100 Jahre Internationaler Tag der Frau

UNICEF: Frauen und Mädchen können nicht noch einmal hundert Jahre auf eine Verbesserung ihrer Situation warten.
Zürich, 8. März 2011 - Weltweit sind Frauen Gewalt, Menschenhandel und Gesundheitsrisiken ausgesetzt, dies bereits im Mädchenalter. Insbesondere Mädchen brauchen deshalb Schutz und Unterstützung. Auch in Form von gezielten Investitionen.

UNICEF Schweiz nimmt den 100. Geburtstag des «Internationalen Tag der Frau» zum Anlass, auf die schwierige Lage vieler Mädchen im Alter zwischen 10 und 19 Jahren weltweit hinzuweisen: Aufgrund der aktuellen Erhebung im Unicef «State of the World's Children» tragen Mädchen ein grösseres Risiko, an Mangelernährung zu leiden als Buben. Nach wie vor werden weltweit schätzungsweise drei Millionen Mädchen genital verstümmelt. Jede dritte Frau in den Entwicklungsländern heiratet vor ihrem 18. Geburtstag, viele davon bereits sehr jung, viele unter Zwang. Frühe Schwangerschaften stellen ein zusätzliches Gesundheitsrisiko dar. Ein Drittel aller Neuansteckungen mit HIV betreffen Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren, wobei junge Frauen in vielen Regionen davon deutlich stärker betroffen sind als junge Männer.

150 Millionen Kinder zwischen 5 und 14 Jahren sind von Kinderarbeit betroffen. Mädchen werden dabei vorwiegend in Haushalten beschäftigt, was sie dem Risiko von Gewalt und/oder Missbrauch aussetzt. Jugendliche sind weltweit dreimal häufiger arbeitslos als Erwachsene. Vor diesem Hintergrund ist es besonders bedenklich, dass unter den fast 50 Prozent aller Jugendlichen, die keine Sekundarschule besuchen, Mädchen anteilsmässig stärker vertreten sind.

UNICEF befürchtet, dass sich die weltweiten Probleme von Jugendlichen - und besonders der weiblichen Jugendlichen - im kommenden Jahrzehnt weiter verschärfen werden. Gründe dafür sind die Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, der Klimawandel, die zunehmende Migration und Verstädterung sowie die wachsende Zahl von Konflikten und humanitären Krisen.

UNICEF Schweiz setzt sich seit Jahren weltweit für Mädchen ein. Im Gesundheitsbereich tut sie dies beispielsweise durch die Finanzierung und Unterstützung von Programmen zur Überwindung von Mädchenbeschneidung, im Bildungsbereich durch das in verschiedenen Ländern umgesetzte Konzept «Kinderfreundliche Schulen», das Mädchen den Schulbesuch auch nach dem Eintritt in die Pubertät ermöglicht und sie zum Besuch der Sekundarschule motiviert.

Mehr Informationen