Lesenswertes für die Kids

Oft wird bemängelt, dass Kinder zu wenig lesen. Die tägliche Informationsflut überschwemmt seit langem schon die Kinderzimmer. Kaum ein Kind hat keinen Fernseher, Computer oder Spielkonsole.
Die Welt des Lesens endecken. (Bild: ER_09)
Immer weitere Verlockungen ziehen sie in ihren Bann. Es gibt immer neue Spiele und Sendungen die es zu entdecken gilt oder sie verlaufen sich in den Weiten des Internets. Lesen scheint da einen eher unbedeutenden Stellenwert einzunehmen, gilt in manchen Altersklassen sogar als uncool.

Damit Kinder und Jugendliche häufiger zu den guten alten Zeilen greifen, lanciert auch in diesem Frühjahr die Kantonsbibliothek St.Gallen wieder die Ostschweizer Autorenlesungen. Sie wollen geistig entführen in fremde Welten und spannende Geschichten. Doch auch das Informieren und Lernen hat oberste Priorität und nicht zuletzt der Spass am Buch. Insgesamt konnten 45 Schriftsteller in diesem Jahr für die Autorenlesungen gewonnen werden. Es werden 800 Lesungen für rund 30 000 Schüler stattfinden. Das ist ein neuer Rekord. Viele der Bücher sind kindgerecht oder auf die Zielgruppe der Jugendlichen zugeschnitten. Ausserdem kommen die Autoren aus dem gesamten deutschsprachigen Raum.

Auch in Englisch
Die Lehrerschaft konnte sich auf der Internetplattform schultur.ch anmelden und sich für einen der 45 Autorinnen und Autoren entscheiden. Auch englischsprachige Literatur war zu finden, wie etwa Robin Ballard, eine amerikanische Kinderbuchautorin, welche in Basel lebt. Modern und in offener Form hält sie keine statischen Lesungen, sondern bezieht die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer ein, beantwortet Fragen oder erläutert auf Deutsch das Nichtverstandene.

Bei den Kindern stösst die Idee auf Begeisterung. "Ich habe so etwas noch nicht erlebt", erklärt ein Primarschüler, welcher bei der Lesung von Ballard dabei war. Ausserdem zeigte sich, dass das Vorurteil, dass Kinder und Jugendliche zu wenig lesen nicht ganz stimmt. So haben fast 80 Prozent der Schülerschaft der 3. Und 4. Klasse der Primarschule Gommiswald ein absolutes Lieblingsbuch. Oft tauschen sie diese aus oder holen sich in der Bibliothek neues "Futter". Die Aktion scheint erfolgreich und findet grossen Anklang, auch bei der Lehrerschaft. Werden die Lesungen auf Englisch abgehalten, bereiten sie die Schüler auch auf dieses Ereignis vor. Unbekannte Vokabeln werden durchgesprochen, damit die Kinder den spannenden Geschichten folgen können. Bei dem Erfolg ist zu hoffen, dass diese Veranstaltungsreihe noch viele Jahre Erfolg haben wird.

Quelle/Text: Nadine Rydzyk