Kleine & grosse Männer unter sich

Viele Väter wollen heute vermehrt Zeit mit ihren Söhnen verbringen und wesentlich zu deren Entwicklung beitragen. Wie können beide zusammen Spass haben?
Väter sind für die Entwicklung ihrer Kinder von existenzieller Bedeutung. Das hat man lange nicht so gesehen, aber mittlerweile kann diese Frage als beantwortet gelten (siehe Interview mit Allan Guggenbühl). Wieso Papis so wichtig sind? Nun, weil - von der in modernen Beziehungen einigermassen selbstverständlichen Aufgabenteilung abgesehen - die Väter die Sache mit der Erziehung anders angehen als Frauen. Die Betonung liegt auf «anders» - nicht auf besser! Mütter und Väter leben ihren Kindern verschiedene Rollen vor und zeigen ihnen, dass es unterschiedli-che Arten gibt, das Leben anzugehen. Dabei lautet die wichtigste Grundregel: Väter, nehmt euch Zeit für eure Kinder! Hier verraten wir Tipps, wie Väter mit Kindern zusammen viel Spass haben können. Die Anregungen sind eigentlich für Papas und ihre Söhne gedacht, doch falls sich damit auch Papas mit Töchtern angesprochen fühlen: Nur zu!

Für Abenteurer ...
In der Welt der Buben spielen Abenteuer eine grosse Rolle. Was liegt also näher, als loszuziehen und sich auf ge-meinsame Abenteuer einzulassen? Los gehts zum Beispiel mit folgenden Ideen:
  • In einem Zelt oder in einer Höhle übenachten
  • Wind- und Wasserräder konstruieren
  • mit einem Fernrohr in den Nachthimmel schauen und Sternbilder lernen 
  • einen Seifenkisten-Wagen konstruieren 
  • gemeinsam einen Drachen, einen Heissluftballon oder ein Segelflugzeug bauen
  • in einem Zoo oder auf einem Bauernhof verschiedene Tiere kennenlernen
  • in der Abenddämmerung Fledermäuse und Rehe beobachten 
  • an einer Indoor-Kletterwand die Geschicklichkeit trainieren
  • lernen, was man bei einer Verletzung tun muss 
  • im Schwimmbad lernen, richtig vom Sprungbrett zu springen 
  • an einem Fluss oder Baggersee flache Steine übers Wasser hüpfen lassen
  • aus Ästen Pfeil und Bogen basteln 
  • eine Gokart-Bahn besuchen 
  • um die Wette Nägel in ein Stück Holz einschlagen
  • gemeinsam kochen
  • einen Turm oder einen Berg besteigen
  • lernen, wie man einen Knopf annäht 
  • auf dem Jahrmarkt eine Geisterbahn besuchen 
  • über offenem Feuer Schlangenbrot backen 
  • gemeinsam inlineskaten oder Schlittschuh fahren  
  • bei einer Feuerwehrübung zusehen 
  • mit einem Kanu paddeln 
  • zusammen gärtnern oder Balkonkistchen bepflanzen

... Geheimniskrämer

Die meisten Buben sind von Geheimnissen aller Art fasziniert. In einzelnen Entwicklungsphasen haben sie ein gros-ses Bedürfnis, sich gegenüber anderen abzugrenzen und gewissermassen ihre eigenen Rituale und ihre eigene Kultur zu entwickeln. So können Väter und Söhne gemeinsam Heimlichkeiten pflegen:
  • Codierte Schriften: Buchstaben werden durch Zahlen ersetzt; nur wer den entsprechenden Code kennt, kann verschlüsselte Botschaften entziffern
  • Codewörter: Es werden gemeinsam einzelne Wörter definiert oder Wortschöpfungen gemacht, deren tatsächliche Bedeutung nur Eingeweihte kennen
  • Tote Briefkästen: Schriftliche Nachrichten werden an Orten deponiert, die nur der Sender und der Empfänger kennen, z.B. in einer Mauerritze, unter einem Stein oder in einem Astloch
  • Verborgene Schrift: Mit Milch, Zitronensaft oder Essig als eine Art Tinte kann man Botschaften mit einem Federhalter auf einem weissen Blatt notieren. Erst wenn das Blatt (vorsichtig!) über eine Kerze oder eine Glühlampe gehalten wird, erscheint die Schrift
  • Höhlen erkunden: Höhlen aller Art üben auf Buben eine ganz besondere Faszination aus. Sie beflügeln nicht nur die Fantasie, sie bieten auch eine willkommene Mischung aus geheimnisvoller Atmosphäre und Abenteuer. Allerdings ist die Unfallgefahr in den Hohlräumen unter der Erde beträchtlich, deshalb dürfen nur offiziell zugängliche Höhlen bestiegen werden, und die entsprechenden Sicherheitsregeln müssen unbedingt beachtet werden. Auch Burgruinen üben auf Buben eine grosse Faszination aus. Sie sind ein guter Ort, um eine Fantasiewelt von Rittern, Helden, Kriegern, aber auch von Archäologen zu entfalten und auszuleben.
  • Detektiv spielen: Geheimagent und Detektiv stehen bei vielen Buben auf der Liste der Traumberufe ganz weit oben. Bei spielerischem Beschatten von Passanten oder beim Lösen von inszenierten Kriminalfällen sind sie mit Feuereifer dabei. Bei den Ermittlungen kann man mit Grafitstaub und Klebstreifen Fingerabdrücke sichern sowie mit flüssigem Gips Spuren von Schuh-sohlen im Erdreich sichern.

... und Hüttenbauer!

Wenn es ums Bauen von eigenen Behausungen geht, sind viele Buben kaum mehr zu halten:
  • Karton: Mit kleineren Buben kann man aus grossen Schachteln (z.B. von TV Geräten, PCs oder Druckern) ein eigenes kleines Reich oder eine Burg bauen
  • Tücherzelt: Aus alten Vorhängen und Leintüchern, die mit Wäscheklammern an Schnüren aufgehängt werden, wird im Nu ein optisch abgeschlossener Bereich. Die kindliche Fantasie wird darin ein Indianertipi, ein Beduinenzelt oder eine Unterkunft von Jägern in der Wildnis erkennen und zu entsprechenden Spielen inspirieren. Falls das improvisierte Zelt aus Tüchern im Garten oder in einem Wald errichtet wird, können Väter mit ihren Söhnen in lauen Sommernächten auch mal draussen übernachten - ein Erlebnis, das in nachhaltiger Erinnerung bleiben wird.
  • Baumhütten: Ein nur mit Strickleiter zugängliches Refugium in luftiger Höhe zu besitzen, ist der Traum fast aller Buben. Mit Begeisterung werden sie beim Bau aus Latten, Brettern und Nägeln mithelfen. Weil die Unfallgefahr besonders gross ist, ist eine umsichtige Planung der Väter sehr wichtig. Allerdings stehen nur in sehr wenigen Gärten mächtige Bäume, auf denen sich eine Behausung für Kinder bauen lässt.
  • Iglu: Die früher für die Inuit typischen halbkugelförmigen Häuser in den Polargebieten wurden aus Schneeplatten gefertigt. Diese Methode verlangt allerdings einiges an Geschicklichkeit. Für Kinder ist der Bau nur mithilfe eines erfahrenen Erwachsenen sinnvoll, andernfalls werden sie kaum ein Erfolgserlebnis haben. Wenn Schnee aufgehäuft und dieser kleine Hügel anschliessend mit Schaufeln ausgehöhlt wird, kann man rascher ins eigene Reich kriechen.

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vaeterundsoehne

Quelle/Text: Adrian Zeller


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