Der grüne Haushalt
Energiesparen ist keine Hexerei. Es geht los beim Kauf von Geräten und endet beim Alltag. Wir zeigen auf, wie man beim Waschen und Kochen, beim Kühlen und Spülen, am PC oder beim Musikhören Energie sparen kann.
Energiesparen ist zwar «in». So könnte man jedenfalls meinen. Fakt ist jedoch, dass der Stromverbrauch in der Schweiz im Jahr 2008 einen Rekordwert erreichte. Die Wirtschaftskrise und die Witterung haben den Stromverbrauch im letzten Jahr dann wieder um zwei Prozent sinken lassen. In der Schweiz verbraucht ein Haushalt im Mittel für das Heizen am meisten Energie, nämlich etwa 12000 Kilowattstunden pro Jahr (KWh). Für Warmwasser und für die elektrischen Geräte werden etwa 3000 KWh jährlich verbraucht. Mindestens ein Viertel des gesamten Energieverbrauchs verwendet ein durchschnittlicher Haushalt für die elektrische Energie. Dabei ist gerade hier das Sparpotenzial gross, und wie die Beispiele zeigen, auch ohne Komforteinbussen. So gibt es heute sparsame Haushalts- und Elektrogeräte, und durch denkbar einfache Massnahmen im Alltag und einige Verhaltensänderungen kann man recht viel bewirken.
Augen auf beim Kauf
Beim Kauf eines Gerätes sollte man auf die Energieetikette achten, hier lohnt sich der Vergleich von Preis und Energieverbrauch. Bei Elektrogeräten werden immer noch Stromfresser angeboten, die gegenüber einem stromsparenden Gerät bis zu 80 Prozent mehr Energie brauchen. Die Energieetikette informiert über die Energieeffizienz von Geräten. Nicht nur der Kaufpreis schlägt aufs Budget, sondern auch die langfristig anfallenden Kosten für den Betrieb. Anhand der Energieetikette erkennt jeder und jede, zu welcher Energieklasse ein Gerät gehört, die Einteilung reicht von energetisch am besten (niedriger Verbrauch A) bis zum wahren «Energiefresser» (G).
Der Einfluss der Effizienzklasse auf die Stromkosten ist nicht zu unterschätzen: So verbraucht ein Kühl- und Gefriergerät der Klasse B rund doppelt so viel Energie wie eine Gerät der Klasse A++. Die höheren Anschaffungskosten machen sich demnach langfristig bezahlt: Betrachtet man die Lebensdauer der Geräte - man rechnet mit 15 Jahren Nutzung -, lassen sich pro Gerät meist einige Hundert Franken jährlich einsparen. Bei einigen Geräten pro Haushalt rechnet sich das schnell einmal. Das Bundesamt für Energie (BFE) stellt Merkblätter zur Energieetikette für Haushaltsgeräte und Beleuchtung zur Verfügung, man kann sie gratis herunterladen. Die dort aufgeführten Berechnungsbeispiele zeigen auf, wie viel Geld man auf lange Sicht einsparen kann.
Waschen und trocknen
Eine Waschmaschine, die das kalte Wasser erst erwärmen muss, braucht allein dafür den meisten Strom. Wer über eine Waschmaschine mit Warmwasseranschluss verfügt, kann den Stromverbrauch bereits so schon um zwei Drittel reduzieren. Empfehlenswert ist dies aber nur, wenn das Wasser mit der Energie von Sonne oder Holz, einer Wärmepumpe oder einer modernen Zentralheizung aufgeheizt wird.
Bei Waschmaschinen gibt es bei der Energieetikette gleich eine dreifache Auszeichnung: für den Energieverbrauch, die Waschwirkung und die Schleuderleistung. Eine gute Schleuderleistung ist besonders dann wichtig, wenn die Wäsche maschinell getrocknet wird, da eine geringe Restfeuchte den hohen Stromverbrauch fürs Trocknen senkt. Wird die Wäsche in einer Waschmaschine der Schleuderwirkungsklasse A anstatt G geschleudert, so halbieren sich bei maschinellem Trocknen Energieverbrauch und Betriebskosten. Dies lohnt sich, denn ein Wäschetrockner verbraucht zwei- bis dreimal so viel Strom, wie man vorher für das Waschen benötigte. Empfehlenswert sind vor allem beim Tumbler Geräte der Energieklasse A.
Einen Nachteil haben allerdings die Sparprogramme bei manchen Geschirrspül- und Waschmaschinen. So schreibt der K-Tipp in einer Ausgabe von «Haus & Garten» (Ausgabe 2/10), dass die sparsamen Programme bei Waschmaschinen mehr als zwei Stunden, einige gar glatte vier Stunden dauern können. Eine wahre «Zumutung in jeder Gemeinschaftsküche» und wenig praktikabel.
Kühlen und gefrieren
Beim Kühlen und Gefrieren ist das Sparpotenzial ebenfalls gross. Hier lohnt es sich besonders, ein Gerät der Energieklasse A++ oder A+ zu wählen. Denn ein Gerät der Klasse B verbraucht rund doppelt so viel Energie wie ein Gerät der A++ - Klasse.
Die Tendenz geht zunehmend in Richtung grosser Geräte, die mehr Strom verbrauchen. Als Richtwert gilt nach wie vor: ca. 50 Liter Volumen pro Person, bei Gartenernte rechnet man mit rund 100 Liter pro Person. Andererseits weisen sehr kleine Geräte, das heisst Gefriertruhen unter 150 Liter und Kühlschränke unter 100 Liter, hohe Verbrauchskennwerte auf, da hier aus Platzgründen die Isolationsstärken reduziert sind.
Eine Kombination von Kühl- und Gefrierschrank ist nicht immer zu empfehlen. Falls man bereits ein separates Gefriergerät besitzt, ist es besser, man kauft einen erstklassigen Kühlschrank ohne Gefrierfach. Denn diese benötigen nur halb so viel Strom wie Geräte gleicher Grösse mit einem Gefrierfach. Beim Einfrieren sind Truhen den Gefrierschränken vorzuziehen, da diese etwa zehn Prozent weniger Strom benötigen.
Kochen und backen
Der Elektroherd ist ein wahrer Stromfresser. Alter-nativ sind moderne Induktionsherde, die zwischen 30 bis 50 Prozent weniger Energie benötigen als herkömmliche Kochfelder (Glaskeramik- und Gusskochplatten). Induktionskochherde sind heute bereits wesentlich günstiger als noch vor einigen -Jahren, da sie zunehmend zum Standard gehören.
Energetisch ist das Kochen mit Gas am besten. Wer Schnellkochtöpfe verwendet und auch beim Backen die Nachwärme nutzt, kann ebenfalls etwas an Energie sparen. Heutige Backöfen gehören durchweg zur Energieklasse A.
Geschirrspüler
Auch hier gilt das Gleiche wie bei der Waschmaschine: Es lohnt sich, das Gerät an den Warmwasseranschluss anzuhängen, zudem sollte man die Maschine stets gut füllen und bei geringer Verschmutzung das Programm mit der tiefsten Temperatur wählen. Aus ökologischer Sicht lohnt es sich, mit einem modernen Geschirrspüler abzuwaschen statt von Hand, dies gilt schon ab einem Drei-Personen-Haushalt. Beim Kauf sollte man auf «Triple-A-Geräte» (AAA) achten, die neben geringem Energie- und -Wasserverbrauch noch eine vorbildliche Reinigungs- und Trocknungswirkung aufweisen.
Nicht immer unter Strom
Nicht nur bei der Anschaffung von Geräten sollte man sich beraten lassen. Unser Verhalten im Alltag beeinflusst unseren Energieverbrauch wesentlich. Ein Knackpunkt ist der sogenannte «Standby-Modus»: Gemäss Modellrechnungen verbrauchen Elektrogeräte im Standby-Modus (Leerlauf) pro Jahr rund 400 KWh Strom pro Haushalt. Dies könnte durch einfache Massnahmen zu einem grossen Teil eingespart werden. Ob Fernseher, Computer, DVD, HiFi-Anlage, Drucker, Radiowecker oder Kaffeemaschine und Lampen - mittels einer Zeitschaltuhr und abschaltbaren Steckdosenleisten werden die heimlichen Stromfresser ganz ausgeschaltet. Set-Top-Boxen für digitales Fernsehen verbrauchen ebenfalls im Bereitschaftmodus ständig Strom. Ladegeräte, etwa für Handys und MP3-Player, sollte man auch nur ein-stecken, wenn man sie braucht.
Die Einsparung ist mitunter gross, denn manche Geräte fressen im Standby-Modus bis zu 70 Prozent der Strommenge, die sie im Normalbetrieb benötigen. Das Gleiche gilt für Computer und Laptops, hier liegt der Verbrauch bei einigen bis zehn Prozent des Normalverbrauches. Wer sparen will, schaltet konsequent bei längeren Pausen ganz ab.
Seine Gewohnheiten ändern
Sparsame Technik ist das eine - wichtig ist ausserdem, sein eigenes Verhalten zu überprüfen und vielleicht die eine oder andere lieb gewonnene aber unnötige Gewohnheit zu ändern. Ohne Komfortverlust lässt sich einiges an Strom sparen. Das gilt für die ganze Familie, und gerade Kinder und Jugendliche können sich durchaus an neue Regeln gewöhnen. Wir geben einige Tipps weiter, die wir von Peter Waltenspühl, Marketingleiter bei Bruno Piatti AG, erfahren haben.
Was beachten beim Kühlen?
Der Kühlschrank ist ein grosser Energiefresser, da er Tag und Nacht läuft. Wichtig ist, dass man die Türe stets nur kurz öffnet und nicht länger offen lässt. Die Umgebungstemperatur beeinflusst den Energieverbrauch mit, deshalb ist es ratsam, Kühl- und Gefrierschrank in einen kühlen Raum zu stellen, beispielsweise in den Keller. Ein kleinerer Kühlschrank in der Küche und im Keller ein Tiefkühler ist eine Variante, die hilft, Energie zu sparen. Grundsätzlich gilt: Je grösser der Kühlschrank, desto höher der Energieverbrauch.
Dampfabzug an, Fenster auf
Beim Kochen und Braten sollte man den Dampfabzug nur kurz auf der höchsten Stufe einschalten, etwa nur dann, wenn man Fleisch anbrät. Beim Kochen reicht die kleinste Stufe meist aus. Die heutigen Abzugshauben sind sehr leistungsfähig, sie ziehen pro Stunde über 600 Kubikmeter Luft an. Das ist zwar für die Köchin oder den Bäcker erfreulich, allerdings bedeutet das auch, dass vor allem in den Heizperioden die mit Energieaufwand erwärmte Innenraumluft nach aussen geführt wird. Deshalb der Rat: Wenn immer möglich, gleichzeitig mit dem Anstellen des Dampfabzugs auch das Küchenfenster öffnen, damit mehr Aussenluft angezogen wird.
Kaltes Wasser verwenden
Vor allem in der Küche braucht man oft und kurzzeitig kaltes Wasser, etwa beim Tellerabspülen, Wasserauffüllen, Lappenreinigen. Steht dabei der Wasserhahn auf der mittleren Position, wird bei jedem Aufdrehen vom Boiler warmes Wasser angezogen. Das Wasser kommt allerdings bei diesem kurzfristigen Aufdrehen nie warm an, sondern bleibt in der Leitung liegen und kühlt sich dort wieder ab. Unnötigerweise und ohne Absicht wird also Wasser erwärmt.
Mehr Infos:
Energy Box
Top Ten
Energie-Antworten
WWF Schweiz
Kidy swissfamily: Oktober/2010
Quelle/Text: Lioba Schneemann
Verwandte Adressen
- Tierheim Pfötli und Tierrettungsdienst
- Tierambulanz Tierheim Olten4612 Wangen bei Olten
- Katzenhaus des Tierschutzbund Basel4053 Basel
- Tierschutzverein Linth8730 Uznach
- Tierschutzverein Frutigen3723 Kiental
8185 Winkel
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