Ernährungsmythen von A bis Z
Wir alle kennen sie, die vielen überlieferten Weisheiten rund um die Ernährung. Beispielsweise «Knoblauch ist gesund», «Milch stärkt die Knochen» oder «Brot macht dick».
Studien ergaben, dass sich Freizeitsportler schlapper fühlten, wenn sie Apfelsaft mit hohem Fruchtanteil tranken. Wissenschaftler vermuten, dass der hohe Kaliumgehalt im Saft daran schuld ist. Als Alternative empfiehlt sich Mineralwasser. Achtung: Spätestens nach einer bis eineinhalb Stunden braucht der Körper Kohlenhydrate, damit der Blutzuckerspiegel nicht absinkt. Dann liefert zum Beispiel eine Banane, getrocknete Früchte oder verdünnter Apfelsaft schnell neue Energie.
Brot macht dick.
Oft hört man den Satz: «Ich möchte abnehmen und esse kein Brot mehr. Das macht dick.» Das stimmt so nicht. Eine Scheibe Brot etwa 50 Gramm liefert 100 bis 130 Kalorien. Brot macht satt, aber nicht dick. Dick machen kann jedoch, was man aufs Brot streicht oder legt. Generell lautet die Voraussetzung um nicht an Gewicht zuzulegen: Nicht mehr essen, als der Körper brauchen kann. Das gilt beim Brotessen selbstverständlich auch. Vollkornbrot ist besonders förderlich für die Gesundheit: Weil es noch fast sämtliche Bestandteile des Getreidekorns enthält, ist es nähr- und ballaststoffreich und sättigt länger als Weissbrot.
Curry macht schlau.
Die indische Gewürzmischung kann die Gedächtnisleistung deutlich steigern zumindest bei älteren Menschen. Dies berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist. Kurkuma oder Gelbwurz, der Hauptbestandteil des gelben Gewürzes, verhindert die Ablagerung von Eiweissen (Amyloid-Plaques) im Gehirn. Bei Untersuchungen von mehr als Tausend gesunden Asiaten zwischen 60 und 93 Jahren stellten die Forscher fest, dass jene Probanden, die regelmässig Curry assen, eine bessere Gedächtnisleistung aufwiesen als jene, die nie oder selten Curryspeisen zu sich nahmen.
Diäten machen dick.
Wer abnehmen will und eine Diät macht, sollte vor allem einen radikalen, schnellen Gewichtsverlust vermeiden. Der berühmte Jo-Jo-Effekt entsteht dann, wenn schnell Gewicht abgenommen wurde, ohne sich gleichzeitig regelmässig zu bewegen und ohne dass die Ernährung dauerhaft umgestellt wurde. Mit einem Gewichtsverlust sinkt auch der Energiebedarf. Wer nach einer Diät seine alten Gewohnheiten wieder aufnimmt, wird wieder zunehmen. Eine Diät hat also mehr Aussichten auf Erfolg, wenn langfristig auf eine gesunde Ernährung umgestellt wird, die beibehalten werden kann.
Eier erhöhen den Cholesterinspiegel.
Hühnereier haben bei gesunden Menschen wenig Einfluss auf den Cholesterinspiegel. Der Körper produziert selbst Cholesterin, so dass trotz niedrigem Cholesteringehalt im Essen der Blutspiegel steigen kann. Für gesunde Menschen gilt: Vier bis sechs Eier pro Woche sind in Ordnung (Eier in Backwaren mitgerechnet). Wer einen bereits erhöhten Cholesterinspiegel hat, sollte natürlich das Cholesterin im Essen reduzieren. Ein Ei enthält etwa 220 mg Cholesterin.
Fisch ist gesund.
Fisch enthält bis zu 20 Prozent hochwertiges, leicht verdauliches Eiweiss. Er enthält viele Vitamine, insbesondere Vitamin B12 und Vitamin D. Daneben enthält Fisch auch Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kalium, Zink, Fluor, Jod sowie viele gesunde ungesättigte Fettsäuren. Vor allem die Omega-3-Fettsäuren wirken sich positiv auf Herz und Kreislauf aus. Sie können die Blutfette senken und Herzrhythmusstörungen vorbeugen. Besonders viele Omega-3-Fettsäuren enthalten fette Arten wie Aal, Lachs, Hering oder Makrele. Zudem gehört Fisch zu den wenigen, natürlichen Jodquellen. Das Spurenelement ist wichtig für die Gesundheit der Schilddrüse.
Frisches Gemüse ist besser als tiefgekühltes.
Da heute Gemüse meist direkt vom Feld schockgefroren wird, kann Tiefkühlgemüse sogar gesünder sein als frisches, das noch ein paar Tage gelagert wurde. Beim Schockgefrieren bleiben wichtige licht- und luftempfindliche Vitamine erhalten. Tiefkühlgemüse zu essen ist deshalb nicht nur bequem, sondern auch gesund.
Holundersaft ist gesund.
Holundersaft in allen Variationen ist nicht nur ein Genuss, die schwarzen Beeren enthalten viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Regelmässig als Saft genossen, gilt er bei vielen Menschen als wahres Lebenselixier. Der Holundersaft sollte möglichst heiss getrunken werden, denn dann entfalten sich die Wirkstoffe am besten.
Ingwer ist ein Aphrodisiakum.
Die ätherischen Öle des Ingwers -fördern die Durchblutung, was auch die sexuelle Empfindlichkeit steigern kann. Der Koran schreibt, die Knolle fördere die «geschlechtliche Aktivität». Und auch in Indien gilt Ingwer als «heisse Pflanze» und Nahrung des Feuergottes Agni, der nach vedischer Auffassung im Bauch des Menschen wohnt und dort sowohl Verdauung als auch «hitzige Gefühle» reguliert.
Joghurt fördert eine stabile Darmflora.
Joghurt ist gesund und leicht verdaulich. Neben einer geballten Ladung an Kalzium und Magnesium enthält Joghurt wertvolle lebende Milchsäurebakterien. Diese ähneln den «guten» Bakterien in unserem Darm und sorgen damit für den Aufbau einer gesunden und stabilen Darmflora. Und das stärkt unser gesamtes Immunsystem.
Kaffee entwässert.
Lange galt: Die gleiche Menge Kaffee, die konsumiert wird, muss an Wasser «nachgetrunken» werden. Diese Ansicht ist überholt. Das Koffein im Kaffee wirkt zwar nach wie vor entwässernd, jedocht gewöhnt sich der Körper bei regelmässigem Konsum daran. Wer über den Tag ausreichend Flüssigkeit wie z.B. Wasser zu sich nimmt, kann Kaffee bei der Ermittlung der täglichen Flüssigkeitsaufnahme voll mitrechnen. Da Koffein aber noch viele andere Wirkungen auf den Körper hat, sollten nicht mehr als vier Tassen täglich getrunken werden.
Knoblauch schützt vor Herzkrankheiten.
Aktuelle Studien haben bewiesen: Drei bis fünf Zehen täglich senken das Risiko von Herzinfarkt und Arteriosklerose deutlich. Verantwortlich dafür ist die hohe Konzentration des Stoffes Allizin im Knoblauch. Der senkt zudem zu hohen Blutdruck und den Cholesterinspiegel und wirkt damit wie eine Medizin. Die enthaltenen Scordinine haben zudem eine antibakterielle Wirkung, schützen also vor Krankheiten, wie z. B. Erkältungen und Magen-Darm-Erkrankungen. Wegen seiner starken antibakteriellen Wirkung wird Knoblauch auch das «Penizilin des Südens» genannt.
Leitungswasser ist gesund.
Hygienisch betrachtet, sind Leitungswasser und Mineralwasser gleichwertig. Es gibt aber Unterschiede im Gehalt an Mineralstoffen. Wer sich salzarm ernähren möchte oder muss, greift besser zu Leitungswasser oder wählt ein natriumarmes Mineralwasser. Sinnvoll kann der Genuss von Mineralwasser bei allen sein, die keine Milchprodukte vertragen. Mit kalziumreichen Mineralwasser kann bequem ein grosser Teil des täglichen Bedarfs gedeckt werden. Übrigens: Auch Leitungswasser enthält Mineralstoffe die Zusammensetzung Ihres «Hauswassers» können Sie beim zuständigen Wasserversorger erfragen.
Milch stärkt die Knochen.
Milch enthält Kalzium für den Knochenaufbau sowie Phosphor, Eiweiss, Zink, Jod und B-Vitamine alles wichtige Bestandteile für den heranwachsenden Körper. Deshalb sollten Kinder täglich zwei bis drei Gläser Milch trinken. Mag Ihr Kind keine Milch, bieten Sie Kakao an das mögen die meisten. Neben Milch und ihren Produkten gibt es jedoch eine Vielzahl weiterer guter Kalziumlieferanten, auf die Sie im Fall einer Lactoseintoleranz (Milchunverträglichkeit) zurückgreifen können, zum Beispiel Gemüse wie Grünkohl, Brokkoli, Lauch, Fenchel oder Obst wie schwarze Johannisbeeren, Orangen, Brombeeren und Kiwis. Aber auch Nüsse, Samen und Sojaprodukte enthalten Kalzium.
Nudeln machen dick.
Nudeln liefern vor allem Energie in Form von Kohlenhydraten. Wer Kohlenhydrate isst, nimmt auch Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe und Ballaststoffe auf. Durch den hohen Ballaststoffanteil halten Nudeln vor allem Vollkornnudeln lange satt. Nudeln selber machen nicht dick, wenn man vernünftige Por-tionen davon isst. Es sind vielmehr die fetthaltigen Rahmsaucen, mit denen sie meistens aufgetischt werden. Deswegen: Achten Sie bei der Zubereitung von Nudelgerichten auf die Sauce und verwenden Sie weniger Rahm und mehr Gemüse. Für Abnehmwillige gilt bei einem Nudelmahl: Eine Kalorie ist eine Kalorie! Sofern also die Energieaufnahme höher ist als der verbrauch, nimmt man an Körpergewicht zu bei Nudeln ebenso wie bei anderen Mahlzeiten.
Obst liefert schnelle Energie.
Es gibt viele gute Gründe, täglich frisches Obst zu essen: Es ist eine wahre Vitaminquelle und damit der ideale Snack für zwischendurch. Obst enthält leicht verdauliche Kohlenhydrate in Form von Frucht- und Traubenzucker. Diese machen satt und stellen dem Körper bei einem Durchhänger schnell Energie zur Verfügung. Ernährungswissenschaftler raten deshalb, den Obstspeiseplan möglichst abwechslungsreich zu gestalten und das Angebot je nach Saison voll auszuschöpfen. Ideal sind täglich zwei Portionen (à mindestens 120 Gramm) bunt gemischte Früchte.
Pilzgerichte darf man nicht aufwärmen.
Wenn der Speisepilz zu faulen beginnt, was ohne Kühlung sehr schnell passieren kann, entwickelt er ein Gift. Deswegen sollten Pilzgerichte nur kurz und im Kühlschrank aufbewahrt werden. Dann ist jedoch das Aufwärmen kein Problem.
Quark enthält viel Kalzium.
Quark hat denselben hohen Gehalt an Kalzium, Magnesium und Vitaminen wie Joghurt und ist ein guter Eiweisslieferant. Tipp: Quark kann an Stelle anderer Eiweisslieferanten wie Fleisch oder Käse gegessen werden.
Rhabarber macht Gicht.
Rhabarber löst keine Gicht aus. Allerdings enthält sie Oxalsäure, welche sich ungünstig auf bereits bestehende Gicht oder Arthritis auswirken kann. Beim Kochen wird die Oxalsäure jedoch auf die Hälfte reduziert. Kalziumreiche Milchprodukte in Rhabarbergerichten machen diese bekömmlicher.
Süssstoffe machen dick.
Eine gewichtssteigernde Wirkung von Süssstoffen ist gemäss den Ausführungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung wissenschaftlich bislang nicht belegt worden. Im Gegenteil: Süssstoffe können im Rahmen von Diäten sinnvolle Hilfsmittel zur Reduktion der Energieaufnahme darstellen. Sie ermöglichen die Erhaltung des Süssgeschmacks zuckerfreier, energiereduzierter Lebensmittel insbesondere von Getränken.
Traubenzucker wird aus Trauben gemacht.
Reiner Traubenzucker wird heute aus Weizen, Mais und Kartoffeln gewonnen.
Transfette sind ungesund.
Trans-Fettsäuren gehören zu den ungesättigten Fettsäuren und entstehen durch die Härtung von Ölen (Fetthärtung). Ein typisches Lebensmittel das vor allem früher viele Trans-Fettsäuren enthielt, ist die Margarine. Bei der «Tischmargarine», also dem Brotaufstrich, hat sich der Gehalt der Trans-Fettsäuren in den letzten Jahren deutlich verringert. Neben der Margarine sind jedoch auch andere Lebensmittel von der Fetthärtung betroffen wie Brat- und Backfette. Da Trans-Fettsäuren auch beim Erhitzen von Ölen bei hohen Temperaturen entstehen, weisen auch frittierte Lebensmittel hohe Werte auf. Die Aufnahme von Transfetten sollte so gering wie möglich gehalten werden. Deshalb empfiehlt die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung vorwiegend pflanzliche Öle wie Rapsöl oder Olivenöl zu verwenden.
Die Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln ist eine allergische Reaktion.
Man muss unterscheiden zwischen einer Nahrungsmittelallergie und einer Nahrungsmittelunverträglichkeit. Wenn der Körper Lebensmittel ablehnt, kann das dem Betroffenen das Leben schwer machen. Ob es sich dabei um eine Unverträglichkeit gegen ein Lebensmittel handelt oder um eine echte Allergie, muss der Arzt bestimmen. Nicht immer ist den Betroffenen bekannt, dass Symptome wie Bauchschmerzen, Durchfall oder Kopfschmerzen eventuell auf eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit hindeuten könnten. Die Symptome einer Nahrungsmittel-Allergie sind jedoch viel heftiger und können unter Umständen lebensbedrohlich sein. Deshalb ist es wichtig, die Beschwerden und die Handlungsmöglichkeiten zu kennen.
Vegetarier ernähren sich fehlerhaft.
Zwar bedeutet der völlige Verzicht auf Fleisch, Fleischprodukte und Fisch eine Absage an unsere besten Eisen- und Jodlieferanten, dennoch muss das Weglassen von Fleisch und Fisch aus einer abwechslungsreichen gemischten Kost mit den biologisch hochwertigen Eiweissträgern Milch und Eiern nicht unbedingt zu einer Fehlernährung führen. Voraussetzung hierfür ist, dass reichlich eisenreiche pflanzliche Lebensmittel mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln verzehrt werden und zum Salzen ausschliesslich Jodsalz verwendet wird. Der bevorzugte Verzehr von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sorgt für eine höhere Zufuhr an Stärke, Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen sowie sekundären Pflanzenstoffen und ist deshalb positiv zu bewerten.
Tipps für eine fleischfreie Ernährung:
Kombinieren Sie Eier mit Kartoffeln, Getreide mit Milch oder Hülsenfrüchten für eine ausreichende Eiweisszufuhr. Eier sind, insbesondere für Vegetarier, wichtige Eiweiss- und Vitaminlieferanten. Verzehren Sie täglich Milch, Käse und Joghurt und essen Sie öfter Brokkoli, Fenchel, Grünkohl sowie milchsäurevergorenes Gemüse. Das deckt Ihren Bedarf an Kalzium und Vitamin B 12. Kombinieren Sie Getreideprodukte und Hülsenfrüchte mit Obst und Gemüse. Das steigert die Aufnahme von Eisen. Verwenden Sie jodiertes Speisesalz und damit hergestellte Lebensmittel, um Ihre Jodversorgung zu verbessern.
Wasser macht klug.
Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Es belebt nicht nur den Körper, sondern auch den Geist. Denn Wasser liefert die Kraft und die Energie für alle Gehirnfunktionen, vor allem für das Denken. Wasser trinken vertreibt die Müdigkeit und erhöht nachweislich die Konzentrationsfähigkeit. Das gilt für Erwachsene, genauso wie für Kinder. Wieviel sollte man trinken? Unabhängig vom Durstgefühl sollten Kinder von 7 bis 10 Jahren mindestens einen Liter pro Tag trinken. Jugendliche bis 15 Jahre etwa 1,5 Liter und Erwachsene etwa 1 bis 2 Liter.
Xylit schützt die Zähne.
Der Zuckeraustauschstoff Xylit (E 967) kann von den Bakterien im Mund nicht als Nahrung verwendet werden, deshalb kommt es auch nicht zur Produktion zahnschädigender Säuren. Xylit wird deshalb vor allem in Kaugummis und als Feuchthaltemittel in Zahnpasten eingesetzt. Xylit hat den gleichen Geschmack und die selbe Süsskraft wie Zucker, jedoch nur halb soviel Kalorien.
Yohimbin fördert die Potenz.
Yohimbin ist ein Stoff, der aus der Rinde des afrikanischen Yohimbe-Baums gewonnen wird. Die Naturvölker Westafrikas setzen es seit langem als Aphrodisiakum und Potenzmittel ein.
Zwiebeln schützen vor Krankheiten.
Die wirksamste Waffe der Zwiebel ist ihre desinfizierende Wirkung. Wer vorbeugend etwas für seine Gesundheit machen möchte, sollte Zwiebeln besser roh essen oder sie so kurz wie möglich und nur bei schwacher Hitze andünsten. Zwar werden die Zwiebeln durch Braten und Dünsten verträglicher für den Magen, verlieren aber leider von ihren gesunden Kräften.
Quelle/Text: Christina Bösiger
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