Erfolgreich stillen
Auch wenn das Stillen etwas Natürliches ist, so ist es doch etwas, was gelernt werden muss und es kann sein, dass Sie und Ihr Baby etwas Zeit und Übung brauchen. Mit zunehmender Übung wird das Stillen immer einfacher und angenehmer.
Die folgenden Tipps können Ihnen helfen Stillprobleme zu vermeiden. Denken Sie aber bitte immer daran: Diese Hinweise können niemals die Betreuung durch eine Fachkraft ersetzen und decken auch nicht alle Situationen ab, die möglicherweise eintreten können. Zögern Sie nicht, sich an Ihre Stillberaterin zu wenden, wenn Sie Stillprobleme oder weitergehende Fragen haben.Stillpositionen
Korrektes Anlegen ist der Schlüssel für das erfolgreiche Stillen. Eine gute Stillhaltung unterstützt Ihr Baby beim richtigen Erfassen der Brust und ein gutes Erfassen der Brust trägt dazu bei, dass Ihr Baby effizient saugt und beugt zudem wunden Brustwarzen vor.
Die Hauptursache für wunde Brustwarzen ist eine falsche Anlegetechnik des Babys an der Brust! Sie können Ihr Baby in verschiedenen Positionen anlegen. Am weitesten verbreitet ist das Stillen im Liegen oder im Sitzen. Vor allem in den allerersten Tagen und während der Nacht ist das Stillen im Liegen sehr entspannend.
Welche Stillposition Sie auch wählen, wichtig ist, dass Sie und Ihr Baby sie als bequem empfinden, und dass Ihr Baby freien Zugang zur Brust hat. Ihr Rücken und Ihre Arme und eventuell auch Ihre Füsse sollten gut abgestützt sein. Und denken Sie immer daran: Bringen Sie das Baby zur Brust und nicht die Brust zum Baby!
Ob Ihr Baby gut angelegt ist, erkennen Sie daran, dass sein Hals gerade oder leicht zurückgebeugt ist, sein ganzer Körper Ihnen zugewandt liegt ("Bauch an Bauch"), es eng an Sie geschmiegt und gut abgestützt ist. Der Kopf, die Schulter und der Körper Ihres Babys sollten eine gerade Linie bilden. Ihr Baby sollte die Brust erfassen können, ohne sich strecken oder drehen zu müssen.
Anlegen an der Brust
Um zu vermeiden, dass die Brustwarzen verletzt werden und sicher zu stellen, dass Ihr Baby genügend Milch erhält, muss es die Brust korrekt erfassen. Bringen Sie das Baby nahe an Ihre Brust und berühren Sie seine Unterlippe mit Ihrer Brustwarze. Sobald es seinen Mund weit öffnet, ziehen Sie es schnell nahe an sich heran, damit es die Brust erfasst. Ihre Brustwarze sollte in Richtung des Gaumendachs Ihres Babys weisen. Ob Ihr Baby gut an der Brust angelegt ist, erkennen Sie an den folgenden Anzeichen:
- Das Kinn und häufig auch die Nase des Babys berühren die Brust
- Sein Mund ist weit geöffnet und es hat den "Mund voll Brust"
- Seine Lippen sind nach aussen gestülpt
- Sie können oberhalb seines Mundes mehr vom Brustwarzenhof sehen als unterhalb des Mundes
- Es tut Ihnen nichts weh
Ein effizient saugendes Baby beginnt mit kurzen Saugbewegungen, die zu langen tiefen Saugbewegungen mit Pausen übergehen. Sie können sehen und hören, dass Ihr Baby schluckt.
Stillen sollte keine Schmerzen bereiten. Eine gewisse Empfindlichkeit der Brustwarze während der allerersten Tage ist allerdings normal. Wunde, blutende oder rissige Brustwarzen sind jedoch nicht normal und sollten von Ihrer Stillberaterin oder einer Ärztin/einem Arzt kontrolliert werden.
Gewichtskontrolle des Babys
Viele Mütter fürchten, "nicht genug Milch zu haben." Doch in den meisten Fällen ist diese Angst unbegründet. Stillexperten sehen die folgenden Anzeichen als Beweis dafür an, dass Ihr Baby genügend Milch erhält:
- Sechs bis acht nasse Stoffwindeln (fünf bis sechs Wegwerfwindeln) pro Tag (24 Stunden) am dritten oder vierten Tag sobald die Milch einschiesst.
- Mindestens zwei bis fünf Darmentleerungen innerhalb von 24 Stunden während der ersten Monate. Allerdings haben manche Babys ab etwa sechs Wochen seltener, dafür aber mehr Stuhlgang in der Windel.
- Das Baby trinkt häufig, durchschnittlich 6 - 10 mal in 24 Stunden an der Brust.
- Das Baby schluckt hörbar beim Stillen.
- Nach dem vierten Lebenstag sollte das Baby mindestens 120 bis 210 g pro Woche zunehmen.
- Das Baby ist wach und aktiv und sieht gesund aus. Es hat eine normale Hautfarbe, eine straffe Haut, es wächst in der Länge und der Kopfumfang nimmt zu.
Stillrhythmus
Es ist am besten, ein Baby nach Bedarf zu stillen und alles zu vergessen, was Sie je über das Stillen nach Plan gehört haben. Die meisten gesunden, voll ausgetragenen Babys wissen selbst am besten, wann, wie lange und wie viel sie an der Brust trinken müssen. Sie können davon ausgehen, dass Ihr Baby mindestens sechs bis acht Mal in 24 Stunden gestillt werden will. Stillen Sie Ihr Baby so oft und so lange es will, auch in der Nacht. Wenn Ihr Baby älter und reifer wird, kann die Zahl der Stillmahlzeiten geringer werden.
Vor allem junge Säuglinge neigen zu einem Verhalten, das Clusterfeeding genannt wird. Das heisst, das Baby trinkt zu bestimmten Zeiten häufig und sehr viel seltener zu anderen Zeiten. Klassischerweise treten die Clusterfeeding-Episoden am späten Nachmittag oder frühen Abend auf. Clusterfeeding ist kein Hinweis auf zu wenig Milch, sondern ist ein wirklich weit verbreitetes Stillverhalten bei kleinen Babys.
Clusterfeeding sollte nicht mit Wachstumsschüben verwechselt werden. Will Ihr Baby plötzlich deutlich häufiger an die Brust, wird dies Wachstumsschub genannt. Wachstumsschübe sind typischerweise im Alter von zwei bis drei Wochen, sechs Wochen und drei Monaten zu erwarten. Legen Sie Ihr Baby einfach für ein paar Tage häufiger an, und das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wird sich wieder einstellen.
Quelle/Text: medela.ch
Verwandte Adressen
- Verband Tagesfamilien Ostschweiz VTO, Franziska Witschi-looser
- Fachstelle Kinder und Familien Aargau5400 Baden
- Praxis für psych. Beratung & Coaching ILP4143 Dornach
- Susanne Galliker4106 Therwil
- Herta Vielle1926 Fully
8733 Eschenbach
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