Probleme mit der Sprache
Bei den meisten Kindern verlaufen diese Prozesse ohne nennenswerte Probleme, was eigentlich erstaunlich ist bei diesen hochkomplexen Prozessen, die in sehr kurzer Zeit ablaufen!
Etwa 5-10% aller Kinder beginnen jedoch nicht wie erwartet zu sprechen. Sie scheinen sich über längere Zeit lieber über andere Kanäle mit der Welt auseinanderzusetzen als über die Sprache. Bis zum Alter von zweieinhalb Jahren kann das auch recht gut funktionieren, spätestens dann aber stossen sie damit an Grenzen. Sie realisieren, dass sie in der Welt draussen nicht mehr automatisch von allen verstanden werden mit ihren Gesten, dem Zeigen und den einzelnen Wörtern. Sie werden wütend und unzufrieden. Häufig werden sie bald in ihrem Verhalten schwierig, je grösser der Unterschied wird zwischen dem, was sie geistig erfassen und verarbeiten können, und dem, was sie über die Sprache erfassen und verstehen können.Wenn die Entwicklung nicht so verläuft wie erwartet, beginnen Mütter und Väter genauer hinzuschauen, machen sich Sorgen und überlegen, was sie anders machen könnten, um dem Kind zu helfen. Es wird versucht, Wörter langsamer auszusprechen, zu wiederholen, besonders deutliche Mundbewegungen beim Sprechen zu machen usw. Die Verunsicherung wächst und wird nicht kleiner, wenn auch noch gute Ratschläge von allen Seiten kommen: «Schau mit ihm mehr Bilderbücher an und erzähl ihm Geschichten! Tut so, als ob ihr nicht verstanden hättet, damit er es richtig sagen muss!» Eltern, bei deren Kindern die Entwicklung nicht wie erwartet verlief, können ein Lied davon singen! Sie haben bereits vieles ausprobiert und festgestellt, dass sich doch kaum etwas verändert, das Kind nur immer schwieriger wird. Bei Kindern, die im Alter von zwei bis drei Jahren nur einzelne Wörter oder im Alter von drei bis vier Jahren in unverständlicher Weise sprechen oder aber sprachliche Äusserungen nur unvollständig verstehen, ist in jedem Fall eine logopädische Abklärung angezeigt. Ziel einer solche Abklärung ist es, zu verstehen, was dem Ausbleiben oder der Störung der Sprache zugrunde liegt. Sehr oft liegen die Schwierigkeiten beim Sprachverständnis. Das Kind hat dann beispielsweise noch gar nicht entdeckt, dass wir, wenn wir von «Löffel», «Teller» oder «Trinken» sprechen, an gleiche oder ähnliche Dinge denken. Dinge, die das Kind zu Hause kennt und, wenn dort davon die Rede ist, auch weiss, was damit zu tun ist. In der fremden Situation ist es dann aber ratlos, sagt einfach ja oder tut, was aus seiner Sicht am Naheliegendsten ist.
Quelle/Text: Dominique Bürki, (Dipl. Logopädin)
Verwandte Adressen
- Spielgruppe Werkstättli
- Spielgruppe Dampflocki4537 Wiedlisbach
- Spielgruppe Hoigümper4310 Rheinfelden
- Conservatoire de Fribourg1763 Granges-Paccot
- Musikschule Bischelsee-Balterswil8362 Balterswil
8810 Horgen
Verwandte Artikel
- Warum braucht es Sexualerziehung?Artikel vom 30.09.2011, 06:17
- Pragmatische Lösung bei Kinderbetreuung gefordertArtikel vom 19.04.2011, 08:52
- Haltung bewahrenArtikel vom 30.07.2010, 12:21
- Fit für die ZukunftArtikel vom 29.07.2010, 07:23
- Wenn Kinder verstummenArtikel vom 29.07.2010, 06:53




