Autotest Skoda Kodiaq - SUV oder sportlich ... Oder beides?

Mit dem Kodiaq RS legt Skoda erstmals einen SUV in der Skoda-RSFamilie vor. RS steht für Rallye Sport – und das hat durchaus etwas, wie unser Familientest gezeigt hat. Wir waren vor allem von der umfangreichen Elektronik und den vielen Hilfsmitteln an Bord beeindruckt.

SUV gehören heute zum guten Ton bei jeder Automarke. Und gerade in diesem schneereichen Winter entpuppten sich die typischen SUV-Merkmale so manches Mal von Vorteil. Der tschechische Hersteller Skoda bezeichnet den Kodiaq RS «als neue Speerspitze der SUV-Offensive» des Hauses. Hier verbinden sich Sportlichkeit und SUV-Charakteristiken durchaus bemerkenswert.

Felsenfest

Wie stets bei unseren eher auf den praktischen Gebrauch ausgerichteten Testfahrten waren technische Werte wie die Motorleistung eher nebensächlich. Erwähnenswert ist es aber für Interessierte dennoch, dass im Kodiaq RS der stärkste Seriendieselmotor steckt, den Skoda zu bieten hat: ein 2.0 l TDI mit 240 PS und 500 Newtonmetern Drehmoment. Das Fahrzeug ist serienmässig mit Allradantrieb ausgestattet. Den haben wir bei unserer kurzen Probetour nicht aufs Äusserste getestet und nicht den nächsten Berg aufgesucht. Aber immerhin hatten wir es mit ordentlich Schneematsch auf der Strasse zu tun und stets das Gefühl, felsenfest zu sitzen. Das Ganze verbunden mit einem dynamischen Fahrverhalten. Wir haben uns zwar verständlicherweise nicht im Rallye-Stil durch die Stadt bewegt, aber Kraft und Dynamik sind auch im normalen Strassenverkehr spürbar. Diese Kraft, die in ihm steckt, sieht man dem Kodiaq RS mit seinen Dimensionen durchaus auch an. Ein ausgeklügeltes Design sorgt aber dafür, dass er dennoch nicht zu bullig wirkt. Skoda ist berühmt geworden mit Fahrzeugen, die den Geschmack der breiten Masse ansprechen, allen voran der Octavia der auch 2018 wieder das meistgekaufte Auto der Schweiz war. Im Kodiaq RS scheint uns etwas mehr Individualität zu stecken, was durchaus positiv gemeint ist. Die Verbindung zwischen SUV und RS wird sichtbar in einem modernen und dezent sportlichen Design.

Viele Assistenten

Der Innenraum und die ganzen Bedienungselemente sind attraktiv gestaltet und sauber und sinnvoll angeordnet. Das ist auch wichtig, denn hier steckt sehr viel drin an Elektronik, die einem als Fahrer das Leben leichter macht und die man dank der Übersichtlichkeit nach wenigen Minuten bedienen kann. Ein paar Beispiele daraus: Da wäre etwa die 360 Grad- Rundumsicht, die auf dem Monitor anzeigt, was sich rund ums Fahrzeug abspielt, und das aus verschiedenen Blickwinkeln. An den Rückfahrassistenten haben sich viele Autofahrer bereits gewöhnt. Skoda bietet hier zudem einen Anhängerassistenten, der Navigieren und Parken zum Beispiel mit einem Wohnwagen erleichtert. Praktisch auch der Tempomat mit Distanzkontrolle, der Beschleunigung und Abbremsen übernimmt. Auch Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Überholverbote werden erkannt und verarbeitet. Ein Totwinkelassistent schafft Sicherheit beim Spurwechsel. Dies ist nur eine Auswahl der «Gadgets», die alle im KODIAQ RS stecken. Serienmässig hat der Kodiaq RS ein virtuelles Cockpit.

Viel Platz

Für Familien sicher zentral: Der Kofferraum ist sehr grosszügig bemessen – in alle Himmelsrichtungen. Ob Kinderwagen, Fahrrad oder Skier: Das alles dürfte kein Problem sein. Bei der Suche nach einem Auto, das einerseits alltagstauglich ist und andererseits auch genug Platz bietet bei der Fahrt in die Ferien oder einen Wochenendausflug, kommen viele Familien oft in Nöte. Hier scheint uns der Kodiaq RS eine gute Lösung – nicht zuletzt deshalb, weil er auf Wunsch auch als 7-Plätzer erhältlich ist. Unsere Bilanz: Wenn familienintern vor dem Autokauf die Debatte «SUV oder eher sportlich?» geführt wird, ist der Skoda Kodiaq RS mit Sicherheit eine gute Wahl, die beiden Seiten gerecht wird. Dazu kommen die familienfreundlichen Dimensionen und die zahlreichen Sicherheitsassistenten, die man gerade mit Kindern an Bord zu schätzen weiss.

erstellt von Stefan Millius