Kleine Mädchen - Grosse Probleme
Tochter oder Sohn? Eltern ist das Geschlecht des Kindes vor der Geburt egal. Mama und Papa wünschen sich dann in erster Linie nur eines: ein gesundes Kind. Danach spielt das Geschlecht jedoch sehr wohl eine Rolle. Ob bei Kleidung, Erziehung oder Gesundheit, viele Eltern unterscheiden in diesen Fragen bewusst oder unbewusst zwischen Mädchen und Jungen. Besonders bei der Körpergrösse gilt: Jungen sind gross und stark, Mädchen klein und brav. In der Tat sind Frauen im Durchschnitt 13 Zentimeter kleiner als Männer - für Kinder in der Wachstumsphase gilt das jedoch nicht.
Das Wachstum eines Kindes beginnt bereits im Mutterleib und dauert bis zur Pubertät. Während dieser Phase sollten Jungen und Mädchen dauerhaft an Gewicht und Körpergrösse zulegen. Da jedes Kind seiner persönlichen Entwicklung folgt, kann das Wachstum manchmal schneller oder langsamer voranschreiten. Es ist also durchaus möglich, dass ein Mädchen in einem bestimmten Alter grösser ist als ein gleichaltriger Junge. Dass Kinder überhaupt wachsen, dafür sorgt das Wachstumshormon.Es wird in der Hirnanhangdrüse gebildet und von dort aus in die Blutbahn abgegeben. Neben dem Längenwachstum der Knochen in der Kindheit und Jugend, hat es noch weitere wichtige Aufgaben im menschlichen Körper. Wachstumshormon sorgt beispielsweise für starke und gesunde Knochen, reguliert das Verhältnis zwischen Muskel- und Fettgewebe oder entwickelt und versorgt Organe. Das Hormon wird deshalb lebenslang benötigt. Wenn sich die Wachstumsfugen in den Knochen geschlossen haben, ist die Wachstumsphase beendet. Ist die Wachstumsphase normal verlaufen, hat das Mädchen oder der Junge nun seine, von den Eltern geerbte, Zielgrösse erreicht.
Wachstumsstörungen bei Kindern
Es gibt verschiedene Ursachen, die zu einem verzögerten oder ausbleibenden Wachstum bei Kindern führen können. Chronische Krankheiten wie Nierenstörungen, Darmkrankheiten oder Herzfehler können beispielsweise das Wachstum eines Kindes beeinflussen. Ebenso sind unterschiedliche hormonelle Störungen, zum Beispiel ein Wachstumshormonmangel, der Auslöser einer Wachstumsstörung. Eine geringe Körpergrösse kann aber auch ein Krankheitszeichen eines Syndroms sein. Insbesondere bei Mädchen zählt das Turner-Syndrom zu den häufigsten Ursachen. Es handelt sich hierbei um eine Chromosomenstörung, die nur Mädchen betrifft. Das Syndrom macht sich vor der Pubertät oftmals lediglich durch eine geringe Körpergrösse bei den betroffenen Mädchen bemerkbar, kann sich dann aber beispielsweise auch auf verschiedene Organe negativ auswirken. Eines von 2500 Mädchen wird mit dem Turner-Syndrom geboren. Somit ist es ein gar nicht so seltenes Krankheitsbild. Oftmals bleibt die Ursache der Wachstumsstörung jedoch unbekannt. Bleiben die Ursachen einer Wachstumsstörung unbehandelt, können neben einer geringen Körpergrösse auch verschiedene andere körperliche Schäden zurückbleiben. Wichtig ist: Wachstumsstörungen treten bei Mädchen genauso häufig auf wie bei Jungen.
Mädchen bleiben klein?!

Obwohl Mädchen und Jungen gleichermassen von den einzelnen Krankheitsbildern betroffen sind, werden wesentlich mehr Jungen als Mädchen mit Wachstumsstörungen behandelt. Eine Behandlung mit Wachstumshormon erhalten beispielsweise zwei Drittel Jungen und nur ein Drittel Mädchen. Eine eindeutige Antwort auf die Frage, warum so viele Mädchen mit einer Wachstumsstörung unbehandelt bleiben, konnte bisher nicht gefunden werden. Zum einen wird vermutet, dass es eine grössere gesellschaftliche Akzeptanz für kleine Mädchen als für kleine Jungen gibt. Zum anderen nimmt man an, dass auf Jungen der Druck lastet, möglichst gross zu sein.
Welche Gründe auch immer für diesen unterschiedlichen Umgang mit Wachstumsstörungen bei Jungen und Mädchen verantwortlich sind, Eltern sollten auch bei Mädchen das Wachstum im Auge behalten. Damit aus ihrem Kind kein kleines Mädchen mit grossen körperlichen Problemen wird, sondern eine gesunde Frau mit einer normalen Körpergrösse.
Quelle/Text: NovoNordisk
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