Schützen Sie die Haut Ihres Kindes schon früh
Interview mit Dr. Kristin Kernland Lang, Konsiliarärztin pädiatrische Dermatologie an der Dermatologischen Universitätsklinik Bern
Kinderaugen mit Sonnenbrille schützen!
Hautkrebs ist zwar ein Thema, aber ein sehr seltenes: Theoretisch können schon ganz kleine Kinder ein Melanom haben, aber dieser Fall tritt bei uns zum Glück nur äusserst selten auf.
Wodurch entstehen Melanome?
Verschiedene Faktoren spielen eine Rolle, teils auch eine genetische Veranlagung. Aber der definitive Grund ist nicht geklärt. Die Sonnenexposition ist nach wie vor der einzig bekannte Faktor, der durch das Verhalten beeinflussbar ist.
Welche Kinder sind gefährdet?
Besonders zu schützen sind Kinder mit heller Haut oder solche, die von der geografischen Lage her besonders gefährdet sind, beispielsweise in den Bergen wohnen, wo die Strahlung intensiver ist, oder oft mit ihren Eltern in tropische Länder reisen.
Wie stellt man bei einem Kind ein Melanom fest und worauf sollten Eltern achten?
Meist merken die Eltern intuitiv: «Bei diesem Pigmentmal ist mir nicht wohl, das beunruhigt mich irgendwie.» Grundsätzlich sollte man Pigmentmale im Auge behalten, wenn sie sich neu bilden, rasch wachsen oder Grösse und Farbe verändern.
Sind die ABCD-Regeln, (A=Asymmetrie, B=Begrenzung, C=Colour, D= Dynamik) bei Kindern genau gleich anwendbar wie bei Erwachsenen?
Ja, und genau wie bei den Erwachsenen gilt: Wenn ein Pigmentmal juckt, schmerzt, rasch wächst oder blutet, sollte man es rasch einem Dermatologen, einer Dermatologin zeigen.
Sollten sich bereits Kinder/Jugendliche selber regelmässig untersuchen?
Ja, es gehört dazu, dass auch Kinder schon rechtzeitig lernen, Verantwortung für ihr Leben und ihre Gesundheit zu übernehmen.
Wie ist der Zusammenhang zwischen Sonnenbrand/UV-Strahlung und kindlichen Melanomen?
Die Sonne ist nicht alleiniger Grund für die Entstehung von Melanomen. Aber sie fördert die Entstehung und auch die Zunahme von Hautkrebs, und zwar in einem Masse, dass man schon von einer Volkskrankheit reden kann.
Was können Eltern dagegen tun und wie können sie vorbeugen?
Es gilt keineswegs, die Sonne zu verteufeln, sondern vielmehr ein ganz normales Verhältnis zu pflegen und die Sonne in gesundem Mass zu geniessen - aber immer mit einem guten Sonnenschutz!
Ganz wichtig zu wissen ?
Schützen Sie Ihre Kinder schon früh mit Schatten, Hut, Textilien und Sonnenbrille. Es geht ja nicht nur um Hautkrebs, sondern auch darum, frühzeitige und übermässige Faltenbildung zu vermeiden!
Verwandte Adressen
- Dr. Cinzia Casolini
- Dr. L.-O. Tissot- Gugolz2300 La Chaux-de-Fonds
- Dr. Fernando Balderrama1202 Genève
- Dr. med. Dominik Durrer-Bosshard3013 Bern
- Kantonsspital Uri6460 Altdorf
1920 Martigny
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