Taufe und mehr!
nachgewiesen. In der Ausstellung lässt sich diese Tradition über die Jahrhunderte nachvollziehen. Zu den zum Teil auch heute noch beliebten Geschenken der Taufpaten gehören Göttibatzen sowie Becher, Besteck und Taufteller, die den Täufling sein ganzes Leben lang begleiten. Die Fülle an Beispielen begeistert - ganz besonders die Taufkleider und die edlen Taufkissen aus Seide mit Brüsseler Spitze wie auch Taufbriefe - der älteste in der Ausstellung stammt aus dem Jahre 1819. Zahlreiche Original-Fotografien lassen erahnen, wie ein Baby damals für die Taufe ausstaffiert wurde. «Taufe und vieles mehr» nimmt die Besucher mit auf eine faszinierende Zeitreise mit.
Ursprung, Geschichte und Bedeutung der Taufe
In allen christlichen Konfessionen gehört die Taufe zu den klassischen kirchlichen Symbolhandlungen. Diese werden aber unterschiedlich gestaltet. Ihren Ursprung hat der religiöse Ritus im Neuen Testament. Er steht für den Eintritt in das Leben als Christ. Die Taufe als Ritus reicht aber noch weiter in vorchristliche Zeiten zurück. Bereits im Judentum waren ähnliche Rituale bekannt, die eine spirituelle Reinigung eines Gläubigen herbeiführen sollten. Das griechische Wort für «taufen» im Neuen Testament ist «baptizein». Das bedeutet so viel wie ein- oder untertauchen. Flavius Josephus verwendet den Begriff Taufe im Zusammenhang mit seinem Bericht über Johannes den Täufer. Die erste Taufe, die im Neuen Testament erwähnt wird, ist jene durch Johannes. Er erhielt deshalb auch den Beinamen «der Täufer». Johannes vollzog die Taufe im Wasser des Jordan. Dort liess sich Jesus nach übereinstimmenden Berichten der Evangelisten von Johannes taufen. Auch einigen der späteren Jüngern und Aposteln spendete Johannes die Taufe. In der frühen Kirche war die Taufe ein Ritual, das sowohl bei den Täuflingen als auch bei den Mitfeiernden einen tiefen Eindruck hinterliess. Die Taufe war ein einmaliger und radikaler Schritt. Das alte Leben gehörte endgültig der Vergangenheit an und ein neues mit Christus begann. Die Taufe bedeutete die Trennung von alten Grundsätzen und Werten. Mit ihr gingen oft auch Veränderungen der äusseren Lebensbedingungen einher. Sich taufen lassen war der Anfang einer neuen Selbstdefinition: Ich bin nun Christ und richte mein Leben vollständig danach aus. Darauf bereiteten sich die Täuflinge mehrere Jahre vor. In dieser Zeit wurden sie in das Geheimnis des christlichen Lebens eingeführt. Ganz offensichtlich verstand es die frühe Kirche, die Menschen für ein Leben mit und aus Jesus Christus zu begeistern.
Taufe als Auf- und Ausbruch
Das Leben der ausgehenden Antike war geprägt durch den Ruf nach «panem et circenses» - Brot und Spielen. Es drehte sich alles um Neugier und Sensationen, um Vergnügen und Belustigungen. Aus dieser leeren Lebensweise brachen die Täuflinge aus. Der Bruch mit ihrer alten Identität wurde eindrucksvoll in der nächtlichen Tauffeier zum Ausdruck gebracht. Die Täuflinge mussten sämtliche Bekleidung, Schmuck und Haarnadeln ablegen. Dann stiegen sie nackt in das Taufbecken und wurden dreimal im Wasser untergetaucht.
Heute wird dies in der russisch-orthodoxen Kirche weiterhin so zelebriert. Die Täuflinge widersagten dem Bösen und der Sinnlosigkeit eines gottfernen Lebens. Sie entschieden sich, dieser Welt zu entsagen. Sie wollten sich nicht mehr über Erfolg und Leistung, über Vergnügen und Ausschweifung definieren, sondern über Christus. Sie erfuhren die Taufe wie eine Neugeburt, wurden freie Menschen. Wenn die Täuflinge nackt aus dem Becken stiegen und dann vom Bischof - oder die Frauen von einer Frau - mit wohlriechenden Ölen gesalbt wurden, dann erfuhren sie sich wirklich als neue Menschen. Zugleich fanden sie in der Kirche neue Brüder und Schwestern - eine Gemeinschaft, in der sie vorurteilslos aufgenommen wurden. Sie waren aber verpflichtet, ein sinnvolles und erfülltes Leben zu führen. Übrigens: Zu Zeiten Konstantins des Grossen (römischer Kaiser von 306 bis 337 n. Chr.) war es bei Erwachsenen üblich, die Taufe bis kurz vor dem Tod hinauszuzögern, um gleichsam reingewaschen vor Gottes Angesicht zu treten. Kaiser Konstantin der Grosse liess sich angeblich selbst erst auf dem Sterbebett taufen.
Die Kindertaufe, ein Novum
Lange Zeit war die Erwachsenentaufe der Normalfall, erst später kam offiziell die Kindertaufe hinzu. Ob Kinder vorher schon mit den Eltern zusammen, quasi in einem Guss, getauft wurden, entzieht sich der Kenntnis. Die Anfänge der Kindertaufe liegen im Dunkel der Geschichte. Aber schon im 3. Jahrhundert nach Christus gab es die Kindertaufe. Zu Beginn des 5. Jahrhunderts war dieser Brauch weit verbreitet. Dies hatte politische Gründe: Seit 325 n. Chr. wurde das Christentum im Römischen Reich offiziell toleriert und 380 n. Chr. wurde der christliche Glaube zur Staatsreligion erklärt. Im 4. Jahrhundert war die Taufe bereits zu einem Ritual geworden, das für alle Bewohner im römischen Reich galt. Im Einzelfall wurden Zwangsmittel eingesetzt, um Nichtchristen zu taufen. Aurelius Augustinus (354-430 n. Chr.), Kirchenlehrer und Bischof aus dem nordafrikanischen Hippo, begründete die Verpflichtung zur Kindertaufe innerhalb der römischen Kirche. Er vertrat die Auffassung, dass bei der Geburt jeder Mensch mit Schuld belastet sei; nur die Taufe könne diese Erbsünde wegwaschen. Ohne Taufe könne man nicht in Gottes Reich gelangen, so Augustinus. Diese Vorstellung setzte sich durch und belastete den Glauben zukünftiger Christengenerationen. Aber Augustinus entwickelte anderseits die Vorstellung des Taufsakramentes als eines sichtbaren Zeichens einer unsichtbaren Handlung Gottes am Menschen. Diese prägt dem Täufling den Charakter des neuen Menschen wie ein Stempel ein. Die hohen Zahlen von Neugetauften forderten seit dem 5. Jahrhundert eine veränderte Kirchenorganisation. Anstelle der Bischöfe als erste Taufspender tauften nun die Priester. Für Jahrhunderte war nun die Kindertaufe die Regel. Schon kurz nach der Geburt mussten die Säuglinge getauft werden, ungetaufte
Kinder gab es faktisch nicht. Erst im 16. Jahrhundert wurde die Kindertaufe infrage gestellt: Während Reformatoren wie Martin Luther, Johannes Calvin und Ulrich Zwingli sich für die Beibehaltung der Kindertaufe aussprachen, gingen andere Gruppierungen wie z.B. die Wiedertäufer zur Gläubigentaufe über: Wer getauft werden will, muss sich selber bewusst dafür entscheiden, und das ist in der Regel ein Erwachsener.
Offen für Neues
Als die Kindertaufe mehr und mehr zum Normalfall wurde, ging viel von der ursprünglichen Wirkung der Taufe verloren. Das Kind bekommt von diesem bedeutsamen Ereignis nichts mit. Aus diesem Grund wurde in der Vergangenheit manche Deutung mit der Kindertaufe verbunden. Zum Beispiel, dass das Kind von der Erbsünde befreit werde, dass aus einem Heidenkind ein Gotteskind werde oder dass es durch die Taufe in die Kirche eingegliedert werde. Mit dem Wasser der Taufe sollte das Kind gereinigt werden. Die Kirche im Mittelalter meinte, das Kind werde von der Erbsünde reingewaschen. In unserer heutigen Sprache könnte man es so übersetzen: Alles, was das Kind belastet, wird in der Taufe abgewaschen. Angefangen von den Erbfaktoren bis hin zur psychischen Familiensituation, die bedingt ist durch die Kindheitserfahrungen der Eltern, der Grosseltern und Urgrosseltern. Nach der Taufe ist das Kind nicht mehr festgelegt durch die Vergangenheit, sondern offen für das Neue. Es gibt in allen Religionen Riten um die Geburt eines Kindes. Alle Völker und Kulturen haben offensichtlich das Bedürfnis, das Geheimnis der Geburt und das göttliche Geschenk eines Kindes durch Riten auszudrücken. Und oft kreisen diese Riten um das Thema Wasser und Waschung. Vom Kind soll alles abgewaschen werden, was sein wahres Wesen verhüllt. Es soll in Berührung kommen mit der wahren Quelle des Lebens. War die Kindertaufe seit dem 4. Jahrhundert die Regel in Europa, so ist die Taufe heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Viele Eltern überlassen diesen Schritt den Kindern selber. Die zunehmenden Zahlen von Taufen von Kindern im Schulalter und von Erwachsenen zeigen, dass die Taufe auch zu einem späteren Zeitpunkt sinnvoll ist. Die Zahl der getauften Kinder mag rückläufig sein, trotzdem ist die Kindertaufe für viele Familien ein attraktives Fest: lebendig, freundlich und positiv. Denn die Vorstellung, ein kleines Kind Gott anzuvertrauen, seinen Schutz zu erbitten und in die Kirche aufnehmen zu lassen, bleibt vielen Menschen vertraut und in guter Erinnerung. Erst im 20. Jahrhundert wurde mit dem II. Vatikanischen Konzil (1962?1965) die Praxis der Erwachsenentaufe in der katholischen Kirche offiziell wieder eingeführt.
Das Sakrament der Taufe
Die Taufe ist ein Sakrament. Doch mit diesem Begriff können heute viele nichts mehr anfangen. «Sakrament» bedeutet eine Weihehandlung mit eidlicher Verpflichtung. «Sacramentum» war eigentlich der Fahneneid des römischen Soldaten. Im Sakrament der Taufe bindet sich der Täufling an Christus. Er drückt damit aus, dass er gemeinsam mit Christus sein Leben gestalten möchte. Doch Sakrament meint noch etwas anderes. Es ist die Übersetzung des griechischen Wortes «mysterion». Mysterium aber bedeutet die Einweihung des Glaubenden in das Geheimnis des Lebens.
Das Wasser als Lebenselixier
Das zentrale Element der Taufe ist sicherlich das Wasser. Für die frühen Christen, die nackt ins Taufbad stiegen, war es eindrücklicher als für uns, die wir nur ein paar Spritzer Wasser über den Kopf des Kindes giessen. Wasser ist der Ursprung allen Lebens. Ohne Wasser ist kein Leben auf der Erde denkbar. Fast drei Viertel der Erdoberfläche sind von Ozeanen, Seen, Flüssen und Eis bedeckt. Auch unterhalb der Erdoberfläche fliesst das Wasser wie in der Luftschicht über der Erde, hier grösstenteils als Dampf. Uns Menschen ist das Wasser durch die neun Monate im Fruchtwasser von Anfang an vertraut. Und über zwei Drittel unseres Körpers bestehen aus diesem Lebenselixier. Wasser ist mehr als Brot. Wir können mehrere Wochen ohne Nahrung leben, aber ohne Wasser keine zehn Tage. Wasser hat in allen Religionen und Kulturen auch eine Reinigungs- und Erneuerungskraft. Das Wasser der Taufe reinigt uns von den Fehlern der Vergangenheit und erneuert uns. Wasser ist das Zeichen der Taufe, durch die wir eine Lebenskraft empfangen, die nicht einmal der Tod zu zerstören vermag. Übrigens ist es verhältnismässig leicht, die Aussage «Wasser spendet Leben» Kindern im Kindergartenalter verständlich zu machen: Wir säen Kresse in zwei Schalen. Die eine begiessen wir mit Wasser, die andere bleibt trocken. Nach wenigen Tagen zeigt sich die Wirkung: Wasser spendet Leben!
Das weisse Taufkleid
Die frühen Christen schritten nackt in das Taufbecken und zogen dann weisse Gewänder an. Sie verwirklichten, was Paulus im Galaterbrief schreibt: «Ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus als Gewand angelegt.» Das Anziehen des weissen Gewandes ist nicht nur etwas Äusseres, es verwandelt vielmehr den ganzen Menschen. Das weisse Kleid bedeutet nicht in erster Linie Reinheit oder Unschuld, sondern: Du hast Christus angezogen. Man kann Weiss auch als Farbe des Anfangs, der Sonne und der Auferstehung verstehen; denn Weiss ist keine eigene Farbe, sondern vereinigt alle Farben in sich. In Erinnerung daran trägt auch eine Braut bei ihrer Hochzeit ein weisses Kleid. Und das weisse Linnen, in das ein Verstorbener gehüllt wird, soll auch aussagen: Du gehörst Christus an. Im Urchristentum wurde das weisse Kleid acht Tage nach der Osternacht abgelegt. Darum heisst dieser Tag bis heute Weisser Sonntag. In der frühen Kirche trugen die Taufbewerber während der Vorbereitungszeit des Katechumenats dunkle Gewänder, dies als Zeichen der Bereitschaft, ein neues, christliches Leben zu führen. In der Osternacht zogen sie zur Taufe dann ein weisses Gewand an. An diesen frühchristlichen Brauch erinnert das heutige weisse Taufkleid, das den Neugetauften angezogen wird. Die Liturgie der Taufe sieht zwar vor, dass die Kinder das Taufkleid nach der eigentlichen Taufe angelegt bekommen. Meist haben die Eltern das liebevoll ausgesuchte Taufkleid schon vorher den Kindern angezogen; deshalb legt der
Priester oder Diakon meist ein zusätzliches Taufkleid kurz über, um dieses Zeichen deutlich zu machen.
Die Taufkerze begleitet durchs Leben
Der Brauch, eine Taufkerze zu entzünden und zu überreichen, verweist auf Jesus Christus als das Licht der Welt. Traditionell erhält die Taufkerze ihr Licht deshalb durch Anzünden am Licht der Osterkerze, die während des Jahres ausserhalb der Osterzeit neben dem Taufbrunnen leuchtet. Die Taufkerze empfängt vom Licht Christi ihr Licht - so wie der Getaufte von Christus Gottes Geist empfängt. Die Osterkerze wird immer in der Feier der Osternacht am Osterfeuer entzündet. Die Ostermesse feiert die Auferstehung Jesu. Diese Nacht ist der zentrale Tauftermin der Kirche. Jesus Christus soll das Licht des Lebens für den Täufling sein. Meist wird die Taufkerze dem Täufling von seinen Taufpaten geschenkt. Sie soll ihn durch das ganze Leben begleiten. Deshalb wird die Taufkerze auch traditionell an den anderen zentralen Ereignissen eines christlichen Lebens angezündet: bei der Erstkommunion, bei der Firmung und bei der Hochzeit. Schliesslich brennt sie auch bei der letzten Wende im Leben, zur Beerdigung am Sarg, wenn der Christ in Gottes Herrlichkeit übergeht.
Taufbriefe von doppeltem Wert
Taufbriefe, auch Glücksbriefe, Taufzettel, Patenbriefe, Taufzedeli oder Göttibriefe genannt, sind beschriebene oder vorgedruckte, zum Teil schön verzierte und bemalte Papiere. Sie wurden am Tag der Taufe von den Paten für den Täufling übergeben und hatten eine Doppelfunktion. Sie waren sowohl Träger frommer und guter Wünsche für den Lebensweg des Neugeborenen als auch ein mehr oder weniger grosser «Göttibatzen». Die reizvollen Zettel dürfen mit Recht als ein Stück grafische Volkskunst bezeichnet werden. Seit dem 13. Jahrhundert ist es Brauch, Patengeschenke zu überreichen. Geldgeschenke kamen im 15. Jahrhundert auf, zuerst verpackt in seidene Beutelchen, später auch in Dukatenbüchsen. Die wichtigste und am meisten verbreitete Hülle jedoch war der Taufbrief. Der älteste bis heute bekannte Taufbrief dieser Art stammt aus Zabern im Elsass und wurde 1593 geschrieben. Am Ende des 18. Jahrhunderts und vor allem im 19. Jahrhundert wurden dann vorwiegend gedruckte Taufbriefe verwendet. Diese Taufbriefe waren in ganz Deutschland, im Elsass und in der deutschen Schweiz verbreitet. Auswanderer haben den Brauch bis in die USA gebracht. Die Übergabe des Göttibatzens war immer mit guten Wünschen und frommen Ermahnungen für den künftigen Lebensweg verbunden. Dabei wurden oft über Jahrhunderte hinweg dieselben Sprüche und Verse verwendet. Beliebt waren Texte aus dem Katechismus, aus der Bibel sowie gute Ratschläge oder persönlich formulierte Sprüche für den Täufling, in der Regel in Versform. Viele der Taufzettel wurden mit bunten Blumen-, Pflanzen- und Tiermotiven geschmückt und dadurch zu persönlichen Kunstwerken und Andenken gestaltet. Die Künstler sind bis auf wenige Ausnahmen unbekannt.
Tauftaler prägten das Erlebnis ein
Der Tauftaler ist ein medaillenartiges Gepräge im Talergewicht, das sich in Bild und Schrift auf die christliche Taufe bezieht. Sie wurden dem Täufling von seinem Paten zur Taufe geschenkt. Eine grosse Anzahl Tauftaler wurden seit dem 17. Jahrhundert bis etwa 1767 im Harz in der Münzstätte Zellerfeld geprägt. Als Vorbild des Herzer Tauftalers dienten vermutlich die aus der sächsischen Münzstätte Gotha bekannten Tauftaler aus den Jahren 1670 und 1671. Die Gepräge der Tauftaler zeigen vielfältige Darstellungen der Taufe, wie z.B. die Taufe Christi im Jordan oder Taufzeremonien in der Kirche. Ergänzt wurden sie durch christliche Texte und Taufsprüche.
Taufbecher als lebenslange Erinnerung
Der Taufbecher ist ein Trinkgefäss, das als Geschenk für den Täufling übergeben wird. Heute handelt es sich meistens um einen versilberten oder silbernen Becher. Dieser kann schlicht oder mit dezenten Verzierungen versehen sein. Auch die Gravur von Leitspruch, Taufnamen oder Initialen des Täuflings ist üblich. Ist das Geburtsdatum eingraviert, so befindet es sich meistens am Becherboden. Der Taufbecher ist ein beliebtes Patengeschenk, das den Täufling durch das ganze Leben begleiten soll. Das Gefäss symbolisiert die Reinheit und die Unschuld. Es ist ein Hinweis auf die reinigende und lebensspendende Bedeutung des Wassers und in diesem Zusammenhang eine Anspielung auf das Wasser der heiligen Handlung der Taufe.
Taufpaten als irdische Schutzengel
Die Taufpaten sollen dabei helfen, wie sie es bei der Taufe versprechen, dass aus dem Täufling ein guter Christ wird. Das Patenamt ist nicht nur ein Ehrenamt, sondern ein Dienst am Leben des Kindes. Es bewahrt auch die Taufeltern vor einer falschen Isolierung. Allerdings dürfte es konkret schwierig sein, Einfluss auf die Erziehung des Kindes zu nehmen, für das sie ja im Ernstfall alle Verantwortung übernehmen. Die Paten sollen nicht nur «Geschenkautomaten» sein, die am Geburtstag und vielleicht zu Weihnachten pflichtschuldig mit einem Geschenk auftauchen, sondern im günstigsten Fall in allen Lebensbereichen Freund und Wegbegleiter des Patenkindes werden - eine Art irdischer Schutzengel.
Quelle/Text: Spielzeug Welten Museum Basel, August 2012
Reborn-Puppen ein neuer Trend
25 Reborn-Puppen mit alten Taufkleidern vermitteln zusätzlich einen Hauch vergangener Tage. Als Reborn-Puppen bezeichnet man Puppen aus Vinyl, die so realistisch wie möglich einem Baby nachempfunden sind. Der Name kommt daher, dass man den Herstellungsprozess einer solchen Puppe als «Wiedergeburt» (reborn = wiedergeboren) bezeichnet. Der Ursprung dieser Puppen liegt Anfang der 1990er Jahre in den USA. Puppensammler begeisterten sich schnell für diese neue Puppenform und über das Internet erfolgte eine rasante weltweite Verbreitung. Puppensammler erwerben aus den verschiedensten Gründen eine Reborn-Puppe. Es kann die Liebe zu Puppen sein oder die Begeisterung für ein Kunstobjekt. Natürlich gibt es auch Sammler, die diese Puppen als eine Art Kind-Ersatz ansehen. Die Preise können sehr unterschiedlich sein. Die Qualität der Puppe bestimmt ihren Preis. Dieser kann mehrere Hundert, aber auch mehrere Tausend Franken betragen.
Ausstellung, Memory und Wettbewerb
Die Besucherinnen und Besucher können in der Ausstellung ihr Gedächtnis mit einem speziellen Baby-Memory am iPad trainieren. Bei Erfolg erwartet sie der unvergleichliche Baby-Werbespot von Evian. Dieses einzigartige Memory wurde dank der Zusammenarbeit mit der Evian Volvic Schweiz AG möglich. Mit der Sonderausstellung verbunden ist auch ein Wettbewerb: 25 Reborn-Babys aus
der Ausstellung dürfen getauft werden. Wer am Wettbewerb via Internet oder direkt im Museum teilnimmt, kann eines von drei wertvollen Reborn-Babys gewinnen.
Facts & Figures
Öffnungszeiten Museum, Shop und Restaurant:
täglich von 10 bis 18 Uhr
Für das Spielzeug Welten Museum Basel sind der Schweizer und der Oberrheinische Museumspass gültig.
Eintritt:
CHF 7.-/5.-
Kinder bis 16 Jahre haben freien Eintritt und nur in Begleitung Erwachsener.
Mehr Infos finden Sie hier!

