Frage: Piercing
Unsere 13-jährige Tochter möchte sich ein Zungenpiercing machen lassen. Können Sie uns sagen, ob dies tatsächlich ungefährlich ist?
Antwort: Piercings und Tattoos gelten heute unter jungen Leuten als absolut "in". Bevor man sich allerdings für einen solchen Schmuck entscheidet, sollten einige Punkte bedacht werden. Beim Piercen wird die intakte Haut und darunterliegendes Gewebe (je nach Ort Knorpel, Muskulatur oder Fettgewebe) durchstochen. Dies verursacht Schmerzen und Blutungen. Frische Piercings sind Wunden, welche man entsprechend sorgfältig pflegen muss. Anfangs sollten sie steril abgedeckt und täglich desinfiziert werden. Trotzdem kann es zu Infektionen kommen, welche sich durch starke Rötung, Schwellung und Schmerzen äussern. In diesem Fall sollte unbedingt eine Ärztin aufgesucht werden. Bei unsteriler Arbeitsweise können Hepatitis-B, Hepatitis-C und HIV-Erreger übertragen werden. Achten Sie deshalb bei der Wahl des Piercingstudios auf die fachliche Qualifikation und auf die hygienischen Bedingungen. Die Haut muss vor dem Piercen gründlich desinfiziert werden, es dürfen nur sterilisierte oder Einmal-Instrumente verwendet werden, welche vor Ihren Augen ausgepackt werden. Zum Piercen sollten Einmalnadeln verwendet werden; Pistolen sind in der Regel nicht geeignet, weil sie die Haut zu sehr quetschen. Der Piercer sollte vor Beginn die Hände waschen und desinfizieren und danach sterile Einmalhandschuhe anziehen. Achten Sie darauf, dass der Raum sehr sauber ist. Insbesondere die Arbeitsflächen und der Behandlungsstuhl sollten blitzsauber sein. Somit versteht sich von selbst, dass Piercing-Aktionen an Parties und in Discos auf jeden Fall zu meiden sind.
Zum Piercing gehört ein ausführliches Vorgespräch über frühere Erkrankungen und Allergien, über die Nachbehandlung sowie die möglichen Risiken. Wenn diese Bedingungen nicht erfüllt sind, sollten Sie das Piercingstudio verlassen.
Vorsichtsmassnahmen:
Schmuck aus Nickel- und Kupferlegierungen kann eine Allergie auslösen. Es sollten nur Stecker bzw. Schmuckstücke aus Reintitan, 750-er Gold oder Platin verwendet werden. Personen, die an Diabetes, Infektions- oder Blutkrankheiten leiden sowie Personen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen, dürfen keine Tattoos oder Body Piercings durchführen lassen. Bei Geschlechtskrankheiten darf kein Intimschmuck gesetzt werden. Wer zu Keloiden (starke Narbenbildung) neigt, sollte auf ein Piercing verzichten.
Komplikationen:
Neben der Infektionsgefahr hat jede Körperstelle ihre eigenen Risiken:
- Zunge: In den ersten Tagen nach dem Piercing können starke Schwellungen und Schmerzen auftreten. Beim Zungen - Piercing wird ein ganzer Muskel durchstochen, des Weiteren wird durch das Sprechen der Piercing ständig bewegt. Wird mit dem Piercing gespielt und schlägt der Stecker immer wieder an die Zähne und das Zahnfleisch, kommt es zu kleinen Absprengungen und Abrieb des Zahnschmelzes, was die Gefahr von Karies erhöht. Es sind auch Fälle von schwersten Zahnfleischschädigungen bekannt. Da das Piercing ständig mit Speichel und Nahrung in Kontakt kommt, besteht eine erhöhte Infektionsgefahr.
- Augenbraue: Piercing im Bereich der Augenbraue kann in seltenen Fällen zu einer Nervenschädigung mit Lidheberschwäche führen. Bei einer Infektion ist ein Übergreifen auf das Auge möglich. Vorsicht ist besonders bei Kontaktlinsenträgern geboten.
- Ohren- und Nase: Es sind Knorpelschädigungen mit gefährlichen Infektionen möglich.
- Brustwarze: Es kann zu einer Schädigung der Milchgänge und damit verbundenen späteren Problemen beim Stillen kommen.
- Bauchnabel: Es besteht eine erhöhte Infektionsgefahr durch Druck und Reibung der Kleidung (Hosenbund).
- Genitale beim Mann: Wenn die Harnröhre gepierct wird, kann es zu Verletzungen der Harnröhre kommen und es besteht die Gefahr von schweren Harnwegsinfektionen.
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Verwandte Adressen
- Dr. Irene Stätzler- Knutti
- Dr. Jean- Robert Panchaud1815 Clarens
- Dr. Ursula Issler6330 Cham
- Dr. François Binkert3013 Bern
- Persönliches Coaching für Ernährung, Bewegung und Sport, Marianne Hebeisen8400 Winterthur
8630 Rüti ZH
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