Achtung giftig!

Duftend, farbig, lebendig, romantisch, blühend - im Frühling ist der Garten und die Natur ein Paradies für uns alle. Doch aufgepasst: Gerade für kleine Kinder lauern hier auch Gefahren - zum Beispiel giftige Pflanzen. Wir stellen die häufi gsten vor.


Giftpflanzen sind ein Thema, das oft zu Fragen Anlass gibt. Viele Eltern sind unsicher: Klar, unsere Zierpflanzen für Zimmer und Gärten sind oft fremder, zum Teil sogar tropischer Herkunft. Die Kenntnisse über ihre Eigenschaften sind deshalb weniger geläufig als im Falle unserer Wildflora, deren giftigste Arten oft bekannt sind.



Hier wachsen jedoch nicht nur hochgiftige Gesellen wie Stechapfel (Datura stramonium), Bilsenkraut (Hyoscamus niger), Tollkirsche (Atropa belladonna) oder Eibe (Taxus baccata), sondern auch leicht giftige wie das liebliche Maiglöckchen (Convallaria majalis), das Schneeglöcken (Calanthus nivalis) und die Herbstzeitlose (Cochicum automnale). Besonders kleine Kinder werden durch die häufig sehr attraktiven Blüten, Blätter und Beeren - etwa Kirschlorbeer oder Liguster - vieler Pflanzen zum Naschen verführt. Aber auch Erwachsene lassen - sei dies aus Unkenntnis oder Gleichgültigkeit - die notwendige Sorgfalt im Umgang mit Pflanzen vermissen.

Glücklicherweise ist das Risiko durch eingenommene giftige Pflanzen relativ gering - doch immer gilt: Ruhig bleiben, schnell alle Pflanzenteile aus dem Mund entfernen, Wasser trinken und den Arzt anrufen. Das Schweizerische Toxikologische Informationszentrum - Notfallnummer 145 (24 h) - steht ebenfalls jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung. Die Liste rechts enthält einen Teil der häufigsten Pflanzen, die in der Schweiz schwere oder tödlich verlaufende Vergiftungen verursachten oder zu schweren Hautschädigungen führten.

Die wichtigsten giftigen Garten- und Wildpflanzen
Diese Liste enthält die häufigsten Pflanzen, die in der Schweiz schwere oder tödlich verlaufende Vergiftungen verursachten oder zu schweren Hautschädigungen führten.


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Kidy swissfamily: April /2011

Quelle/Text: Christina Bösiger Bilder: Verlag A. Vogel / Shutterstock


Frau Dr. Christine Rauber-Lüthy, Leitende Ärztin am Toxikologischen Informationszentrum in Zürich, sagt, was es im Falle von Vergiftungssymptomen zu tun gilt

 

 

 

 

«Sind schon schwere Vergiftungssymptome, wie zum Beispiel Bewusstlosigkeit oder epileptische Krampfanfälle vorhanden, soll immer die Ambulanz gerufen werden (Tel. 144). Geht es dem Kind noch gut oder hat es leichte Vergiftungssymptome wie Bauchweh oder Übelkeit, dann sollen die Pflanzenresten aus dem Mund entfernt werden und es soll  schluckweise Flüssigkeit (Wasser, Tee, keinesfalls Milch, da sie die Giftaufnahme begünstigt) verabreicht werden. Das Reinigen von Hautpartien und Ausspülen der Augen mit fliessendem Wasser sind ebenfalls wichtige Erste-Hilfe-Massnahmen. Alle weiteren eilfertigen und  unbedachten Behandlungsversuche können eine unnötige gesundheitliche Gefährdung bei Kindern und Erwachsenen verursachen. Selbst vermeintlich harmlose Massnahmen wie Erbrechen auslösen kann bedenkliche Folgen haben, wenn das Erbrochene in die Lunge verschluckt wird. Ausserdem ist mit dem Finger oder Löffelstiel ausgelöstes Erbrechen sowieso uneffektiv und Kinder dürfen auf keinen Fall mit Salzwasser zum Erbrechen gebracht werden, da dadurch ebenfalls eine Vergiftung auftreten kann! Als weitere Massnahme kommt bei vielen Pflanzenvergiftungen die Gabe von Medizinalkohle hinzu. Dies soll aber nur nach Absprache mit einem Arzt oder dem Giftinformationszentrum erfolgen. Da der Laie in der Regel die aufgenommene Pflanze nicht ausreichend bestimmen kann bzw. ihre Giftigkeit nicht genügend kennt, sollte in jedem Fall ein Arzt oder das Giftinformationszentrum über das weitere Vorgehen befragt werden. Keine Pflanzenteile wegwerfen. Gleiches gilt evtl. für bereits Erbrochenes, in dem sich aufgenommene Pflanzenteile, z.B. Beeren, befinden können. Selbst die giftigste aufgenommene Pflanze kann bei rechtzeitiger ärztlicher Hilfe viel an Gefahr verlieren! Also gilt in jedem Fall, schnell handeln verhindert Schlimmeres!»

Notfall-Nummer: 145 (24 h)

Weitere Informationen: