Die Sonne hat auch Schattenseiten

Kinder lieben sonnige Sommertage - aber ihre zarte Haut braucht einen besonders guten Schutz vor UV-Strahlen, damit sie nicht einen dauerhaften Schaden davonträgt.
Was macht Kindern mehr Spass als ein Sommertag im Freien! Sandkasten, Spielplatz und Schwimmbad locken, und die anregende Sonne wärmt die Arme und Beine. Aber Vorsicht, die Sonne hat auch ihre Schattenseiten: Zu viele Sonnenstrahlen gefährden besonders die zarte Kinderhaut und richten bleibende Schäden an, denn die Haut speichert jeden einzelnen Sonnenbrand und vergisst ihn nie mehr. Wer als Kind mehrere Sonnenbrände erleidet, trägt als Erwachsener nicht nur mehr Runzeln, sondern ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs. «Eine ganz wichtige Rolle spielt die Menge von Sonne und UV-Strahlen, welche die Haut schon im Kindesalter erhält», betont Kinderdermatologin Kristin Kernland Lang von der Dermatologischen Universitätsklinik in Bern. (Lesen Sie das Interview)

Jede Haut hat zwar einen gewissen Eigenschutz, das heisst, sie kann eine gewisse Zeit der Sonne ausgesetzt sein, ohne sich zu röten. Dieser Eigenschutz variiert je nach Hauttyp (Ihren Hauttyp finden Sie im Online-Test unter hauttyp.ch heraus),  aber diese Angaben gelten grundsätzlich erst ab der Pubertät. Kinderhaut und Kinderaugen dagegen sind durchwegs empfindlicher und müssen bei jedem Aufenthalt im Freien und zu jeder Jahreszeit konsequent geschützt werden. Besonders kleine Kinder sollten sich wenn immer möglich im Schatten aufhalten und gar nie «unbeschattet» der prallen Sonne ausgesetzt werden. Aber auch grössere Kinder und Erwachsene sollten die Zeit der stärksten Sonneneinstrahlung zwischen 11 und 15 Uhr, möglichst im Schatten oder in Gebäuden verbringen.

Kleidung und eine Kopfbedeckung - möglichst mit einer breiten Krempe - sind ebenfalls geeignete Sonnenschutzmassnahmen. Je dichter ein Stoff gewebt ist und je dunkler seine Farbe ist, desto besser ist der UV-Schutz eines Kleidungsstücks. Übrigens dringen auch unter einem Sonnenschirm immer noch viele UV-Strahlen durch, einerseits weil der Schirmstoff selber Strahlen durchlässt, andererseits wird ein grosser Teil der Strahlen besonders von hellem Beton, Sand oder Wasser reflektiert. Das verstärkt die Wirkung noch.

Zusätzlich zu Schatten und textilem Sonnenschutz können Eltern die freien Körperstellen ihrer Kinder mit Sonnenschutzmittel schützen. Bei Babys ist das noch nicht notwendig, da diese in jedem Fall von der  direkten Sonneneinstrahlung ferngehalten werden sollten. Für kleine Kinder empfehlen sich Sonnenschutzmittel mit physikalischen Filtern, welche auf der Haut einen dünnen Schutzfilm bilden, aber nicht von der Haut aufgenommen werden. Bei grösseren Kindern können auch chemische Sonnenschutzmittel angewendet werden. Sämtliche Sonnenschutzmittel  müssen jedoch regelmässig neu aufgetragen werden, auch wasserfeste, da beim Baden oder Schwitzen Sonnencreme ihren Schutz verliert oder beim Abtrocknen abgerieben wird.

Besonderen Schutz braucht die Kinderhaut erst recht bei einem Aufenthalt in tropischen Ländern, in denen die Sonnenstrahlung noch viel intensiver ist als bei uns, oder in den Bergen: Pro 300 Höhenmeter nimmt die Intensität der UV-Strahlen um drei bis fünf Prozent zu. Was viele nicht wissen: Für die Bildung einer ausreichenden Menge Vitamin D ist keine direkte Sonnenstrahlung nötig. Entgegen den in letzter Zeit publizierten Artikeln ist Sonnenbaden unnötig und gesundheitsschädigend.

Und ebenso unbekannt ist oft: Jede Bräunung ist der Versuch der Haut, sich vor den UV-Strahlen zu schützen und daher kein Zeichen für Gesundheit, sondern ein Warnruf der Haut. Besonders Eltern sollten diesen Warnruf für ihre Kinder dringend beachten.

Quelle/Text: Claudia Weiss


Verwandte Adressen

Verwandte Artikel