Durchatmen trotz Erkältung?!

Jetzt ist sie wieder da - die kalte Jahreszeit – und mit ihr auch die typischen Erkältungskrankheiten. Zwar heilt eine Erkältung meist von selbst aus, doch können bewährte Hausmittel aus der Naturheilkunde helfen, die unangenehmen Symptome wie Schnupfen, Hals- und Gliederschmerzen zu lindern.

Wenn die Nase zu rinnen beginnt, die Nebenhöhlen verstopft sind, sich ein Druckgefühl in den Ohren einstellt und der Hals kratzt, dann hat sie einen erwischt: die Erkältung, die im Fachjargon auch katarrhalischer Infekt genannt wird. Die typischen Symptome sind Schnupfen, Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen, die für einige Tage auch mit Fieber einhergehen können. Manchmal kommen, besonders bei kleinen Kindern, auch Ohrenschmerzen dazu. Als Auslöser dieser Anzeichen gelten Erkältungsviren, von denen es Hunderte verschiedene Arten gibt und die besonders in der kalten Jahreszeit überall einzufangen sind: in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Türklinken, auf Spielsachen - überall lauern Viren, denn sowohl bereits erkältete Kinder als auch Erwachsene können andere Personen beim Niesen, Husten oder Sprechen (Tröpfcheninfek-tion) mit einem Virus anstecken. Die Viren sind in der Luft und werden eingeatmet, doch natürlich kann man sich auch über Gegenstände oder ungewaschene Hände infizieren. Zuerst befallen die Viren die Nasen- und Rachen-schleimhaut. Und von dort greifen sie in vielen Fällen auch auf Bronchien oder Nasennebenhöhlen über. Da Viren mehrere Stunden auf der Hautoberfläche überleben können, ist es wichtig, sich nach dem Putzen der Nase gründ-lich die Hände zu waschen. Zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Erkältung (Inkubationszeit) liegen etwa zwei bis fünf Tage. Viren sind zudem ein möglicher Weg-bereiter für eine nachfolgende Infektion, sodass es zusätzlich zu einer Infektion mit Bakterien kommen kann. Überall, wo jemand niest oder hustet, kann man also davon ausgehen, dass es in der Atemluft nur so von Viren wimmelt. Und trotzdem bekommt nicht jeder, der diese Luft einatmet, einen Infekt. Es ist so, dass die Bereitschaft, einen Infekt zu entwickeln, in erster Linie davon abhängt, in welchem Zustand sich die Abwehrsysteme des Körpers be-finden. Sind diese nicht stabil genug, wird es für den Orga-nismus notwendig, sie durch einen vorübergehenden Prozess zu reorganisieren. Die erwähnten Symptome sind die fühlbaren Erscheinungen dieses Abwehrprozesses, den man durch Mittel aus der Naturheilkunde gut unterstützen kann, aber nicht unterdrücken sollte.
"Gegen Viren sind Antibiotika wirkungslos."

Schnupfen

Schnupfen ist vor allem für Säuglinge ein Problem, weil sie beim Trinken durch die Nase atmen müssen, was mit verstopfter Nase kaum geht. Wahre Wunder wirken in solchen Situationen ein paar Tropfen Muttermilch, die in die Nase geträufelt werden, bevor das Kind zum Stillen angelegt wird. Muttermilch enthält Antikörper, die dazu beitragen, dass die entzündete Schleimhaut in der Nase abschwillt. Bei Flaschenkindern hilft eine Salzlösung (in Drogerien und Apotheken erhältlich), die in die Nase gesprüht oder getröpfelt wird, sodass das Sekret besser abfliessen kann. Bei grösseren Kindern ist es wichtig, den Schnupfen tagsüber richtig in Fluss zu bringen. Das geht besonders gut durch Inhalieren von Salzlösungen, am besten mit einem Inhalator (gibt es in Apotheken). Hilfreich ist auch die Anwendung von Nasenduschen mit Salzlösungen, öligen Nasentropfen oder Nasenbalsam. Bei Kleinkindern ab zwei Jahren abends vor dem Einschlafen Bronchialbalsam auf Brust und Rücken einreiben. Die aufsteigenden Aromen riechen angenehm und lassen freier atmen. Auch Senfmehl-Fussbäder sind wirkungsvoll. Lösen Sie einen Esslöffel Senfmehl in heissem Wasser und tauchen Sie die Füsse des Kindes bis zur Wade darin ein. Wenn es zu warm wird, die Füsse herausnehmen und abtrocknen. Eine Linderung der Symptome bewirkt auch Ferrum phosphoricum D12 (homöopathische Gobuli oder Schüssler-Salz Nr. 3). Globuli: jede halbe Stunde 3 Kügelchen. Schüssler-Salz: jede halbe Stunde 1 Tablette. Vor allem für kleinere Kinder bietet sich die Auflösung der Schüssler-Salz-Tabletten in Wasser oder Tee an. Auch Tees haben sich bei Schnupfen bewährt: etwa Lindenblütentee (Kräuter mit kochendem Wasser übergiessen und 5 bis 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen) oder Ingwerwurzeltee. Für eine Tasse ein etwa 1 cm grosses Stück der frischen Wurzel schälen, klein schneiden und mit siedendem Wasser übergiessen. Abgedeckt 10 Minuten ziehen lassen. Etwas Honig zugeben und möglichst heiss trinken.

Kopf-, Glieder- und Halsschmerzen

Bei Kopfdruck oder -schmerzen, die im Verlauf eines Erkältungsinfektes auftreten, haben sich die homöopathischen Globuli Gelsemium D6 bewährt: Stündlich 3 Kügelchen einnehmen, bis die Kopfschmerzen nachlassen. Ergänzend können ebenfalls der oben erwähnte Linden-blüten- und der Ingwerwurzeltee helfen. Im Verlauf von Erkältungen treten oft Halsschmerzen oder Schmerzen beim Schlucken auf, die meist morgens stärker sind, im Laufe des Tages nachlassen, um abends wieder zuzunehmen. Lassen Sie Ihr Kind jetzt mit einem Tee aus Calendula-Blüten oder Salbeiblättern gurgeln, und zwar so oft wie möglich im Laufe des Tages. Beim Gurgeln lösen sich die Beläge im Rachen und werden ausgespuckt. Alle zwei Stunden sollte es zudem 6 bis 8 homöopathische Kügelchen Apis/Belladonna cum Mercurio langsam im Munde zergehen lassen. Ein Löffel Honig – den Löffel im Mund lassen, bis der Honig ganz abgelutscht ist – legt einen angenehm glatten Film über die gereizte Schleimhaut und erleichtert das Schlucken. Eine Halskompresse mit Quark lindert die Halsschmerzen und dämmt die Ent-zündung ein: Quark (möglichst zimmerwarm) etwa einen halben Zentimeter dick auf den mittleren Teil eines Taschentuches streichen und die äusseren Enden darüber zusammenfalten, sodass ein Päckchen entsteht. Dieses mit der vorderen glatten Seite von vorne um den Hals legen (Wirbelsäulenbereich aussparen), mit einem Frotteehandtuch abdecken. Es kann sein, dass das Päckchen rasch aus-läuft. Dies können Sie mit einem weiteren Tuch, das Sie um den Hals legen, auffangen. Die Auflage abnehmen, sobald sie warm wird. Diese Kompressen können Sie im Laufe des Tages mehrfach wiederholen. Echinacea Mund- und Rachenspray (in der Apotheke erhältlich) können Sie zur Behandlung der Halsschmerzen, aber auch vorbeugend und in der Nachbehandlung einsetzen, um die Schleimhaut zu stabilisieren.

Wann zum Arzt?

Es kann sein, dass eine Mandel- oder Rachenentzündung von Fieber bis 39 º C begleitet ist. Dieses sollten Sie möglichst nicht senken oder unterdrücken, weil es dazu beiträgt, dass der Organismus mit den Viren von selbst fertig wird. Wichtig ist es, eine eitrige Angina von einer harmlosen Virus-Halsentzündung abzugrenzen. Eine eitrige Angina macht sich meist mit hohem Fieber und einer ausgeprägten Mattigkeit sowie starkem Krankheitsgefühl bemerkbar. In diesem Fall sollten Sie Ihr Kind dem Arzt vorstellen, der entscheidet, ob Antibiotika eingesetzt werden sollen. Meist sind Antibiotika jedoch unnötig, weil Halsentzündungen oder schmerzhafte Schluckbeschwerden am häufigsten durch Viren und nicht durch Bakterien ausgelöst werden. Und gegen Viren sind Antibiotika wir-kungslos. Gehen Sie mit Ihrem Kind ebenfalls zum Arzt, wenn Schmerzen hinter dem Jochbein (rechts und links neben der Nase), in der Stirn oder im Oberkiefer auftreten. Diese Anzeichen legen nahe, dass sich die Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen entzündet hat, was ärztlich behandelt werden sollte. Gehen Sie mit Ihrem Kind auch zum Arzt, wenn der Verdacht auf eine schwerere Atemwegsinfektion besteht, z.B. eine Lungenentzündung oder eine Grippe.

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Redaktion: Christina Bösiger