Muttertag - zwischen Liebe und Kommerz
Am 8. Mai ist es wieder soweit. Mütter werden mit Blumen, kleinen Törtchen samt Danksagungen oder Liebesbekenntnissen überhäuft. Ein Tag im Dienste der Mütter oder doch eher der Blumenhändler?
Wer hat sie nicht, die Mutter, Notwendigkeit des eigenen Daseins und Wegbleiterin in den wichtigsten Jahren des Lebens. Nun heisst es wieder etwas zurückzugeben, in Form von Dank und Liebe. Doch ist der Muttertag allein keine reine Liebesbekundung an die Mutter, sondern auch ein Stück Konsum und Kommerz. Aber warum sollte es dem Muttertag besser gehen, als Ostern oder Weihnachten? Die Idee und der eigentliche Sinn aber bleiben davon unberührt. Schneller Durchbruch
Als Ursprung des heutigen Muttertages gilt die Methodistin Anna Marie Jarvis. Sie führte am 12. Mai 1907 ein Memorial Mothers Day Meeting durch. Dies war der Sonntag nach dem zweiten Todestag ihrer eigenen Mutter. Jarvis engagierte sich in den USA für einen Muttertag als nationalen Feiertag. Die Bewegung wurde rasch stärker und schon 1909 wurde in 45 Staaten der USA der Muttertag gefeiert. Gerade fünf Jahre später war dies ein nationaler Feiertag und verbreitete sich rasch auf der Welt. Dies symbolisierte auch, dass die Achtung vor der mütterlichen Sorge und Liebe ein Phänomen ist, was nicht an Ländergrenzen gebunden ist.
In der Schweiz stiess das amerikanische Vorbild sofort auf offene Ohren, allerdings erst in den französischsprachigen Regionen. Die Heilsarmee erliess im Sommer 1917 einen Aufruf zur Begehung eines Ehrentages für die Mütter. Der landesweite Durchbruch des Muttertags gelang aber erst 1930, unterstützt durch Medien und der beteiligten Berufsleute. So engagierten sich für die Durchführung des Muttertages vor allem die schweizerischen Verbände der Floristen, die Gärtnermeister und die Konditoren. Auch in Deutschland waren die Träger zur Einführung dieses Ehrentages auch Nutzniesser eben dieses. Der Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber etablierte ihn. So ist der Muttertag eben auch ein Kommerztag. Auch das Datum unterliegt keiner gesetzlichen Verankerung, sondern basiert auf den Übereinkünften von Wirtschaftsverbänden. In den meisten Ländern findet dieser aber am zweiten Sonntag im Mai statt.
Ohne geht's auch nicht
Gerade diese Kommerzialisierung des Muttertages brachte die einstige Begründerin Anna Marie Jarvis dazu, eine der Gegnerinnen des von ihr begründeten Ehrentages zu werden und für seine Abschaffung zu plädieren. Doch hat sich der Muttertag bis heute gehalten. Denn ob oder mit wirtschaftlichen Interessen wäre das Leben ohne Muttertag genauso ärmer, wie ohne Weihnachten, geht es doch bei beiden nicht zuletzt um die Liebe.
Schenken auch Sie Blumen, Karten und kleine Törtchen ihrer Mutter. Zeigen Sie ihr ihre Liebe und Achtung, auch in den Tagen zwischen den einzelnen Muttetagen.
Quelle/Text: Thomas Geissler
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