Ein Kombi mit Familienpotenzial

Bei unserem Familien-Autotest hatten wir es diesmal mit einem Modell mit ziemlich martialisch klingendem Namen zu tun: Der Ford Focus Station Wagon Titanium. Ein Kampfgefährt ist der Wagen allerdings keineswegs. Hier trifft Familientauglichkeit auf Komfort und ein Design, das uns allen gut gefallen hat.

Die Testequipe mit Nina (10) und Lynn (7) weiss inzwischen: Wenn es für den FamilienSPICK auf Probefahrt geht, dann wartet in aller Regel ein eher grosses Auto auf uns. Denn es geht ja um Modelle, die für Familien ideal sind. Den Ford Focus Station Wagon Titanium fanden die beiden Mädchen nun fast schon bescheiden gross, nachdem wir einige Male in Siebensitzern unterwegs gewesen waren. Aber bei der genaueren Inspektion zeigte sich: Doch, das Modell wartet mit richtig viel Platz auf – eines der wichtigsten Kriterien für viele Familien.

Weiterentwickelt

Die Focus-Serie ist eine der beliebtesten von Ford, und der Station Wagon ist eine konsequente Weiterführung des charakteristischen Auftritts. Seit der Focus die Bühne der Welt betreten hat, hat sich allerdings viel getan – im Innern und im Äussern. Was schnell auffällt nach dem Einsteigen: Das Cockpit ist gut überschaubar und logisch angeordnet. Gewöhnungsbedürftig bei diesem Automatikmodell war für uns zunächst allerdings die Schaltung. Der Automat wird über ein Drehrad in der Mittelkonsole bedient. Das ist nicht zwingend eine schlechte Lösung, nur braucht es eine Weile, bis man den neuen Bewegungsablauf verinnerlicht hat, wenn das beim eigenen Auto anders gehandhabt wird.

Rillen begeistern

Das grosszügige Display ist klug positioniert, die umfangreichen im Testfahrzeug integrierten Hilfsmittel wie die rückwärtige Kamera sorgen dafür, dass der Kombi sicher aus der Parklücke kommt. Der Titanium lenkt und fährt sich flüssig, beschleunigt schön und sanft. Während wir zur Probefahrt ansetzen, kommt ein erstes Lob von der Rückbank. Die Kinder finden die Polsterung der Rücksitze mit den feinen Rillen besonders bequem. Ein solches Detail ist dem Kinderteam bisher noch nie aufgefallen – und mir selbst offen gesagt auch nicht. Als optionale Ausstattung ist, neben vielen anderen Dingen, auch ein «Family Pack» erhältlich. Das besteht aus einer Durchladeluke in der zweiten Sitzreihe, einer Mittelarmlehne hinten mit Becherhalter und einer elektrischen Kindersicherung für die hinteren Türen. Auch ganz praktisch ist die Option der elektrischen Heckklappe. Sie lässt sich mit Gesten steuern, was je nach Situation von Vorteil sein kann. Viele der Zubehöre sind für uns als in dieser Beziehung verwöhnte Testfahrer bereits wohlbekannt, was nicht heisst, dass sie selbstverständlich sind. Dazu gehört beispielsweise der Tempomat mit Verkehrsschilderkennung.

Wertig

In einem anderen Testbericht einer Tageszeitung wurde moniert, die Verarbeitung des Ford Focus Station Wagon Titanium sei «nicht über alle Zweifel erhaben». Allerdings wird dort nicht festgehalten, wo sich das zeigen soll. Uns schien das Modell ziemlich wertig, und einzelne Elemente wie das Lederlenkrad mit Ziernähten wirken sogar ziemlich elegant. Zumal der Preis auch recht familienverträglich ist. Das von uns gefahrene Modell kostet knapp 32 000 Franken in der Basisausstattung, und auch mit allen integrierten Extras bleibt der Wagen unter der Grenze von 40’000 Franken.

Unser Fazit: Für Eltern mit zwei Kindern, die regelmässig ein bisschen mehr zu laden haben, nun aber nicht gerade zu einem regelrechten «Koloss» greifen wollen, ist der Titanium eine gute Lösung, die neben den praktischen Vorteilen auch Fahrspass bietet.

erstellt von Stefan Millius