Das können wir tun!

Der Klimawandel dürfte wohl die grösste Herausforderung des neuen Jahrhunderts sein. Bereits in den letzten Jahrzehnten haben die steigenden Temperaturen unter anderem den Wasserhaushalt verändert. Die globale Erwärmung fi ndet statt und wird zunehmend zur Gefahr für Tiere, Pflanzen und Menschen. Schnelles Handeln ist wichtig!

Der üppige Lebensstil in den industrialisierten Ländern, wie auch hier in der Schweiz, ist mitverantwortlich für den Klimawandel. Wir stossen zu viel Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2) aus. Das CO2 stammt aus der Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Erdöl, Erdgas, Benzin oder Kerosin. In der Schweiz sind Haushalte und Verkehr zusammen für rund die Hälfte des Treibhausgas-Ausstosses verantwortlich. Ein weiterer Fünftel der CO2-Emissionen stammt aus der Industrie und je ein Zehntel aus Landwirtschaft und den Dienstleistungssektoren. Mit den folgenden Tipps kann der CO2-Ausstoss im Bereich Haushalt und Verkehr deutlich gesenkt werden. Das Wetter können wir nicht beeinflussen, das Klima schon!

1. Ferien mal wieder in der Schweiz
Vielflieger schaden dem Klima! Pro Person und 100 Kilometer verursachen das Auto und das Flugzeug in etwa gleichviel CO2. Allerdings legt das Flugzeug pro Stunde eine rund 10 Mal grössere Distanz zurück, sodass Flugreisen sehr hohe Treibhausgasemissionen mit sich bringen. Pro Flugstunde sollten Sie mindestens eine Woche am Zielort verweilen. Das bedeutet: Sie müssen beispielsweise acht Wochen in New York bleiben! Zu lange? Reisen Sie ins Tessin! Per Zug kommen Sie sehr klimafreundlich dahin.
Weitere Ferienideen: www.myswitzerland.com

2. Weniger Fleisch essen
Mit einer vegetarischen Ernährung können mehr Treibhausgase eingespart werden als beim Erwerb eines Hybridfahrzeugs. Dies erstaunt kaum, denn jedes Kilogramm Rindfleisch verursacht über zehn Kilogramm CO2-Emissionen. Diese Emissionen fallen bei der Futterproduktion, bei der Haltung, Schlachtung und beim Transport an. Zudem emittiert das Rind durch die Verdauung im Magen das Treibhausgas Methan. Für die klimafreundliche Ernährung gilt es, drei wichtige Punkte zu beachten:

Erstens: pflanzlich statt tierisch.

Zweitens: auf die Saisonalität achten - keine Flugzeugtransporte, keine Gewächshausproduktion.
Drittens: Regionalität. Frische Produkte aus der Umgebung bevorzugen. So erkennt man auch Klimasünder unter den Lebensmitteln im Supermarkt.
Menüvorschläge: www.eaternity.ch

3. Heizen und isolieren
Obwohl es mit dem Klimawandel immer wärmer wird, verbrauchen wir in der Schweiz mit Heizen grosse Mengen Energie und stossen deshalb viel CO2 aus. Das Verbrennen von Kohle, Erdöl und Erdgas verursacht besonders viel Treibhausgase. Auch Öko-Erdöl oder ähnliche Produkte verursachen nicht weniger CO2. Neubauten mit moderner Isolierung (jünger als 10 Jahre) können den Heizenergieverbrauch um 50 bis 80 Prozent reduzieren, jedoch steigt der beheizte Quadratmeter Wohnung pro Person an, da immer grössere Wohnungen entstehen.
Energiesparen: www.energieschweiz.ch

4. Kurze Hosen im Winter?
Wie warm ist Ihre Stube im Winter? Könnte man in kurzen Hosen und kurzen Ärmeln herumlaufen? Ist das nötig? 1 Grad weniger Raumtemperatur im Winter senkt die Treihausgasemissionen um 7 Prozent, falls Sie mit Erdöl heizen. Bei 18 anstatt 23 Grad im Schlafzimmer lässt sich übrigens ausgezeichnet schlafen und der Körper baut so besser Abwehrkräfte auf. Über offene Kippfenster geht im Winter sehr viel Energie und somit Geld verloren. Kurzes aber intensives Lüften (Stosslüften) sorgt für die Frischluftzufuhr, ohne dass die Raumtemperatur zu stark sinkt.

5. Kurze Distanzen mit dem Velo
Der Schweizer Verkehr gilt als Sorgenkind der inländischen Klimapolitik. Der verkehrsbedingte Treibhausgas-Ausstoss steigt weiter an - noch ist die Trendwende hier nicht geschafft. Jeder gefahrene Autokilometer verursacht 100 bis 300 Gramm CO2. Für kurze Distanzen von lediglich wenigen Kilometern eignet sich häufig auch das Fahrrad. Oft muss aber trotzdem aufs Auto zurückgegriffen werden, dann gilt: Jedes unnötige Kilo im Auto erhöht den Verbrauch. Schneeketten im Winter oder Golfausrüstung im Sommer gehören nicht dauerhaft ins Fahrzeug. Ski- und Fahrradträger sollten nur montiert sein, wenn sie gebraucht werden. Krasse Benzinfresser sind Air Conditioner im Sommer und Sitzheizungen im Winter. Bei kurzen Fahrten kann ganz darauf verzichtet werden.

6. Ökologische Pasta!
Pastakochen ist kinderleicht. Viele könnten es aber noch ökologischer machen. Wer Wasser nicht mit dem Topf auf dem Herd (Elektroherd auf Glaskeramik), sondern mit einem Wasserkocher aufkocht, spart viel Energie. Das heisse Wasser kann dann mit den Pasta im Topf noch kurz aufgekocht werden, bevor der Herd abgeschaltet werden kann. Nach ca. einer Minute kann der Deckel aufgesetzt werden und die Pasta garen bei geschlossenem Topf ohne weitere Energiezufuhr perfekt weiter. Vielleicht dauert es eine Minute länger, bis die Pasta «al dente» sind.

7. Achtung, Rebound!

Wer als Letzter einen Raum verlässt, löscht das Licht. Das gilt auch bei Sparlampen! Wer seine Beleuchtung oder andere Geräte durch energieeffiziente ersetzt, hat den ersten entscheidenden Schritt vollzogen. Doch das heisst nicht, dass die neuen Geräte dann ununterbrochen am Netz bleiben dürfen, ohne abgeschaltet zu werden. Sonst wird am Ende mit den neuen Geräten sogar noch mehr Energie verbraucht. Achten Sie also auf diesen Rebound-Effekt (d.h. Zurückprallen)!

erstellt von Silvan Rosser