Alles Gute fürs Immun-System!

Das Immunsystem ist eine wunderbar komplexe Organisation, die für Leben und Gesundheit des Körpers die Verantwortung trägt. In der Verantwortung der Eltern liegt es jedoch, bei ihrem Kind die Funktionstüchtigkeit dieses Systems zu unterstützen und zu stärken - insbesondere dann, wenn wieder die Phase der Erkältungskrankheiten im Anzug ist.

"Nicht jeder Schnupfen und jede fiebrige Erkältung ist als mittelschweres Drama zu bewerten", sagen Fachleute, "denn das kindliche Immunstystem muss eine Art Training durchlaufen. Und jeder Infekt, den das Kind durchsteht ist eine Trainingseinheit, sodass das Abwehrsystem nach etwa 30 Infekten mit den häufigsten Erregern in Kontakt gekommen ist. Tritt wieder ein gleiches Virus oder Bakterium auf, hat das Immunsystem bereits Informationen gespeichert und kann die Abwehr entsprechend organisieren.

Bei einem Kongress in St. Petersburg sprach u.a. eine finnische Kapazität auf dem Gebiet der Allergologie und zog dabei Vergleiche zwischen dem hohen Hygiene-Standard im finnischen Grenzgebiet und den eher prekären Verhältnissen im nahen St. Petersburg: In der russischen Stadt treten erstaunlicherweise weit weniger Allergien auf als im vergleichsweise sterilen finnischen Umfeld. Der Zusammenhang mit den Erkältungskrankheiten im Kindesalter ist gegeben: Das Prinzip der Überbehütung und der Abschottung ist durchaus nicht zum Besten des Kindes. Bei immer wiederkehrenden Ohren- oder Halsentzündungen ist selbstverständlich eine kinderärztliche Abklärung unerlässlich. Schnupfen oder Husten sind jedoch kein Grund, das Kind vom Schulunterricht zu dispensieren und es ins Bett zu stecken. 10 Infekte pro Jahr bei Kindern im Alter von 1 bis etwa 4 Jahren gehören zur Normalität.

Bitte möglichst natürlich!
Der beste Schutz fürs kindliche Immunsystem - wie übrigens auch beim erwachsenen Menschen - ist eine möglichst gesunde Lebensgestaltung. Gesunde Ernährung, viel Bewegung und Begegnungen mit der Natur bei jedem Wetter, vernünftige Schlafhygiene, ein unterstützendes und liebevolles Familienklima: Das sind die Säulen, auf denen das Immunsystem des Kindes sich gut entwickeln kann.

Besorgte Eltern wollten ihren Sprösslingen schon damals, als man noch mit übel riechendem Lebertran Abwehrkraft einzuflössen versuchte, zu möglichst stabiler Gesundheit verhelfen. Sollen heute die Eltern ihren Kindern Multivitaminpräparate verabreichen? Fachleute wehren ab: "Weit vernünftiger ist es, man gibt dem Kind einen Apfel! Und wer beispielsweise die Angaben auf einem Cornflakes-Paket studiert, kann nachlesen, welche Vitamine, Nährstoffe und Spurenelemente in 100 g enthalten sind und wie weit der Tagesbedarf abgedeckt werden kann. Kein Präparat schützt das kindliche Immunsystem des Kindes besser als eine gesunde, natürliche Lebensordnung."
 
Was das Immunsystem in Schwung hält

5 am Tag
Die Aktion "5 am Tag" will zum täglichen, gesundheitsfördernden Genuss von 5 Portionen Früchten und Gemüse animieren. Eine Portion = eine Hand voll: Mit einem Apfel, einigen Rüebli-Scheibchen als Snack zum Butterbrot, einem Salat, Früchten im Müesli und allenfalls einem Obst- oder Gemüsesaft ist man schon gut unterwegs. Nicht unwichtig fürs Kind ist die Darreichungsform: Ein Apfel, der sich dank einer mit dem scharfen Messer in der Mitte eingekerbten Zickzacklinie in zwei Hälften aufteilen lässt, wirkt verführerischer als ein "gewöhnlicher" Apfel. Und vielleicht wird das Kind, das in der Pause statt eines Schoko-Riegels ein Holzspiesschen auspacken kann, auf dem Stücke von Vollkornbrot, Käsewürfelchen, Zucchinischeibchen, Blumenkohlröschen der Fenchelstückchen aufgereiht sind , zum Trendsetter?

Grünkraft
- Petersilie hat einen hohen Gehalt an Vitamin C und der Anteil an Mangan unterstützt die Leber bei ihrer Entgiftungsarbeit. Also Peterli in Salatsaucen und über Gemüse, Frischkäse mit reichlich fein geschnittener Bio-Petersilie usw. Tipp für kleine Grünzeug-Verächter: Im antiken Rom sollen die Gladiatoren rohe Petersilie gekaut haben. Zur Stärkung von Kraft und Ausdauer.
- Kresse bietet eine Mischung aus Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Vermischt mit Frischkäse oder Quark als Brotaufstrich - ebenso delikat wie gesund.

Wasser
Pfarrer Sebastian Kneipp sprach von "Abhärtung" - wir wollen lieber von Winterfitness sprechen. Vermutlich wird das Kind zuerst lauthals protestieren, wenn man ihm erklärt, dass regelmässige, morgendliche Waschung mit kaltem Wasser und einem Waschlappen und die anschliessende kurze Ruhepause im Bett oder auch Wassertreten in der Badewanne fitnessfördernd seien. Aber es ist nicht auszuschliessen, dass es die wohltuende Wirkung dieses Fitnesstrainings schätzen lernt - vor allem dann, wenn die Eltern mit gutem Beispiel vorangehen. Achtung: Vor jeder Kneippanwendung muss der Körper immer erwärmt sein!

Frischluft
Das Credo des guten alten Kräuterpfarrers Künzle, "Regelmässige Bewegung an der frischen Luft", ist topaktuell. Auch der Basler Kinderarzt Dr. Marc Herz weist darauf hin, dass das Immunsystem des Kindes trainiert wird, wenn es sich mit Wärme und Kälte, mit Wind und Regen auseinandersetzen muss.

Meist sind es nicht die Kinder, sondern die Eltern, die Regenschauer oder Kälte für unzumutbare Belastungen halten. Anstatt für gutes Schuhwerk und der Witterung angepasste Bekleidung zu sorgen und dem Kind Erfahrungen mit Wetter und Jahreszeiten zu gönnen, oganisieren sie einen Auto-Abholdienst. Wie wäre es, wenn man als Familie bei strömendem Regen oder bei klirrender Kälte einen Abenteuer-Waldspaziergang machen würde? Wie riecht der nasse Wald? Im Schutz eines Baumes kann man mit Wald-Fundstücken eine Zwergen-Unterkunft bauen. Oder aus einem knorrigen Aststück einen Regen-Drachen schnitzen. Oder auf einer grossen Pfütze oder an einem Bächlein kleine Papierschiffe auf die Reise schicken. Oder Tier-Spuren beobachten, oder sich informieren, was die Vögel machen, dass sie nicht durch und durch nass werden.

Echinacea & Co
Die Wirkstoffe des Roten Sonnenhutes - den schon Indianerstämme als Heilpflanze kannten - stärken das Immunsystem. Auch Strath(r) und weitere Aufbaupäparate auf pflanzlicher Basis können das Immunsystem des Kindes unterstützen. Sie dürfen jedoch nie als Ersatz für vernünftige Ernährung und ausreichende Bewegung missverstanden werden!

erstellt von Meta Zweifel