Endstation Meer? Das Plastikmüll-Projekt

Gigantische Mengen an Plastikmüll gelangen tagtäglich in die Meere, so dass sich diese schleichend in eine Plastiksuppe verwandeln - mit schwerwiegenden Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Das Museum für Gestaltung Zürich beleuchtet mit der Ausstellung "Endstation Meer?", in Partnerschaft mit der Drosos Stiftung, die Folgen des Plastikmülls, aber auch verschiedene Lösungsansätze.
Plastiktüte, Kinderspielzeug, PET-Flasche, Lebensmittelverpackungen? Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat das Erdöl-basierte Material seinen Siegeszug durch die Konsumwelt angetreten. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es ist preiswert, einfach in der Verarbeitung und nimmt fast jede gewünschte Eigenschaft an. Unser Alltag ist voll von Plastik.
Was aber passiert mit einem Plastikprodukt nach dem Ende seines Lebenszyklus? Ein grosser Teil dieser Produkte - jedes Jahr mehr als 6,4 Mio. Tonnen - landet unkontrolliert in unserer Umwelt und schliesslich in unseren Meeren und verwandelt diese schleichend in eine globale Plastiksuppe. Bereits heute gibt es keinen Quadratkilometer Meerwasser, der frei ist von Plastikteilen. Obwohl nur ein kleiner Teil davon an der Oberfläche treibt, bilden sich aufgrund der Meeresströmungen gigantische Plastikstrudel. Der grösste befindet sich im Pazifik, dieser hat inzwischen eine Fläche, die grösser ist als Mitteleuropa. Aber ist das Meer tatsächlich die Endstation? Da herkömmlicher Plastik nicht biologisch abbaubar ist, wird er in immer kleinere Stücke aufgebrochen und gelangt in die Nahrungskette. So finden wir den Müll am Ende auf unserem Teller wieder, mit gravierenden Konsequenzen für unsere Gesundheit.

Die Ausstellung
So richtet das Museum für Gestaltung Zürich den Fokus für einmal ans Ende der Gebrauchsgeschichte von Design: Zentrum der Ausstellung "Endstation Meer?" und Symbol für die ökologische Katastrophe ist eine Installation von Plastikschwemmgut aus verschiedenen Weltmeeren. Kooperationspartner haben den Plastikmüll bei Strandsäuberungen auf Hawaii, an der Nordsee und der Ostsee gesammelt. An den gezeigten Stücken lassen sich Herkunft, Lebenszyklus, Sinn und Unsinn der Plastikprodukte nachvollziehen. Neben rätselhaften Gegenständen aus der Fischereiindustrie findet man die Reste wohlbekannter Alltagsobjekte wie Plastikbecher oderZahnbürsten, die sichtbare Spuren des Treibens im Salzwasser und des Zusammentreffens mit
Meeresbewohnern aufweisen. Darüber hinaus zeigt die Ausstellung den Hintergrund des Problems und seine fatalen Auswirkungen auf Meere, Tiere und Menschen.
Die verbreitetsten Kunststoffe werden vorgestellt, Fragestellungen zu Konsum, gesundheitlichen Risiken, Mikroplastik, Materialkreisläufen oder Biokunststoffen beleuchtet. Ausserdem werden lokale und internationale Lösungsansätze im Sinn von Reduzieren, Umnutzen oder Wiederverwerten präsentiert. Diese sollen zum Nachdenken und letztlich auch zum Handeln anregen.

Die Vermittlung im Fokus
Demzufolge setzt diese Ausstellung einen Schwerpunkt auf die Vermittlung. Dafür sind eigens drei Räume eingerichtet, in welchen sich die BesucherInnen aktiv mit dem Thema auseinandersetzen können. Publikationen, Websites, Studien, Filme und Projekte werden bereitgestellt. Zum ersten Mal in der Geschichte des Museums steht ausserdem immer während der Öffnungszeiten eine Vermittlerin für Gespräche und Fragen zur Verfügung. Weiterführende Angebote - Exkursionen, Führungen, Ausstellungsgespräche, Erzähltheater - ermöglichen sowohl eine theoretische als auch praktische Konfrontation mit dem Thema für alle Generationen. Die Grenzen und Möglichkeiten des Materials werden in der Designwerkstatt erkundet, die mit gebrauchtem Kunststoff experimentiert und versucht, Altes nachhaltig zu verwenden. Zudem wirken die Veranstaltungen in und ausserhalb des Museums auf die Ausstellung zurück, hinterlassen Spuren und werden im Resonanzraum sichtbar.

Die internationale Tournee
Anschliessend an die Ausstellung in Zürich wird die Ausstellung durch Europa touren und in rund 10 weiteren Museen gezeigt. Die Tournee startet in den Niederlanden und führt über Deutschland und Finnland nach Dänemark. Als Website zur Ausstellung entsteht eine Online-Plattform, die vertieft über die Ausstellung, das umfangreiche Vermittlungsangebot und die wichtigsten Themen zu Plastik informiert. Man erfährt mehr über die internationale Tournee, kann mitverfolgen, wie sich das Projekt entwickelt und die eigene Meinung einbringen: www.PlasticGarbageProject.org.
Ein Austausch findet auch über die Facebook-Seite statt.

Eintritt
Der Eintritt und das Vermittlungsprogramm sind kostenlos.
Öffnungszeiten:
Dienstag-Sonntag 10-17 Uhr, Mittwoch 10-20 Uhr

Das gesamte Angebot und detaillierte Informationen zur Vermittlung finden Sie hier!

Kidy swissfamily: Juni/2012

Quelle/Text: Museum für Gestaltung Zürich, www.museum-gestaltung.ch


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