Fieber - Bagatelle oder Notfall?
Fieber ist keine Krankheit, sondern ein Zeichen, dass sich der Körper mit einer Erkrankung auseinandersetzt. Trotzdem sind viele Eltern verunsichert, wenn ihr Kind Fieber hat.
Fieber senken
Wadenwickel: Tauchen Sie Tücher (Stoffwindeln, Handtücker) in kühles Wasser (nicht unter 20 Grad Celsius!), wringen Sie sie aus und wickeln Sie diese um die Waden des Kindes. Darunter kommt eine wasserdichte Unterlage. Sobald der Wickel körperwarm ist, wird er erneuert.
Kühlen Sie das Kind, indem Sie es mit einem nassen Waschlappen abreiben. Vorsicht: Das Wasser darf nicht unter 20 Grad Celsius sein, damit das Kind nicht fröstelt.
Nützen diese Massnahmen nicht, kann man fiebersenkende Medikamente, am besten in Form von Zäpfchen, geben. Diese helfen in der Regel auch gegen Schmerzen. Halten Sie sich bei der Dosierung an die Empfehlungen auf der Packungsbeilage.
In jedem Fall nicht vergessen, dem Kind genügend zu trinken anzubieten!
Jetzt aber schnell zum Arzt
Fieberkrampf: Vier bis fünf Prozent aller Kinder erleiden zwischen sechs Monaten und fünf Jahren einen Fieberkrampf. Die Symptome: Das Kind wirkt apathisch, verdreht die Augen, hat Zuckungen, kann sogar für Sekunden oder Minuten bewusstlos werden. Glücklicherweise bleibt ein Fieberkrampf meist ohne Folgen, trotzdem muss der Arzt konsultiert werden.
Sehr hohes Fieber: Wenn das Fieber auf 40 Grad steigt und sich auch durch Medikamente nicht senken lässt.
Sehr kleine Kinder: Temperaturen über 38 Grad bei Babys bis zu sechs Monaten sollten vom Arzt abgeklärt werden. Bei Kindern zwischen 6 Monaten und 3 Jahren sind 39 Grad die kritische Temperatur.
Andauerndes Fieber: Sinkt das Fieber auch nach zwei bis drei Tagen nicht, muss eine Abklärung vorgenommen werden.
Besorgniserregende Begleiterscheinungen: Krämpfe, schwere Atmung oder andere Auffälligkeiten machen einen Arztbesuch erforderlich.
«Man darf Fieber nicht verharmlosen.»
Interview mit Dr. Ueli Bühlmann Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche am Stadtspital Triemli in Zürich.
Fiebernde Kinder verunsichern viele Eltern. Weshalb ist das so?
Dr. Ueli Bühlmann: Fieber ist immer ein Zeichen dafür, dass einem Kind etwas fehlt. Eltern, die sich ja stets für das Wohl ihrer Kinder verantwortlich fühlen, geraten dadurch rasch in Sorge. Auf den ersten Blick lässt sich ja kaum sagen, ob sich hinter dem Fieber eine banale Erkrankung oder aber ein ernsthaftes Problem verbirgt.
Kann Fieber auch ein Hinweis auf eine schwere Erkrankung sein?
Die Liste möglicher Ursachen für Fieber ist sehr lang. Obwohl dabei meistens harmlosere Erkrankungen im Vordergrund stehen, kann Fieber auch ein erster Hinweis auf eine schwere Krankheit sein. Dies ist der Grund, weshalb man dieses Symptom nicht einfach verharmlosen darf, sondern stets nach dem Ursprung der erhöhten Temperatur suchen muss.
Was halten Sie von alternativen fiebersenkenden Mitteln wie Wadenwickel?
Alle fiebersenkenden Mittel haben dasselbe Ziel: die deutlich erhöhte Körpertemperatur soll gesenkt werden, um dem kranken Kind dadurch Linderung zu verschaffen. Dies kann durchaus durch Wadenwickel erreicht werden. Wichtig ist, dass die getroffene Massnahme dem Kind wirklich Erleichterung bringt.
Sind fiebersenkende Medikamente speziell für Kinder wirklich harmlos?
Keine medikamentöse Therapie darf verharmlost werden. Wie bei allen anderen Medikamenten gilt auch für fiebersenkende Mittel, dass sie nur in den für die Kinder vorgesehenen Dosierungen verabreicht werden sollen. Wird der gewünschte Effekt nicht erreicht, ist dies ein Grund, den Arzt zu konsultieren.
Ist es sinnvoll, stündlich die Temperatur zu messen und eine Tabelle zu führen?
Obwohl der Verlauf des Fiebers wichtig ist, muss zuhause nicht stündlich Fieber gemessen werden. Im allgemeinen genügen Messungen morgens, mittags und abends. Es kann die Arbeit des Arztes erleichtern, wenn die Eltern sich die gemessenen Temperaturen aufschreiben.
Wann sollte man den Arzt aufsuchen?
Zwei Faktoren spielen bei dieser Frage eine wichtige Rolle: das Alter des kranken Kindes und sein Allgemeinzustand. So erfordert Fieber in den ersten drei Lebensmonaten immer einen Arztbesuch. Kommen Schmerzen zum Fieber hinzu, oder ist das Kind schläfrig, vielleicht in seinem Bewusstsein getrübt, so sind auch dies zwingende Gründe, den Arzt aufzusuchen.
Quelle/Text: Marianne Siegenthaler
Verwandte Adressen
- Schwanen-Apotheke
- Höfner Apotheke8832 Wollerau
- Dr. Martial Vibert1010 Lausanne
- Dr. Jeannette Hofer6403 Küssnacht am Rigi
- Ernährungswissenschaftlerin, Gesprächs- und Traumatherapeutin, Dagmar Härle4052 Basel
3011 Bern
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