Flexible Möbel für Kinder

Kinder wachsen rasant. Bevor man sich es versieht, ist das Kinderbett zu klein, die Wickelkommode überflüssig und im Zimmer stapelt sich Spielzeug, das nirgends untergebracht werden kann.
Quelle Bild: Pavel Losevsky
Worauf achten, wenn aus dem Babyzimmer ein Kinderzimmer wird? Kaum ein Raum wird so oft neu- und umgestaltet wie das Kinderzimmer. Kinder wachsen schnell - und mit ihnen die Bedürfnisse an eigenem Raum. Bei der schrittweisen Möblierung, je nach Bedürfnissen und Entwicklungsphasen von Kindern, werden Möbel gekauft, die vielfältig nutzbar und sehr wandlungsfähig sind. Das Zimmer soll schnell und ohne grossen Aufwand verändert werden können. Mütter und Väter legen bei der Neugestaltung der Kinderzimmer oft eine nie gekannte Kreativität an den Tag. Holzkisten, die erst einmal Legos oder Holzbauklötze beinhaltet haben, verwandeln sich zu einem kleinen Bücherregal, aus alten Kindertischen werden Kasperletheater und das alte Gästebett verwandelt sich in ein flippiges Kindersofa. Trotzdem sollten im Kinderzimmer Sicherheit und Stabilität der Produkte an erster Stelle stehen - sei es beim Kauf oder beim selber «Schreinern».

Kindermöbel müssen eine Menge aushalten - oft auch Dinge, die Eltern zwar vielleicht nicht gerne sehen, die aber alle Kinder gerne machen. Zum Beispiel werden aus Betten Trampoline, Tische und Stühle werden gekippt und zu Höhlen und Burgen umfunktioniert.

Besonders wichtige Möbel im Kinderzimmer sind der Schrank, Regale um die Spielsachen zu verstauen, das Bett und ein Pult, wenn das Kind in den Kindergarten bzw. die Schule kommt. Die Auswahl an Kindermöbeln ist so gross wie noch nie. Umso schwerer fällt es, die richtige Linie zu finden. Im Folgenden einige Tipps. 


Claudia Merlotti über Kinderzimmer-Einrichtungen
 
Sie sind Innenarchitektin und Mutter eines dreijährigen Sohnes: Wie sieht Ihr Kinderzimmer aus?
Unser Kinderzimmer ist schlicht eingerichtet. Als Bodenbelag habe ich Laminat gewählt. Der Kleiderschrank ist ein Systembau, er kann jederzeit erweitert oder ergänzt werden. Das Babybett habe ich inzwischen durch ein Kinderbett ersetzt, ich habe ein ganz klassisches Stahlrohrbett gewählt. Eine weisse Kommode mit Schublade dient als Stauraum, eine weisse Wandkonsole dient als Ablage für sämtliche Stofftiere. Ein dunkelgrüner «Le Corbusier»-Stuhl und ein farbiges Kindertischchen mit Stühlen setzen Farbakzente. Kuschelig ist der Teppich Flou in der Farbe Blau und Bär Nunu aus Lammfell, den ich selber kreiert habe. 

Worauf haben Sie beim Möbelkauf geachtet?
Die Möbel sind von guter Qualität und zeitlosem Design. Das Schranksystem ist ausbaubar und der Sesselbezug ist abnehmbar. Der «Le Corbusier»-Stuhl stand ursprünglich bei uns im Wohnzimmer. Das Bett hat einen guten, verstellbaren Lattenrost und lässt sich dank den Rundkufen beim Betten machen leicht verschieben. 

Zum Thema Sicherheit: Gibt es besondere Schutzvorschriften für Kindermöbel z.B. in Bezug auf das verwendete Material, Farben, Lacke etc.?
Heutzutage wird besonders bei Qualitäts- und Designmöbeln darauf geachtet, dass Materialien, Herstellung und auch Recycling möglichst umweltfreundlich sind. Schweizer Hersteller sind in dieser Hinsicht führend.  Gute Möbel sind beschichtet und nicht gespritzt, das verhindert, dass Lackfarbe abblättert. Sehr wichtig ist auch, dass man auf gefährliche Ecken und Kanten achtet, Schubladen sollten sich leicht öffnen und schliessen lassen.

Wohin mit all den Spielsachen und Kleidern?
Es empfiehlt sich, von Anfang an ein gutes Schrank- oder Regalsystem zu wählen, das auch noch nach ein paar Jahren erhältlich ist. So kann man beliebig umbauen, erweitern oder allenfalls reduzieren. 

Oft herrscht Platzmangel im Kinderzimmer. Was sind die wichtigsten Punkte, die man bei der Einrichtung eines kleinen Kinderzimmers beachten sollte?
Das Zimmer sollte mit möglichst wenigen und hellen leichten Möbeln eingerichtet werden. Wandregale schaffen Platz und sollten möglichst hoch montiert werden, so wird der eigentliche Spielraum nicht verkleinert.

Viele Kindermöbel sind sehr bunt - wie verspielt darf ein Kinderzimmer sein?
Für mich sollten Kindermöbel möglichst unifarben sein. Die Spielsachen, Zeichnungen und Bastelarbeiten bringen schon genug Farbe ins Kinderzimmer. Wer es gerne bunt mag, kann mit farbiger Bettwäsche und Teppichen Akzente setzen.

Zur Person
Claudia Merlotti ist selbständige Innenarchitektin und lebt und arbeitet in Zürich. Sie ist Mutter eines dreijährigen Sohnes.

Quelle/Text: Esther Mogicato


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