Autotest Opel Combo Life Enjoy – Ein Kofferraum auf Rädern

Unser regelmässiger Autotest führte uns dieses Mal wieder zu einem ausgewachsenen Familienwagen. Der Opel Combo Life Enjoy bietet viel Platz, ist naturgemäss aber deshalb auch ziemlich gross. Unsere Testkinder träumen nun vom Campingurlaub – mit einem Schlafplatz im Kofferraum.

Das erste Aha-Erlebnis hatte das Testteam mit Nina (9) und Lynn (7), als es hiess: Einsteigen, bitte. Eine Schiebetür: Das hatte es bisher auf unseren Testfahren noch nie gegeben, wenn man die Flügeltür des Tesla aus einer früheren Fahrt mal ausklammert. Danach ging es auch schon los. Von der Rückbank wurde viel Beinfreiheit rapportiert, was im Fall der Kinder auf ihren erhöhten Sitzen hiess: Wir kommen hier nicht mal bis zum Boden ... Aber das ist kein Wunder: Wir hatten es hier wirklich mit einer Art Kleinbus zu tun, mit dem man entweder eine Kinderschar oder auch einen Teil der Wohnungseinrichtung befördern könnte. Allerdings hat man sich bei Opel wirklich grosse – und erfolgreiche – Mühe gegeben, das Design so zu gestalten, dass sich der Begriff «Bus» vor allem auf die Dimensionen bezieht und nicht auf das Äussere. «Schlank», wie es in der Beschreibung des Herstellers heisst, würden wir das Fahrzeug nun vielleicht nicht gerade nennen, aber es ist gut gelungen, das Opel-typische Design auf diese Masse zu übertragen.

Fünf oder sieben Plätze
Unser Modell, der Opel Combo Life Enjoy 1.5 CTDi, kam als Fünfplätzer, was in unserem Fall bestens reichte, es gibt ihn optional auch mit sieben Plätzen. Wobei die zusätzlichen Sitze dann natürlich zulasten der Packfläche gehen. Es gibt zudem diverse Möglichkeiten, das Auto schon bei der Bestellung den eigenen Bedürfnissen anzupassen. So kann man sich beispielsweise in der zweiten Sitzreihe für drei Einzelsitze entscheiden oder für eine teilbare Rückbank. Was uns sofort ins Auge stach, war das grosse Touch-Display mit allen Bedienelementen. Welche Funktionen alle integriert sind, ist eine Frage des Budgets. Die Rückfahrkamera ist gerade bei einem Wagen dieser Grösse sicher eine schöne Sache, zumindest, bis man sich an die Dimensionen gewöhnt hat. Wobei man auch sagen muss: Das Fahrgefühl erinnert nicht an einen Transporter, der Fahrtkomfort ebenfalls nicht. Es gilt nur, den ersten, doch ziemlich wuchtigen Eindruck zu verdauen, dann ist es ein Auto wie jedes andere – einfach mit deutlich mehr Platz. Die Grösse macht sich auch innen bemerkbar. Man hat auf allen Seiten reichlich Platz für alles, die Unterbringmöglichkeiten sind intelligent angebracht, und dank der erhöhten Sitzposition hat man einen guten Ausblick. Ein- und Ausparken ist dank der diversen Assistenzsysteme ebenfalls kein Problem, wobei man sich bei der allerersten Fahrt wohl in der Übervorsicht schon ein bisschen «dumm» anstellen mag. Denn: Wer will schon ein Testfahrzeug malträtieren?

Campen im Kofferraum
Bei unserem Zwischenstopp wollten Nina und Lynn den Kofferraum begutachten, der eigentlich schon mehr eine Ladefläche ist. Und natürlich wollten sie wissen, ob sie da auch reinpassen. Mit dem Ergebnis, dass sie sehr viel Zeit dort drin verbrachten und danach verkündeten, den nächsten Urlaub mit dem Schlafsack hier verbringen zu wollen. Offen gestanden: Es war schwer, gute Argumente zu finden, denn so manches Zelt ist beengter als dieser Wagen. Mit dem Verweis auf aktive Ordnungshüter war es möglich, den Kindern die Idee auszureden, im Kofferraum zurückzufahren. Unser Testfahrzeug kostet nach offiziellen Angaben rund 32’000 Franken, und wir hatten nicht das Gefühl, etwas zu vermissen. Damit ist der Opel Combo Life Enjoy auch preislich sehr familienfreundlich. Drei Kinder und öfter mal viel Gepäck: Dann scheint das eine attraktive Option.

erstellt von Stefan Millius