Mit Zecken leben

Krankheitsüberträger sind fast überall in der Schweiz zu finden.
Mit zunehmenden Temperaturen kann jeder, der sich in freier Natur aufhält, von einer Zecke ge­stochen werden. Richtiges Ver­halten in der Natur kann einem Stich vorbeugen; durch richtiges (Be-)Handeln nach einem Stich können un­an­genehme Folgen oft vermieden werden.  
 
Zecken kommen in der gesamten Schweiz bis auf eine Höhe von 1000-1500m vor und können Über­träger verschiedener Krankeiten sein. Darunter fallen die sogenannte Frühsommermeningo­en­ze­pha­litis (FSME) und die Borreliose (oft auch Lyme-Krankheit oder Lyme-Borreliose genannt). Zecken lieben feuchtwarmes Klima und leben vornehmlich im Unterholz, im Gebüsch und im ho­hen Gras. Sie werden von Mensch und Tier im Vorbeigehen von Pflanzen abgestreift. Entgegen der weit verbrei­te­ten Mei­nung lassen sich die Zecken jedoch nicht von den Bäumen auf die vorbeigehenden Opfer fallen.

FSME-Endemiegebiete decken sich nicht mit der Verbreitung der Borrelien
Entgegen früheren Ansichten gibt es in der Schweiz keine Gebiete, in welchen die vor­kom­menden Zecken unbedenklich sind. In der gesamten Schweiz können Zecken Krankheiten über­tragen. Ein Grossteil der Zecken (je nach Region bis über 80%) sind Überträger von Bor­re­lien, dem Bakterium, das jährlich bei schätzungs­weise mehreren tausend Personen in der Schweiz zu einer Borreliose­erkrankung führt. In ge­ringe­rem Masse sind die Zecken vom Virus infiziert, der die Früh­som­mer-Meningo-Enzephalitis (FSME) auslöst (2004 = 138 Fälle). Den bisherigen Endemiekarten lagen lediglich die Meldungen über FSME-Erkrankungen zu Grun­de; sie machten jedoch keine Aussage über die potentielle Gefährdung durch die Über­trag­ung von Borrelien und der damit in Zusammenhang stehenden Borreliose­erkrankungen.

Vorbeugung erkennen handeln
Im Gegensatz zur Borreliose, deren Krankheitsbild oft erst nach längerer Zeit akut in Erscheinung tritt bzw. erkannt wird, kann eine FSME u.U. innert kurzere Zeit zu massiven Beschwerden und zu ernsthaften medizinischen Komplikationen führen. Eine vorbeu­gen­de Impfung ist gegenwärtig nur gegen die Früh­som­mer-Meningo-Enzephalitis möglich. Gegen die Borreliose bestehen derzeit keine vorbeugenden medizinischen Massnahmen. Wich­tig ist, dass beide Krankheiten frühzeitig erkannt werden, der Patient richtig reagiert und früh­zeitig eine angemessene ärztliche Behandlung erhält.

Verhalten in der Natur
Es ist sinnvoll, in Feld, Wald und Wiese geschlossene Kleidung zu tragen und Unterholz, Gebüsch sowie hohes Gras möglichst zu meiden. Einen Zeckenspray ist dienlich, dabei ist jedoch zu beachten, dass die Wirksamkeit zeitlich begrenzt ist und alleine angewendet keinen sicheren Schutz ergibt. Jeder der sich in der freien Natur aufgehalten hat, sollte anschliessend seinen Körper nach Zecken bzw. Nymphen von Zecken absuchen (z.B. beim Duschen). Zecken lieben es besonders, sich in der Schamgegend, in Kniekehlen, Achselhöhlen, hinter den Ohren, am Haaransatz oder unter den Brüsten festzusetzen. Nicht vergessen, auch den Rücken abzusuchen!

Verhalten nach einem Zeckenstich
Wird ein Zeckenstich bemerkt, ist die Zecke mit einer Pinzette oder einem Skalpell langsam, möglichst vollständig und gerade her­aus­ziehen (Drehen hat keine Wirkung). Desinfizieren sie die Wunde gründ­lich und verwenden sie keine Hausmittel wie Öl, Leim, Nagellack, Ausbrennen etc. Bewahren sie die entfernte Zecke in einem Filmdöschen zur eventuellen späteren Analyse auf und halten sie das Datum des Zeckenstichs fest. Informieren sie auch ihnen nahestehende Personen (Partner, Eltern etc.) und beobachten sie die Einstichstelle sorgfältig über mehrere Wochen. Beim Auftreten von Fieber, Kopf­weh, Übelkeit, Schwindel, Lichtüberempfindlichkeit, einer grösser werdenden und evtl. wandernden Rötung (Wanderröte oder sog. Erithema Migrans) oder anderen uner­klärlichen Symptomen ist sofort ein Arzt aufsuchen und der Zeckenbiss unbedingt zu erwähnen.

Nicht erkannte oder verschleppte Erkrankungen können zu ernsthaften medizinischen Komplikationen und zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen führen. Je früher eine Erkrankung diagnostiziert wird, desto grösser ist die Chance auf einen Behandlungserfolg.


Mehr Infos:
zeckenliga.ch
zecken.ch
zeckenschutz-info.ch

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