Der Beckenboden: Auf die Geburt vorbereiten und nach der Geburt wieder stärken

Der Beckenboden ist ein Körperteil, mit dem man sich normalerweise nicht näher beschäftigt. Es sei denn, man erwartet ein Baby. Denn sowohl während der Schwangerschaft als auch bei der Geburt spielt der Beckenboden eine sehr wichtige Rolle. Wir erklären, warum das so ist und zeigen auf, was werdende Mamas für einen starken Beckenboden tun können.

Die Schwangerschaft ist ein grosses Ereignis im Leben einer Frau. Man kann fast schon zusehen, wie sich der Körper von Schwangerschaftswoche zur Schwangerschaftswoche verändert. Was man dabei allerdings nicht sieht, sondern höchstens spürt: Auch der Beckenboden verändert sich enorm. Dieser besteht aus Bändern, Bindegewebe und Muskeln, die während der Schwangerschaft und der Geburt Höchstleistung bringen müssen.

Beckenbodenmuskulatur in der Schwangerschaft stärken

In der Beckenbodenmuskulatur sind die Muskelpartien gestaffelt in Schichten angeordnet, wie man auf hier nachlesen kann. Bereits in der Schwangerschaft wird sie stark gedehnt. Je schneller das Baby im Bauch heranwächst, desto grösser wird auch die Belastung für die Muskulatur. Denn die wird durch die hormonelle Veränderung während der Schwangerschaft insgesamt weicher. Das führt dazu, dass die senkrecht verlaufenden Muskelstränge auseinander weichen und leicht nachgeben – der Beckenboden wird geschwächt.
Daher lernen werdende Mütter in Geburtsvorbereitungskursen, wie man mit speziellen Übungen den Beckenboden insgesamt stärken kann. Diese Übungen können dann auch ganz leicht zu Hause ausgeführt werden. Hilfreich sind sie auch nach der Geburt, denn sie unterstützen die Rückbildung der Muskulatur. Im Internet findet man zahlreiche Anleitungen, wie derartige Übungen Schritt für Schritt auszuführen sind. Wer seinen Beckenboden während der Schwangerschaft trainieren möchte, sollte diese allerdings vorsichtig ausführen. Denn ganz egal, wie leicht eine Übung auch erscheinen mag, bei falscher Ausführung kann man sich schnell verletzen. Da ist die Anleitung durch eine erfahrene Beckenbodentrainerin eine deutlich bessere und sicherere Variante. Nach der Geburt können die Übungen dann auch wieder vorsichtig in Eigenregie ausgeführt werden.

Der Beckenboden während und nach der Geburt

Ein gut trainierter Beckenboden kann helfen, die Geburt insgesamt zu erleichtern. Wenn die letzte Phase der Geburt einsetzt, wird der Beckenboden durch das Köpfchen des Kindes immer stärker gedehnt. Einen gut trainierten Beckenboden kann die werdende Mama in der Regel viel bewusster wahrnehmen und ihn in den nötigen Momenten entsprechend entspannen. Untrainierter Beckenbodenmuskulatur fehlt es häufig an Elastizität. Ist der Beckenboden bei der Geburt insgesamt nicht elastisch genug, kann es schnell zu Verletzungen von Muskeln, Bändern und Gewebe kommen. Nach der Geburt gilt es dann, dem Beckenboden entsprechend Ruhe zu gönnen. In Absprache mit dem Arzt oder der Hebamme kann und sollte das Training nach der vorgeschriebenen Ruhephase wieder aufgenommen werden. An der Stelle helfen Hebammenpraxen und Geburtskliniken in der Regel gerne mit hilfreichen Tipps (wie beispielsweise hier in der PDF-Version des Ratgebers vom Universitätsspital Basel zu finden).