Babys erste Schuhe

Passende Kinderschuhe zu finden, ist wahrlich nicht einfach. Eltern wissen das aus leidvoller Erfahrung. Ein österreichisches Forschungsteam unter der Leitung von Wieland Kinz hat die sieben häufigsten Irrtümer aufgedeckt und daraus einen hilfreichen Leitfaden entwickelt.

Irrtum 1: «Babys brauchen möglichst früh Schuhe, damit sie rasch laufen lernen.»
Wahr ist: Kinder lernen auch ohne Schuhe laufen. Die ersten Schuhe brauchts erst dann, wenn die Kleinen selbstständig gehen können und die Füsschen vor Verletzungen und Kälte geschützt werden müssen.

Irrtum 2: «Die ersten Schuhe müssen fest und stützend sein und ein gutes Fussbett haben.»
Wahr ist: Je härter Schuhe sind, desto mehr werden die Füsse in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Für eine gesunde Entwicklung müssen sich Kinderfüsse aber frei und ungestützt bewegen können.

Irrtum 3: «Passende Schuhe sind ungefähr gleich lang wie die Füsse.»
Wahr ist: 86  % der Eltern glauben das und nur 8,5 % wissen, dass passende Kinderschuhe 12 – 17 mm länger als die Füsse sein sollten.   

Irrtum 4: «Auf die Schuhgrössen kann man sich verlassen.»
Wahr ist: Kinderschuhe sind Mogelpackungen. Rund 90 % sind kürzer, als es die Schuhgrösse erwarten liesse. Wo z. B. 23 draufsteht, ist meistens nur 21 «drinnen». Tipp: Immer Füsse und Innenlänge der Schuhe messen (z.B. mit der Papp-Schablone, plus 12). 

Irrtum 5: «Nur ja keine gebrauchten Kinderschuhe.»
Wahr ist: Wenn die Schuhe passen und nicht einseitig abgelaufen sind, spricht nichts dagegen, gebrauchte Kinderschuhe zu verwenden. Das spart Geld und Rohstoffe. Übrigens: Schon jetzt greift mehr als die Hälfte der Eltern zu gebrauchten Kinderschuhen – aber mit schlechtem Gewissen. Zu Unrecht. 

Irrtum 6: «Kinder spüren genau, ob die Schuhe passen.»
Wahr ist: Das Forschungsteam hat das mit einer «Schuh-Test-Strasse» widerlegt. Dabei trugen die Kinder einen passenden und einen viel zu kurzen Schuh. Das überraschende Ergebnis: Kinder bezeichnen zu kurze Schuhe meistens als «passend». 

Irrtum 7: «Teure Kinderschuhe sind besser als billige.»
Wahr ist: Ein hoher Preis ist noch keine Garantie für qualitativ hochwertige Kinderschuhe. Und eine Analyse der Schuhgrössen und Innenlängen hat gezeigt, dass teure Schuhe keinesfalls exakter gearbeitet sind. 

Das Forschungsteam «Kinderfüsse-Kinderschuhe»
Zwei Untersuchungen der Autoren sorgten für internationales Aufsehen: Zum ersten Mal konnte nachgewiesen werden, dass Kinderfüsse durch zu kurze Schuhe geschädigt werden. Ausserdem wurde das Problem der fehlerhaften Schuhgrössen erstmals einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Viel Wissenswertes rund um kleine Füsse und Schuhe finden Sie über www.kinderfuesse.com. Dort kann auch die PappSchablone «plus 12» – ein praktisches Messgerät für Eltern – sowie der Ratgeber «Kinderfüsse-Kinderschuhe» von Wieland Kinz direkt bestellt werden.  Damit sich Kinderfüsse auch in Schuhen wohlfühlen, benötigen sie im Zehenbereich mindestens 12 mm Spielraum. Neue Schuhe dürfen bis zu 17 mm Spielraum haben.