Sanfte Pflege von Kopf bis Fuss

Halten und tragen, wickeln und waschen - alles ist für Sie und Ihr Baby neu. Vor allem braucht Ihr Baby jetzt Zärtlichkeit und Fürsorge. Ob beim Wickeln jeder Griff richtig sitzt, ist dabei sekundär.
Ihr Baby ist einzigartig! Und Sie als Eltern sind es auch. Wie Sie miteinander umgehen werden, wird deshalb ganz individuell sein. Vor allem bei der Pflege Ihres Kindes werden Sie den für Sie richtigen Rhythmus gemeinsam finden. Wichtig ist, dass Sie Vertrauen in Ihre Fähigkeiten als Eltern entwickeln. So wird die Pflege des Kindes zu einer Zeit liebevoller Zuwendung. Wichtig ist auch, dass Väter von Anfang an bei der Pflege nicht nur einspringen, sondern verantwortlich daran teilnehmen.
 
Wickeln
Viele Eltern schwören auf Stoffwindeln oder Windelhöschen, andere wickeln begeistert und ausschliesslich mit Papierwindeln - Sie werden Ihre Wahl vermutlich längst getroffen haben. Bevor Sie mit dem Wickeln beginnen, richten Sie alles her, was Sie brauchen. Schliessen Sie das Fenster, schalten Sie eventuell die Wärmelampe ein und legen Sie ein sauberes Frottiertuch auf die Plastikunterlage. Frische Windeln und Wäsche sowie Pflegeartikel liegen griffbereit in der Nähe, aber ausserhalb der Griffweite des Kindes. Lassen Sie Ihren Liebling nackt etwas strampeln, spielen Sie mit seinen kleinen Zehen, Füsschen und Beinen.
 
Baden
Im Wasser fühlen sich die meisten Babys ausgesprochen wohl. Die Babyhaut ist aber zart und empfindlich, in den ersten Wochen darf der Badespass deshalb nicht länger als ein paar Minuten dauern. Das Wasser sollte 37°C warm sein (mit dem Thermometer kontrollieren). Badezusätze sind jetzt noch nicht nötig, sie trocknen die Haut nur aus. Wem das gar zu karg ist, der kann dem Bad ein Kleiesäckchen oder einige Tropfen Mandelöl (in der Apotheke erhältlich) zugeben. Solange der Nabel noch nicht verheilt ist, helfen ein Kamillesud oder Kamillosan die Stelle milde zu desinfizieren.

Halten Sie Ihr Baby beim Baden mit der linken Hand und waschen Sie es mit der rechten (bei Linkshändern umgekehrt). Vielleicht haben Sie eine Kinderbadewanne, vielleicht begnügen Sie sich auch mit einem sauberen Plastikbecken. Sehr beliebt sind auch Baby-Badeeimer. Die besonderen Vorteile: Das Kind nimmt darin ganz von selbst eine ähnliche Stellung ein, wie es sie in der Gebärmutter hatte, und fühlt sich wohl und geborgen.

Auf ein Familienbad muss die Mutter während der Zeit des Wochenflusses, also während ca. sechs Wochen, verzichten. Der Vater kann von Anfang an mit dem Baby baden. Nach dem Bad trocknen Sie Ihr Kind sanft ab. Hinter den Ohren, unter den Armen und in den Leisten müssen Sie besonders gut trocknen, denn ist es hier feucht, entstehen Rötungen.

Pflegen
Ohren
Bereits kleine Babys haben Ohrenschmalz. Diesen entfernen Sie mit etwas Watte. Verwenden Sie niemals Wattestäbchen, die Verletzungsgefahr ist zu gross!

Haare
Die Haare pflegen Sie von Anfang an mit einer weichen Babybürste. Bildet sich auf dem Haarboden Schorf, lösen sich die Schuppen beim Baden allmählich auf, wenn sie zuvor mit etwas Öl eingeweicht worden sind. Waschen Sie die Haare vorläufig nicht mit Shampoo - auch wenn Ihr Baby bereits dichtes Haar hat.
 
Haut
Babyhaut ist in den ersten drei bis sechs Monaten sehr empfindlich und trocknet leicht aus. Zeigen sich Rötungen, können Sie ein wenig Babycreme, Babyöl oder auch Puder auftragen. Wenn Sie mit Ihrem Baby ausgehen, können Sie es, vor allem im Winter, mit einer speziellen Hautcreme schützen. Puder trocknet die Haut eher aus, in der täglichen Pflege dient er dazu, überschüssige Feuchtigkeit in den Hautfalten aufzunehmen.

Im ersten Vierteljahr ist die Haut Ihres Babys noch etwas unruhig. Sie kann sich schup-pen oder schälen, und es bilden sich häufig rote oder helle Pustelchen. Diese sind harmlose Erscheinungen, die mit dem Stoffwechsel zusammenhängen und von selbst wieder verschwinden.
 
Nabel
Bei Spitalaustritt ist das übriggebliebene Stümpchen von der Nabelschnur meist schon abgefallen. Es genügt vollkommen, wenn Sie den Nabel ab und zu mit einer sterilen Mullkompresse und etwas 70prozentigem Alkohol (in der Apotheke erhältlich) abtupfen. Ist der Nabel gerötet oder infiziert, suchen Sie die Mütterberatungsschwester oder Ihren Arzt/ Ihre Ärztin auf.
 
Finger- und Fussnägel
Während der ersten Wochen ist es in der -Regel nicht nötig, Ihrem Kind die Nägel zu schneiden. Cremen Sie seine Händchen und Füsschen täglich mit Mandelölcreme (in der Apotheke erhältlich) ein, der weiche Nagelrand wird so von alleine abfallen. Hat Ihr Kind sehr lange Fingernägel, kann die Mütterberatungsschwester die Nägel gefahrlos schneiden. Ist das Kind ungefähr vier Wochen alt, können Sie dies mit einer gerundeten Baby-Nagelschere auch selbst tun, idealerweise, wenn das Kind satt und träge ist.

Weitere Tipps
Schlafen

Am besten kann Ihr Kind schlafen, wenn im Zimmer die Temperatur zwischen 18 und 20 Grad Celsius liegt. Im Winter sollten Sie darauf achten, dass die Luft nicht zu trocken ist - ein Luftbefeuchter hilft. Kinderärzte empfehlen die Rückenlage zum Schlafen. In der Seitenlage ist das Risiko des plötzlichen Kindstodes höher als in der Rückenlage. Kinderorthopäden warnen vor der Seitenlage wegen einer möglichen Gefährdung der Hüftentwicklung. Abgeraten wird heute von der Bauchlage. Studien zeigen, dass Kinder in der Bauchlage ebenfalls häufiger am plötzlichen Kindstod sterben.

Einen regelmässigen Wach-Schlafrhythmus muss Ihr Kind erst noch lernen. Die meisten Babys erwachen zu Beginn nachts noch oft. Wenn Ihr Kind keinen Hunger hat und die Windel nicht voll ist, können Sie es durch Streicheln oder Singen vielleicht wieder zum Schlafen bringen. Im Allgemeinen schlafen Neugeborene 14 bis 19 Stunden, Babys ab sechs Monaten 9 bis 18, durchschnittlich etwa 13 Stunden. Mit jeder Woche verschiebt sich der Schlafrhythmus ein wenig. Er gleicht sich ganz allmählich dem Rhythmus der Erwachsenen an: Bei einem fünf bis sechs Monate alten Baby dauert die Schlafphase in der Nacht oft schon von zehn Uhr abends bis sechs Uhr früh.
 
Weinen
Ihr Baby kann sich in den ersten Wochen nicht anders als durch Weinen ausdrücken. Wenn es also weint, hat es ein Bedürfnis. Gehen Sie auf Ihr Kind ein. Vielleicht hat es Hunger, vielleicht sind die Windeln voll, es will Gesellschaft, findet den Schlaf nicht oder wird von Bauchkrämpfen geplagt. Schon bald werden Sie erkennen können, weshalb es schreit.

Quelle/Text: Marianne Siegenthaler


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