Kinderschutz Schweiz engagiert sich in der Prävention
Verunsicherung ist ein schlechter Ratgeber. Sie schwächt das Selbstvertrauen und macht gerade Kinder zu leichten Opfern. Besonders, wenn es um sexuelle Gewalt geht.
Nachmittags trifft sie sich am liebsten mit ihrem Kollegen Marco auf dem Spielplatz. Marco ist schon 14 Jahre alt. Letzte Woche haben sie «verliebt» gespielt. Karin mochte es gar nicht, wie Marco sie bei diesem Spiel anfasste. Anschliessend sagte er zu ihr: «So was spiel ich nur mit dir, weil ich dich so gerne mag. Das ist unser Geheimnis.» Marco betonte, sie dürfe nichts weitererzählen. Karin aber fühlt sich gar nicht wohl dabei.
Mirkos Tante kommt aus Dänemark zu Besuch. Der Neunjährige freut sich schon sehr. Allerdings hat er ein Problem: Die Eltern erwarten von ihm, dass er seine Tante zur Begrüssung umarmt und küsst. Die aber küsst so nass. Mirko findet das eklig. Darf er «Nein» sagen?
Wenn Kinder sollen, was sie eigentlich nicht wollen, geraten sie in argen Konflikt. Sie wollen gefallen, keine Petze sein, den Eltern, Freunden und Bekannten nicht widersprechen, gleichzeitig aber sagt ihnen ihr Gefühl, dass etwas, so wie es ist und so, wie es die anderen gerne hätten, für sie nicht stimmt. Verunsicherung aber ist ein schlechter Ratgeber. Sie schwächt das Selbstvertrauen und macht gerade Kinder zu leichten Opfern. Besonders, wenn es um sexuelle Gewalt geht ein Thema, das erschreckend viele Kinder betrifft. Auch in der Schweiz. Verunsichert sind aber auch die Erwachsenen. Eltern wollen ihre Kinder schützen, Lehrpersonen für Aufklärung sorgen, doch wie ein solches Thema ansprechen, ohne die Kinder unnötig zu belasten?
Eltern müssen wissen: So unterstützte ich mein Kind
Kinderschutz Schweiz bietet hier Unterstützung. Im Rahmen seiner dreijährigen natio-nalen Kampagne «Keine sexuelle Gewalt an Kindern!» geht der Verein mit einem Prä-ventionsprojekt an Schweizer Schulen. «Mein Körper gehört mir!» heisst der Titel des interaktiven Kinderparcours, den Primarschulen bei Kinderschutz anmieten können. In Bern und Baselland wurde der Parcours bereits erfolgreich erprobt. Weitere Projekte sind in vielen Kantonen am Entstehen. Vor kurzem erst konnte Kinderschutz Schweiz einen Fonds einrichten, mit dem Schulen bei der Finanzierung unterstützt werden.
Fachpersonen begleiten Buben und Mädchen spielerisch durch sechs Mit-Mach-Stationen, an denen sie kindgerecht erfahren, dass es gute und schlechte Geheimnisse gibt, dass es wichtig ist, seinen Körper zu kennen, um klar zu sagen, was man mag und was nicht. Sie lernen «Nein» zu sagen und auf ihr Gefühl zu hören. «Wir wollen das Selbstbewusstsein der Kinder stärken, ihre Abwehrstrategien ausbauen und das schon in frühen Jahren,» sagt Andrea Burgener, Präsidentin von Kinderschutz Schweiz. Kinder sollen wissen: «Mein Körper gehört mir!»
Soll Prävention langfristig wirksam sein, sind Bezugspersonen wichtig, die für die Problematik sexueller Gewalt sensibilisiert sind. Deshalb ist die Weiterbildung von Lehrpersonen und eine Elterninformation ein wichtiger Teil des Parcourskonzepts.
Kinderschutz Schweiz klärt Eltern auf, wie sie ihre Kinder im Alltag darin unterstützen können, zu starken Kindern zu werden. Eine Website für die Rechte der Kinder: kinderschutz.ch/parcours
Kinderschutz Schweiz setzt sich seit Jahren erfolgreich für die Rechte von Kindern und gegen jede Gewalt an Kindern ein. Nicht nur mit Präventionsprojekten sondern auch durch politische Lobbyarbeit, durch Beratung, Öffentlichkeitsarbeit und im Rahmen seiner Fachstelle gegen Kinderprostitution, Kinderhandel und Kinderpornografie.
Auf seiner Website kinderschutz.ch finden Interessierte Neuigkeiten zu Kinderschutz-Themen, Tipps, Downloads, Medienmitteilungen, Links und
aktuelle Veranstaltungshinweise.
Quelle/Text: Kinderschutz Schweiz
Verwandte Adressen
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- Pianohaus Schoekle AG8800 Thalwil
- Stoffler Musik AG4051 Basel
- Musikschule Uri6460 Altdorf
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