Guter Start ins Abenteuer Baby
Nun halten Sie Ihr Baby im Arm. Sie sind vermutlich überwältigt, beglückt, aber auch erschöpft von der anstrengenden Geburtsarbeit. Die ersten Tage werden Sie vielleicht wie im Traum erleben.
In den ersten Stunden nach der Geburt bleibt die Zeit stehen. Vielleicht sind Sie euphorisch, vielleicht einfach nur müde. Für Sie hat sich vieles geändert, doch das Leben geht seinen gewohnten Gang. In den folgenden Tagen erleben Sie eine grosse hormonelle Umstellung.Ihr Körper verändert sich rasant. Der pralle, runde Schwangerschaftsbauch ist nun weich und schlaff. Während der ersten Tage werden Sie noch von Nachwehen geplagt. Die Nachwehen sind beim ersten Kind noch recht schwach, nach dem zweiten und allen weiteren Kindern werden sie in der Regel stärker. Der Sinn dieser Kontraktionen: Die Blutgefässe in der Gebärmutter werden «abgeklemmt», das dient der Blutstillung der grossen Wundfläche, die durch die Ablösung der Plazenta entstanden ist. Durch die Nachwehen verkleinert sich auch die Gebärmutter. Ungefähr am dritten Tag nach der Geburt «schiesst die Milch ein»: Ihre Brüste sind prall und voll. Die spontanen Nachwehen haben nun aufgehört, jetzt kontrahiert die Gebärmutter nur noch als Reaktion auf das Saugen des Babys an der Brust. Das Stillen ist also nicht nur für Ihr Kind gut, es unterstützt auch die gesunde Rückbildung der Gebärmutter.
Schürfungen und Dammschnitt beginnen zu heilen. Die Dauer des Ausflusses nach der Geburt ist sehr unterschiedlich und kann bis zu acht Wochen dauern. Da es auch so lange dauert, bis sich die Gebärmutter zurückgebildet, der Dammschnitt verheilt und der Muttermund wieder verschlossen ist, sollten Sie während dieser Zeit auf Geschlechtsverkehr verzichten. Wenn Sie Schmerzen beim Sex haben, warten Sie zu, bis Sie sich wieder wohl fühlen - Liebe und Zärtlichkeit kann man auf vielfältige Weise ausdrücken und erleben. Es ist wichtig, dass Sie mit Ihrem Partner über Ihre Ängste, Freuden und Erwartungen sprechen - nur so können Missverständnisse und Frustrationen vermieden werden!
Das Wochenbett
Etwa sechs bis acht Wochen dauert - medizinisch gesehen - das Wochenbett. Nicht nur der Körper der Frau verändert sich in dieser Zeit, auch ihre Gefühle werden wohl Achterbahn fahren, während die neue Familie nun langsam zusammenwächst.
Nur selten werden Sie in Ihrem Leben so viel verarbeiten müssen wie in der Wochenbettzeit. Deshalb gilt: Lassen Sie sich Zeit! Sie brauchen nicht schon zehn Tage nach der Geburt wieder topfit und leistungsfähig zu sein. Die ersten Wochen und Monate nach der Geburt sind eine Zeit des Kennenlernens, der Anpassung. Sie brauchen jetzt Ruhe und Unterstützung. Nehmen Sie Hilfe von Grosseltern und Nachbarn an, lassen Sie sich in den ersten Wochen den Grossteil der Hausarbeit abnehmen. Das ist paradoxerweise genau dann nötig, wenn es Ihnen nach der Geburt sehr gut geht und Sie sich rasch erholt haben. Dann nämlich neigt man dazu, seine Kräfte zu überschätzen; die Gefahr einer späteren Erschöpfung und Depression erhöht sich. Eine gut geplante Erholungszeit ist deshalb die beste Vorbeugung gegen Wochenbettdepressionen.
Grosse Verantwortung
Stimmungsschwankungen von «himmelhochjauchzend» bis «zu Tode betrübt» sind normal. Sie stammen einerseits von der hormonellen Veränderung her und andererseits vom Bewusstsein, dass das Leben nie mehr so sein wird wie zuvor. Sie sind nun Eltern, haben 24 Stunden pro Tag die Verantwortung für ein Lebewesen, das von Ihnen vollkommen abhängig ist. Das ist zwar beglückend, ruft aber auch Ängste hervor. Wenn Sie sich allerdings unfähig und total überfordert fühlen, am liebsten den ganzen Tag im Bett liegen und weinen möchten, scheuen Sie sich nicht, den Arzt aufzusuchen. Sie haben möglicherweise eine Wochenbettdepression und brauchen fachärztliche Hilfe.
Tipp
Kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt oder die Hebamme, wenn:
- Sie starke Schmerzen im Unterleib spüren
- rotes, helles Blut aus der Scheide fliesst der Genitalbereich entzündet ist
- Sie Fieber, starke Kopfschmerzen, Schwindel, verspüren das Wasserlösen sehr starke Schmerzen verursacht
- Sie langanhaltende Weinphasen haben
Quelle/Text: Christina Hurst-Prager
Verwandte Adressen
- Care 4 Kids, Crista Cron-Freeman
- Beatrice Fischer5722 Gränichen
- Mütter- und Väterberatung, Silvia Fuchs5312 Döttingen
- Christine Glatt4058 Basel
- Regula Martignier1269 Bassins
8032 Zürich
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