Einen gesunden Respekt vor Hunden vermitteln
Was tun, wenn auf dem Schulweg plötzlich ein frei laufender Hund auftaucht? Wie verhält man sich, wenn vor einem Geschäft ein Hund angebunden ist? Solche und weitere Fragen werden in einer «Prevent a Bite» Lektion auf spielerische Art behandelt.
«Dort hinten sind die Hunde!» Die 21 Drittklässler drängen sich aufgeregt in die Turnhalle. Ihre Lehrerin weist sie an, sich auf die Matten zu setzen. Getuschel, Gelächter. Der Berner Sennenhund «Cäsar», der Golden Retriever «Welcome» und der Australian Shepherd «Samira» lassen sich von der Hektik nicht anstecken: Sie liegen entspannt neben ihren Besitzern und harren gelassen der Dinge, die da kommen.Zuerst kommt jetzt aber «Wulli Wuff» zum Einsatz. «Das ist ja gar kein richtiger Hund!», ruft ein Junge laut. Er hat Recht: «Wulli Wuff» ist ein als Hund verkleidetes Team-Mitglied. Was auf den ersten Blick bloss der Unterhaltung dient, hat einen weit wichtigeren Hintergrund: «Es gibt Kinder, die grosse Angst vor Hunden haben. Weil "Wulli Wuff" kein richtiger Hund ist, trauen sie sich, bei den verschiedenen Übungen trotzdem mitzumachen», erklärt Moderatorin Marlies Widmer.
Da wäre zum Beispiel die Frage, wie man sich verhält, wenn man bei einem Klassenkameraden zu Besuch ist und dort ein Hund in seinem Körbchen schläft. «Weiss das jemand?», fragt Marlies Widmer in die Runde, und drei Kinder strecken die Hände in die Höhe. «Man darf nicht zum Hund hingehen», sagt ein Mädchen. Marlies Widmer nickt und ergänzt: «Genau - und man macht einen grossen Bogen um den schlafenden Hund. Willst du das mal vorzeigen mit "Wulli Wuff?"»
«Was tut ihr, wenn der Hund nicht schläft, sondern frisst?», «Wie verhält man sich richtig, wenn man auf dem Trotttoir einem Besitzer und seinem angeleinten Hund begegnet?», «Was sollte man machen, wenn plötzlich ein frei laufender Hund auf dem Spielplatz auftaucht?» Marlies Widmer spricht die Kinder immer wieder direkt an, lässt sie das richtige Verhalten mit «Wulli Wuff» sowie mit den richtigen Hunden üben. Zum Schluss dürfen die Kinder die Hunde streicheln. Natürlich auch dies nach Anleitung: «Nämlich erst dann, nachdem man den Besitzer um Erlaubnis gefragt hat.»
Zielgruppe: Kindergärten und Primarschulen
Eine gute Stunde dauert eine «Prevent a Bite» Lektion, die immer von einem Moderator, von «Wulli Wuff» sowie mehreren Hundeführern und ihren Tieren bestritten wird. Das Angebot richtet sich an Kindergärten und Primarschulen. In den Kantonen Bern und Schaffhausen sowie in der Romandie sind seit Langem «Prevent a Bite» Gruppen aktiv. Die Aargauer Gruppe hat sich vor bald zwei Jahren formiert und steht heute unter dem Patronat des Aargauischen Tierschutzvereins ATs. Marlies Widmer, Geschäftsführerin des ATs und gelernte Kindergärtnerin, ist es ein Anliegen, dass nur geprüfte Hunde in die Klassen mitgenommen werden. Das heisst: Interessierte Hundeführer müssen mit ihren Tieren einen Einsatztest bestehen, der von einer Gruppe von spezialisierten Tierärzten abgenommen wird.
Information «Prevent a Bite» Gruppen in der Deutschschweiz
Aargau: preventabite-aargau.ch
Bern: prevent-a-bite.ch
Biel: pab-biel.ch
Zürich: hallohund.ch
Kidy swissfamily: Dezember/2009
Quelle/Text: Ursula Känel Kocher
Verwandte Adressen
- Tierambulanz SOS für Tiere
- Tierpansion Schmidt6402 Merlischachen
- SOS Tierheim6222 Gunzwil-Bäch
- Tierheim und Tierhotel Arche, Stephan Regli7000 Chur
- Tierschutzverein Saanenland3780 Gstaad
4133 Pratteln
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