Pastell-Faszination

Nun sind wieder subtile Töne angesagt: Fein abgestimmte Farbharmonien wollen zu neuen gestalterischen Erlebnissen führen. Die zarte Sprache der Pastell- und Regenbogenfarben hat nicht nur in der Mode, sondern auch im Wohnbereich Einzug gehalten.
Ein Hauch von Farbe nur gibt den Ton an, subtile Nuancen, wie im Aquarellfarbkasten gemischt, haben mit Charme und Unaufdringlichkeit auch die Wohnwelt erobert. Zarte Nuancen, die ihre Urfarbe nur noch erahnen lassen und mit ihrer reichhaltigen Palette von fein abgestuften Farbtönen im Spiel mit der Farbe neue Saiten anklingen lassen.

Wer sich von satten Grundfarben nicht unbedingt angesprochen fühlte, hat jetzt gut Lachen. Jetzt kommt Farbe ins Haus, wenn auch höchst dezent und feinsinnig. Als hätten die Entwerfer alle Möglichkeiten der pastosen Aquarellfarben ausgeschöpft, kommen Teller und Tassen, Vasen und Schalen nun im ganzen Farbenspektrum, aber in subtil aufgehellten Farbnuancen daher. Farbtöne wie Rosarot und zartes Pink, Türkisblau und Hellviolett, Zitronengelb und Aqua- oder Pistachegrün. Sie alle eignen sich besonders, um Farbe behutsam zu dosieren, wenn man keine lauten und schon gar keine grellen, sondern leise Töne zu Farbharmonien verschmelzen lassen will. Und es ist ihnen etwas Besonderes eigen: Es lässt sich sozusagen jede Nuance mit einer anderen kombinieren, für jeden Farbton ein Gegenüber finden, das seine Wirkung, wenn auch nur unterschwellig, steigert oder zumindest unterstreicht. Auch das klassische Weiss oder das momentan so trendige helle Grau lassen sich mit Pastellfarben verzaubern. Wählt man einen solch neutralen Untergrund, beispielsweise ein weisses Tischtuch und weisse Servietten, und deckt darauf hellblaues Geschirr, scheint alles wie von einem himmelblauen Schleier überzogen. Auch das Umgekehrte ist möglich: Deckt man zartfarbene Tischwäsche - beispielsweise pinkrosa oder türkisblau - mit weissem Geschirr, legt sich die Farbe des Tischtuchs unmerklich, nur wie ein Hauch, über die Weisse des Geschirrs und taucht dieses in eine irreale Farbe. 

Subtil sind auch die Kombinationsspiele zwischen den verschiedenen Pastellfarben an sich. Ein wasserhelles Orange schliesst mit Pinkrosa einen sensiblen Pakt, was auch mit Türkisblau oder -grün mit hellem Zitronengelb funktioniert. Es ist, als ob die zarten Farben nach solchen Farbspielen rufen, um damit keine augenfälligen, sondern subtile Akzente zu setzen. Akzente, die sich nicht aufdrängen, und gerade in ihrer Unauffälligkeit Gestaltungsqualität aufweisen. Ein Farbprogramm also für alle, welche die subtilen Zeichen zu lesen wissen.

Quelle/Text: Yvonne Tempelmann


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