Proteine in der Ernährung

Proteine gehören neben den Fetten und Kohlenhydraten zu den Makronährstoffen. Sie dienen als Energiequelle und als Quelle von Körperproteinen. Ihre Grundelemente, die Aminosäuren, sind z.T. essentiell und müssen somit mit der Nahrung zugeführt werden.
Nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der Proteine hat eine zentrale Bedeutung in einer gesunden Ernährung. (Bild: Rimantas Abromas)
Sie werden für die Synthese körpereigener Proteine verwendet. Die gesundheitlichen Wirkungen der Proteine wurden in der wissenschaftlichen Literatur bisher wenig berücksichtigt. Die Empfehlungen zum Proteinbedarf zielten vor allem auf die ausreichende Versorgung ab, damit keine Mängel entstehen, und befassten sich weniger mit gesundheitlichen Folgen einer mehr als bedarfsdeckenden Proteinzufuhr. Dies ist speziell von Bedeutung, da die Proteinzufuhr bei uns höher ist als die minimal Nötige. Zudem haben nicht alle Aminosäuren und Proteine eine gleiche  gesundheitliche Bedeutung. Nach den bereits erschienenen Expertenberichtenüber Fette und Kohlenhydrate in der Ernährung des Menschen hat sich die Eidgenössische Ernährungskommission mit den Nahrungsproteinen in der menschlichen Ernährung und ihrer Bedeutung für die Gesundheit befasst und einen umfassenden Bericht mit konkreten Empfehlungen verfasst.

Der Bericht der Eidgenössischen Ernährungskommission EEK gibt im ersten Teil eine allgemeine Übersicht über die Proteine, die Aminosäuren und ihre Funktion sowie über den Proteinstoffwechsel. Es wird darauf hingewiesen, dass nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der Proteine von zentraler Bedeutung ist, insbesondere in bestimmten Lebensabschnitten oder bei Krankheiten. Neben den Kriterien, mit welchen die Proteinqualität beurteilt werden kann, wird ebenso beschrieben, wie mit geeigneten Kombinationen von Lebensmitteln die Proteinqualität erhöht werdenkann.

Der zweite Teil des Berichtes befasst sich mit dem Proteinbedarf inverschiedenen Lebensabschnitten und bei Sportlern. Neben den möglichen Methoden zur Bestimmung des Proteinbedarfes werden auch die Empfehlungen für Kinder, gesunde Erwachsene, ältere Menschen und Sportler diskutiert. Dabeiwird auf die Bedeutung einer ausreichenden Energiezufuhr im Zusammenhang mit dem Proteinstatus hingewiesen. Gerade bei der zunehmenden Zahl von Betagtenkann oft eine suboptimale Proteinzufuhr nachgewiesen werden. Dies hat negative Konsequenzen für die Muskel- und Knochenmasse dieser Menschen. Es wird angenommen, dass dadurch das Sturz- und Frakturrisiko zunimmt.

Der dritte Aspekt des Berichtes beurteilt die Bedeutung von Proteinen bei der Entstehung und dem Verlauf verschiedener Krankheiten. Es wird aufgezeigt, dass Proteine bei Übergewicht, der Gewichtsreduktion und Gewichtserhaltung oder bei Personen mit Diabetes Typ 2 eine besondere, in verschiedener Hinsicht günstige Rolle spielen. Für eine optimale Knochenentwicklung ist eine ausreichende Proteinzufuhr, begleitet von einer ausreichenden Energie-, Calcium- und Vitamin D-Versorgung, von Bedeutung. Schwere Erkrankungen gehen meist mit einem Verlust an  Körperproteinmasse einher. Eine bezüglich Proteinen und anderen Nährstoffenausreichende Ernährung wirkt dabei dem Proteinverlust entgegen. Dasselbe gilt für eine en terale oder parenterale Ernährung mit bedarfsgerechten Mengen vonEnergie, Proteinen oder spezifischen Aminosäuren. Bezogen auf die Atherosklerose hat sich gezeigt, dass weniger die Proteine eines Lebensmittels selbst, sondern vielmehr die im jeweiligen Lebensmittel enthaltene Fettqualität und-quantität von ausschlaggebender Bedeutung sind. Die Leber und die Niere nehmen im Proteinstoffwechsel eine zentrale Funktion ein. Der Bericht beschreibt, worauf bei Nieren- und Lebererkrankungen in der Ernährung insbesondere bezogen auf die Proteinzufuhr geachtet werden soll.

Proteinhaltige Lebensmittel können zu allergischen Reaktionen führen. Welche Lebensmittel oft solche Reaktionen auslösen, wie sich die Reaktionen im Verlaufe des Lebens verändern können, welche Interaktionen bestehen, und welche Bedeutung die Lebensmitteldeklarationhat, wird in einem weiteren Kapitel bearbeitet. Auf die Eigenschaften und die mögliche Wirkung bestimmter biogener Proteine und Peptide wird im letzten Kapitel eingegangen.

Basierend auf den im Bericht zusammengefassten wissenschaftlichen Grundlagen hat die EEK Empfehlungen für die Proteinzufuhr für Kinder und Jugendliche, gesunde Erwachsene, ältere Menschen sowie Sportler abgeleitet. Zusätzlich wurden Empfehlungen über die optimale Proteinzufuhr zur Präventionvon bzw. für Menschen mit bestimmten Krankheiten abgegeben. Für die detaillierten Empfehlungen wird auf den Bericht verwiesen.

Quelle/Text: Bundesamt für Gesundheit


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