Stammzellen aus Milchzähnen gewinnen

Die Einlagerung von Stammzellen kennen Sie wahrscheinlich vom Hörensagen. Sie fragen sich nun, ob Sie dies für das Baby, das Sie erwarten, in Betracht ziehen sollten. Jetzt kann man ja auch Stammzellen aus Milchzähnen gewinnen und einlagern. Ist das eine Lösung, die Ihnen zusagen könnte? Wir haben uns für Sie erkundigt.
Eine Zelle ist die kleinste Lebenseinheit mit allen Kennzeichen des Lebendigen. Die Stammzellen bauen vor der Geburt die verschiedenen Teile des menschlichen Körpers auf, wobei alle Zellen ihre eigenen Funktionen haben. Es gibt Stammzellen für die Muskeln, das Gewebe, die Organe, das Blut, die Knochen, ja für jeden Teil des menschlichen Körpers. Nach der Geburt werden die Stamm-zellen flexibler. Nach und nach erlangen sie die Fähigkeit, sich zu vermehren und sich in jedwede der spezialisierten Zellen zu wandeln.

So bilden sie ein natürliches Reparatursystem. Auf technologischer, medizinischer und therapeutischer Ebene wurden im Verlauf der letzten zwanzig Jahre im Bereich der Stammzellen zahlreiche Fortschritte erzielt. Die Stammzellen erledigen beispielsweise nicht nur Unterhaltsarbeiten am Körper, sondern ermöglichen die Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit des Blutes, reparieren Schädigungen am Immunsystem, tragen zur Regenerierung der Organe bei und bekämpfen erfolgreich eine immer grösser werdende Anzahl von Krankheiten, die bisher teilweise -sogar tödlich verliefen. Auf medizinischem Gebiet werden sehr schnell Fortschritte erzielt. Das Potential des Einsatzes von Stammzellen erscheint deshalb vielversprechend. Seit einigen Jahren gibt es in der Schweiz Banken, die von der Nabelschnur oder von deren Blut gewonnene Stammzellen einlagern.

Einlagerung von Stammzellen aus Milchzähnen
Einem Forscher des National Institute of Dental and Craniofacial Research in den USA ist es 2003 gelungen, aus Milchzähnen Stammzellen zu gewinnen. In jedem Milchzahn befindet sich das Zahnmark (die Pulpa), dessen Inneres aus Stammzellen besteht. Das sind die sogenannten mesenchymalen Stammzellen. Die Zahnstammzellen mit dem besten Potential befinden sich in der Pulpa der 20 ersten Milchzähne eines Kindes. Diese Stammzellen bilden sich während der sechsten Entwicklungswoche des Fötus im Mutterleib. Das sind die einzigartigen mesenchymalen Stammzellen.

Wann können Zahn-Stammzellen eingesetzt werden?
Die medizinischen Therapien auf der Basis von Stammzellen werden laufend weiter entwickelt. Das Anwendungsspektrum wird sich demzufolge in den kommenden Jahren rasch erweitern. Diese Stammzellen haben die Fähigkeit, sich in mehrere andere Zelltypen zu verwandeln und dann Gelenke, Muskeln, Knochen, Nerven und gar Herzschädigungen zu reparieren. Sie können auch bei der Behandlung von Krankheiten wie Diabetes, Arthritis und neurologischen Erkrankungen eingesetzt werden. Jüngste Untersuchungen zeigen, dass Zahn-Stammzellen eine wichtige Rolle bei regenerativen und reparativen Therapien von folgenden Krankheiten spielen können: Zahnregeneration, Knochenaufbau, Myokardregeneration, Behandlung neurodegenerativer Krankheiten, Reparatur von Motoneuronen nach einer Läsion, Muskelaufbau und Behandlung von Muskeldystrophie.

Wie werden die Zahn-Stammzellen gewonnen?


Stufe 1: Vorbereitung
Die Milchzähne des Kindes in gutem Zustand erhalten.
Gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch garantieren gesunde Stammzellen und gesundes Zahnmark. Das erreicht man mit regelmässigem und korrektem Zähneputzen.
Handeln, sobald die Zähne wackeln: Idealerweise wartet man nicht, bis der Zahn ausfällt. Es wäre besser, ihn zu lockern oder den Zahnarzt zu bitten, ihn zu ziehen. Zähne, die von selbst ausfallen, kann man dennoch verwenden. Die darin enthaltenen Stammzellen sind dann aber vielleicht nicht so zahlreich.

Stufe 2: Den Zahn in das Entnahme-Kit legen
Sobald der Zahn gezogen ist, muss er innert 15 bis 20 Minuten in das Entnahme-Kit gelegt werden. Damit vermeidet man das Austrocknen des Zahnmarks und konserviert die Stammzellen.

Stufe 3. Von der Fingerbeere des Kindes eine Blutprobe entnehmen
Diese «kapillär» genannte Blutentnahme besteht darin, dass man dem Kind durch das Stechen der Fingerbeere einen kleinen Tropfen Blut entnimmt. Das ist einfach und beim Kind problemlos durchzuführen. Mit dieser Probe kontrolliert die Bank mit einem Standard-Screeningtest das Blut auf HIV, Hepatitis B und C sowie Syphilis, gemäss den geltenden Vorschriften.

Stufe 4. Ausfüllen eines Fragebogens
Das Entnahme-Kit enthält auch einen Gesundheits-Fragebogen. Die Eltern werden gebeten, ihn vollständig auszufüllen und ihn zusammen mit dem Entnahme-Kit und der Blutprobe des Kindes zurückzuschicken.

Stufe 5. Die Stammzellenbank anrufen
Das Unternehmen schickt dann unverzüglich einen zugelassenen medizinischen Kurier, der das Kit entgegennimmt. Der Zahn muss spätestens 72 Stunden nach dessen Entnahme im Labor eintreffen.

Verfahren
Sobald die Proben im Labor eingetroffen sind, werden die persönlichen Kundeninformationen in das elektronische Erfassungssystem eingegeben. Das Personal des spezialisierten wissenschaftlichen Labors entnimmt die Stammzellen dem Zahnmark und konserviert sie, bei Einhaltung strenger Richtlinien, in einem zu diesem Zweck installierten, sterilen Labor. Zuerst wird die Qualität des Zahns auf dessen Gesundheit und die Lebensfähigkeit der Pulpa evaluiert. Dann werden die Stammzellen der Pulpa entnommen und von allen anderen Zahnteilen getrennt. Der Erfolg der Prozedur wird nach -einigen Tagen mikroskopisch geprüft. Dann werden die Stammzellen für die Einlagerung präpariert.

Aufbewahrung
Sobald die Stammzellen dem Zahnmark entnommen sind, werden sie in Einweg-Kryo-Röhrchen abgefüllt, die mit einem Strichcode versehen sind, damit die Stammzellen Ihres Kindes nicht verloren gehen und ihre Identifizierung immer sicher gestellt ist. Für einen besseren Schutz werden die Röhrchen dann in einen kryogenen Behälter platziert. Die mit einem Strichcode versehene Kryobox wird daraufhin in einem mit Flüssigstickstoff gefülltem Reservoir eingelagert. So werden die Stammzellen auf vertrauliche und sichere Weise im Stickstoffdampf aufbewahrt bis zu dem Tag, an dem Ihr Kind sie vielleicht brauchen kann.

Mehr zu Future Health Biobank

Future Health BIOBANK betreibt in Grossbritannien eigene Labors und kryogene (tiefkalte) Lagerungssysteme, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Jetzt wird im freiburgischen Châtel-St-Denis das zweite europäische Labor eröffnet. Beide Anlagen entsprechen den strengsten Verfahrensvorschriften Europas. Future Health BIOBANK ist die erste in Europa akkreditierte Stammzellenbank mit Volllizenz des britischen Amts für die Kontrolle der Verwendung von menschlichen Geweben (Human Tissue Authority, HTA), die dessen hohen Anforderungen entspricht. Sie erfüllt auch die Blutsektor-Vorschriften der britischen Arzneimittelbehörde MHRA. Für weitere Fragen steht Ihnen der Kundendienst gerne zur Verfügung.

Future Health BIOBANK SA
Route de Pra de Plan 3
1618 Châtel-St-Denis, Schweiz
Telefon: +41 21 948 2 948
Fax: +41 21 948 2 959
Gratisnummer: 0800 905 286
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www.futurehealthbiobank.ch

Quelle/Text: Lysander Jessenberger


Interview: «Das Potenzial von Stammzellen ist vielversprechend.»

Dr. Philippe Elalouf betreibt eine Zahnarzt-praxis in Genf. Er spezialisierte sich auf Paradontologie. Dr. Elalouf ist verheiratet und Vater von zwei Kindern im Alter von sieben und zwölf Jahren.


Was hat Ihr Interesse für Stammzellen ausgelöst?

Als Zahnchirurg setze ich auf dem Gebiet der Implantologie und Parodontologie oft Knochenersatzmaterialien ein, um das Knochengewebe zu regenerieren. Da erzielen wir recht gute Resultate. Die künftige Lösung wird jedoch darin bestehen, patienteneigene Zellen verwenden zu können. Die Perspektive einer konkreten Anwendung in meinem Tätigkeitsgebiet hat mich veranlasst, mich mit dieser Entwicklung zu befassen.

Empfehlen Sie den Eltern, für ihre Kinder an Stammzellen zu denken?
Ja, sicher. Viele Eltern haben es verpasst, von der Nabelschnur ihres Babys, oder deren Blut, Stammzellen entnehmen zu lassen. Die den Milchzähnen entnommenen Zellen bieten also eine ebenso wirksame zweite Chance.

Wo können Stammzellen eingesetzt werden?
Viele Krankheiten können mit Stammzellen behandelt werden - auf den Gebieten der Hämatologie oder der Onkologie beispielsweise. Man weiss bereits, dass Leukämien therapiert werden können. Vor kurzem hat ein Team amerikanischer Ophtalmologen einem Patienten, der an einer Makuladegeneration litt, Stammzellen injiziert und damit sein Sehvermögen verbessert. Man wird wahrscheinlich Anwendungen auf dem Gebiet der Diabetologie und der Kardiologie entwickeln. Dank Stammzellen wird man Gewebeteile oder gar ganze Organe ersetzen können. Auf dem Gebiet der Zahnmedizin ist es bereits gelungen, Zahngewebe, z.B. nicht kalkhaltige Pulpa und kalkhaltiges Dentin zu produzieren. Wer also auf Stammzellen setzt, spekuliert nicht mit etwas, das vielleicht einmal Anwendungen findet. Die Anwendung ist bereits Realität.

Werden Sie die Milchzähne Ihrer eigenen Kinder lagern lassen?
Ich tue das bereits. Für unsere Kinder ist nichts gut genug. Eines Tages werden sie vielleicht ihre Stammzellen brauchen, sollten sie an einer schweren Krankheit leiden. Und wer weiss, vielleicht werde ich auch davon profitieren können oder müssen.

Und warum Future Health?
Da spielte der Zufall mit. Patienten haben dieses Unternehmen erwähnt. Sie wollten wissen, ob ich Future Health BIOBANK kenne, denn sie waren entschlossen, die Stammzellen ihrer Kinder einlagern zu lassen. Es handelt sich um ein seriöses Unternehmen, was das Packaging und die Herkunftssicherung betrifft. Demnächst wird das zweite europäische Labor in der Schweiz eröffnet. Was ich sehe, ist das qualifizierte und kompetente Personal, das Vertrauen weckt. Im Bereich von aus Milchzähnen gewonnenen Stammzellen hat Future Health bereits grosse Erfahrungen gesammelt.

 

Dr. Carlos Esteve ist Gynäkologe in Genf. Er hat sich auf die Behandlung von Inkontinenz, Lasertherapie und Geburtshilfe spezialisiert. Er ist Vater von drei Kindern im Alter von 30, 28 und 17 Jahren.


Warum interessieren Sie sich für Stammzellen?

Seit Beginn dieser Entwicklung interessiert mich diese Thematik. Leider wissen heute noch zu wenige Ärzte, welche Krankheiten dank Stammzellen geheilt werden können.

Empfehlen Sie Ihren Patientinnen, für ihre Kinder an Stammzellen zu denken?
Nein, denn das ist eine ganz persönliche Sache. Hingegen informiere ich meine Patientinnen, sage ihnen, was für Angebote es gibt. Die Leute fragen mich oft, ob ich dafür oder dagegen sei. Doch es liegt nicht an mir, diese Frage zu beantworten. Meine persönliche Ansicht ist jedoch, dass wer dagegen ist, total fortschrittsfeindlich ist. Die wissenschaftlichen Beweise sind vorhanden.

Wann empfehlen Sie in Ihrem gynäkologisch-geburtshilflichen Praxisalltag die Einlagerung von Stammzellen?
Ich empfehle es im Besonderen im Falle von Eizellen-oder Spermaspenden, denn Mitglieder einer Familie zu finden wird sich im Ernstfall als sehr kompliziert erweisen. Auch wenn in einer Familie Erbkrankheiten vorkommen, wie beispielsweise Leukämie, ist dies empfehlenswert.

Warum soll man also Stammzellen einlagern, und wo? Sollen private oder öffentliche Institutionen diese Aufgabe übernehmen?
Die öffentlichen Banken dienen der Forschung, für private Zwecke sind sie nur beschränkt nützlich. Mit genetischem Erbgut, dass mehr denn je vermischt ist, sind die Chancen, Gene vom gleichen Stamm zu finden, sehr gering. Die privaten Banken haben hier einen klaren Vorteil, doch diese Dienstleistung ist nicht gratis. Das ist unvermeidlich, ausser der Staat wäre bereit, diese Aufgabe zu übernehmen.

Was antworten Sie jenen, die meinen, das Risiko, je eigene Stammzellen einsetzen zu müssen, sei sehr gering?
Ich sage ihnen, sie sollen Informationen einholen. Die Liste der behandelbaren Krankheiten wird ständig länger. Die Entnahme von Stammzellen aus der Nabelschnur oder aus Milchzähnen ist eine einmalige Gelegenheit, viele dieser Zellen auf einmal konservieren zu können. Das sage nicht ich, sondern die Forschung. Ich hoffe, dass die Zweifler nie je ein Familienmitglied haben, dass eine Transplantation benötigt.

 

Unser Baby ist da!


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