Aber der Reihe nach. Die Frage beim Familien-Check war ja vor allem: Was sagen die Kinder? Nina (8) und Lynn (5) waren zunächst mal beeindruckt davon, dass sie in das Auto klettern mussten. Oder sagen wir mal: eine Stufe erklimmen. Danach kraxelten sie umgehend im Innenraum des V-Klasse herum – ein Vergnügen, das ihnen bei unse-rem eigenen Auto versagt bleibt, da kann man nur einstei-gen und absitzen. Die beiden hinteren Sitzreihen mit insgesamt vier Plätzen faszinierten die Mädchen. Dass in diesem Wagen mehr Leute mitfahren können, aber dann immer noch mehr Platz haben als in einem herkömmlichen Modell, das fanden sie toll.

Viel Stauraum

Natürlich ist eine Familie mit zwei Kindern im Prinzip eine «Unterbesetzung» für den Mercedes V-Klasse. Das Besondere am Modell ist ja gerade, dass Eltern und vier Kinder komfortabel reisen und dennoch sogar noch an-ständig Stauraum für Koffer und anderes Gepäck übrig bleibt. Der eine oder andere wird sich aber vielleicht auch schon mit zwei oder drei Kindern für den V-Klasse interes-sieren, denn Mobilität im Jahr 2017 heisst, dass man auch mal das Nachbarskind zum Fussballtraining oder beim Familienausflug Oma und Opa gleich auch mitnimmt, statt mit zwei Autos unterwegs zu sein.
Mal auf der Strasse angekommen, vergisst man übrigens die stolzen Dimensionen des Wagens. Er fährt sich keines-wegs «lastwagig», sondern wie ein ganz «normaler» Personenwagen. Dennoch profitiert man hinter dem Lenkrad vom Van-Charakter: Dank der erhöhten Position hat man einen guten Überblick. Die Kinder wiederum waren be-geistert von den durchgehenden Dachfenstern und erfan-den den Begriff des «Halb-Cabrio» – geschlossener Wagen, aber man sieht den Himmel.

Navigieren per Handschrift

Unser Check-Modell war gut ausgestattet mit technischen Spielereien. Das Bord-System mit Navigation und Co. lässt sich – nicht nur, aber auch – mit einer Touch-Fläche bedienen, die sich dort befindet, wo man andernorts den Ganghebel vorfindet. Auf dieser Fläche lässt sich schreiben, und das ziemlich intelligente System erkannte sogar meine durch Computertastaturen aus der Übung gekom-mene «Sauen-Klaue», wenn ich brav die Buchstaben des nächsten Zielorts von Hand notierte. Auch das ein Feature, das bei den Kindern natürlich gut ankam. Natürlich steckt im Mercedes V-Klasse sehr viel mehr Technologie als solche Spielereien, aber als motorunkundiger Nur-Fahrer, der den Blick in die Motorhaube den Experten überlässt, interessiere ich mich wenig für Pferdestärken und andere technische Angaben. Entscheidend sind vielmehr die Fahreigenschaften. Eine wirklich praxis-nahe Prüfung war die Tatsache, dass es bei uns im Appenzellerland am Testtag ein bisschen geschneit hatte. Der V-Klasse liess sich weder von den etwas rutschigen Strassenverhältnissen noch von einem kleinen Schneehaufen auf dem Weg zu einem Parkfeld beeindrucken. Bei Über-holmanövern auf der Autobahn überzeugte er mit dem nötigen «Zupf» und bewies damit, dass ein Van nicht zwingend stoisch auf der rechten Spur bleiben muss, auch wenn man ihm diese Qualität nicht sofort ansieht.

Optimal für grosse Familien

Die Bilanz des FamilienSPICK-Testteams: Mit seinen sechs Plätzen ist der Mercedes V-Klasse sicher nicht in erster Linie für die Klischee-Familie aus Mama, Papa und zwei Kindern angelegt. Doch sobald die Zahl des Nachwuchses steigt, wird das Modell zur realistischen Option. Der Grössenunterschied zu anderen Vans ist bei genauerer Betrachtung gar nicht so massiv, eine durchschnittliche Parkgarage kann mit dem V-Klasse jedenfalls befahren werden. Dass der Mercedes V-Klasse seine Bekanntheit als Nutzfahrzeug erworben hat, hat unser Test-Trio nicht zu spüren gekriegt. Zudem macht es wenig Sinn, sich für einen grösseren Wagen mit mehr Sitzgelegenheiten zu entscheiden, dann aber umgekehrt auf Sitzkomfort zu verzichten. Den Wechsel zum angestammten Auto fanden die beiden Mädchen nicht so prickelnd, denn sie hatten sich schnell an die königlich hohe Sitzposition und den Überblick  auf  die Umgebung gewöhnt. Aber Vorschlag, doch noch Kinder zu machen, sich ein Sechsplätzer lohnt, der wurde von spontan abgelehnt...
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erstellt von Stefan Millius

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