Das Problem des frühen Schulbeginns

Viele Kinder und Jugendliche bekommen echte Probleme mit ihrem individuellen Schlafrhythmus, weil sie permanent gegen ihre eigene Natur leben müssen.

Besonders betroffen sind ausgeprägte Eulen-Typen: Sie werden viel zu früh aus dem Schlaf gerissen, kommen weder geistig noch körperlich ausreichend in die Gänge, um sich mit voller Aufmerksamkeit ihrer Arbeit widmen zu können. Zu dieser Gruppe gehören oft auch Schulkinder. Denn vor allem Teenager in der Pubertät sind keine klassischen Frühaufsteher. Deshalb fordern Fachleute mehr Rücksicht auf den zirkadianen Rhythmus von Schulkindern und schlagen einen späteren Unterrichtsbeginn vor. Sie sind überzeugt, dass schon eine Stunde mehr Schlaf erheblich dazu beitragen könnte, das Gelernte während der Nacht besser im Gedächtnis zu verfestigen. Sie denken, dass die eine gewonnene Stunde die Schüler viel eher zum Lernen einladen würde als sie zum Lernen zu zwingen. Die verlängerte Ruhezeit liesse sie am nächsten Morgen fitter und aufnahmefähiger für neue Lerninhalte sein. Ihre Motivation sei dadurch um ein Vielfaches grösser, denn mit wachem Geist zu lernen, mache einfach mehr Spass und brächte den Kindern Erfolgserlebnisse statt Frustrationen.

Bessere Noten im Einklang mit dem Biorhythmus
Unsere Lern- und Leistungskurve ist eng an den zirkadianen Rhythmus gekoppelt sowie an dessen Taktgeber: die innere Uhr. Dem biologischen Rhythmus, der jedem Menschen mitgegeben ist, nicht zu folgen, kostet langfristig eine Menge Kraft und Leistungsfähigkeit. Im Einklang mit seinem eigenen Biorhythmus zu leben, gestaltet sich dagegen viel energiesparender und ökonomischer. Dieses Gesetz gilt für die Grossen wie auch für die Kleinen. Bei Schulkindern hat der zirkadiane Rhythmus erheblichen Einfluss auf die schulischen Leistungen. Chronobiologen fanden heraus, dass es am Tag zwei Leistungsgipfel gibt, die den Kids optimale Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen bieten: gegen 9 Uhr morgens und etwa um 16 Uhr. Beide Hochs dauern ca. zwei bis drei Stunden, danach fällt die Leistungskurve wieder ab. Konkret heisst das: Wer erreichen will, dass die Kinder in der Schule wacher und aufnahmefähiger sind, sich besser konzentrieren und aktiver mitarbeiten können, sollte auf diese Zeitmuster mehr Rücksicht nehmen. Ein späterer Unterrichtsbeginn würde hier viel bewirken, da sind sich Chronobiologen einig. Auch die Eltern können ihre Kinder unterstützen, indem sie ihnen nach nach dem Mittagessen eine ausgedehnte Pause gewähren und sie dann am späteren Nachmittag ihre Hausaufgaben in Angriff nehmen lassen.

Was denken Sie? Sind Sie für einen späteren Schulbeginn, damit die Kinder im Einklang mit ihrem Biorythmus leben und so in der Schule bessere Noten erzielen könnten?

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