Anatomie der laktierenden Brust
Es ist für stillende Mütter hilfreich, die Strukturen der Brust und den Prozess der Milchbildung zu kennen - zum Wohl ihrer eigenen Gesundheit und derjenigen ihrer Säuglinge.

Die Brust besteht aus:
- Milchproduzierendem Drüsengewebe
- Milchgängen, welche die Milch vom Drüsengewebe zur Brustwarze transportieren
- Bindegewebe (Coopersche Ligamente), welches die Brust stützt
- Fettgewebe (Zwischendrüsen-Fettgewebe, Subkutanes Fettgewebe und Retromammäres Fettgewebe)
Die Grösse der Brust steht nicht in Beziehung zu ihrer Fähigkeit, genügend Milch zu produzieren. Frauen mit kleinen Brüsten produzieren nicht weniger Milch als Mütter mit grossen Brüsten.
Ihre Brüste bereiten sich während den Monaten der Schwangerschaft darauf vor, das Baby zu ernähren. Die Blutzufuhr zu den Brüsten nimmt zu, und dies ist der Grund dafür, dass die Venen dunkler und sichtbarer werden. Die Montgomery`schen Drüsen vergrössern sich und sondern eine ölige Substanz ab, welche die Haut einölt und anti-infektiöse Eigenschaften hat. Sie können feststellen, dass Ihre Warzenhöfe dunkler werden und dass Ihre Brustwarzen eventuell stärker hervortreten.
Die erste Produktion von Kolostrum beginnt während des zweiten Trimesters Ihrer Schwangerschaft. Ob Kolostrum vor der Geburt austritt oder nicht, erlaubt keine Vorhersage wie erfolgreich Sie beim Stillen sein werden. Die Ausstossung der Placenta signalisiert dem Körper, mit der Produktion von reifer Milch zu beginnen. Zu diesem Zeitpunkt folgt die Milchproduktion noch nicht einem Zyklus von Angebot und Nachfrage, sondern ist hormonell gesteuert. Trotzdem wird empfohlen, von Anfang an häufig und ohne Einschränkungen zu stillen.
Zwei bis vier Tage nach der Geburt Ihres Babys nimmt die Menge der von Ihnen produzierten Milch schnell zu, und von nun an wird die Menge der produzierten Milch dadurch bestimmt, wie oft Ihr Baby gestillt wird und wie effizient die Milch aus Ihren Brüsten entleert wird. Je öfter sie das Baby an die Brust legen, desto mehr regt es die Produktion von noch mehr Milch an. Dieses Phänomen wird Angebot - und - Nachfrage - Regelung genannt.
Medela veröffentlichte vor kurzem die Resultate von Forschungsarbeiten, welche 160-jährige überlieferte Weisheiten über die weibliche Brust umstossen. Daraus ergeben sich für Frauen wichtige Schlussfolgerungen.
Was hat sich geändert?
- Die Milchgänge verzweigen sich näher bei der Brustwarze
- Die üblicherweise beschriebenen Milchseen existieren nicht
- Drüsengewebe befindet sich näher an den Brustwarze
- Am Ansatz der Brustwarze befindet sich nur minimales Unterhautfettgewebe
Wegen der ungleichmässigen Verteilung der Milchdrüsen, des Fehlens der Milchseen und wegen der hohen Variabilität in der Anzahl der Milchdrüsengänge, müssen Mütter ihre eigenen, spezifischen anatomischen Eigenheiten berücksichtigen, wenn sie während des Stillens oder des Ausstreichens von Hand, ihre Brüste mit den Händen unterstützen wollen. Die Untersuchungen zeigen auch, dass eine schnelle Ausstossung von Milch wichtig für eine effiziente Gewinnung von Milch ist, und dass die Wahl der richtigen Grösse der Brusthaube ausserordentlich wichtig ist.
Quelle/Text: medela.ch
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