Ein Sporttag mit Weltrekord

Am 21. August trafen sich auf den Anlagen des Home of FIFA und des Sport Centers Fluntern in Zürich 500 Kinder zu «sport + stars 4 kids».
Quelle Bild: (Bild: Kurt Schorrer, PPR Media Relations AG)
Es war ein brütend heisser Sommertag und doch waren alle gekommen: 500 Kinder mit ihren Eltern, um einen Tag mit Sport, Spiel und Spass zu erleben und um ihre Sportstars zu treffen. «Sport + stars 4 kids» möchte Kinder zu mehr Bewegung motivieren. Pascale Vögeli, Geschäftsführerin der Cleven Becker Stiftung, Initiatorin des Sporttages, erklärt warum:» Heute bewegen sich die Kinder sieben Stunden weniger pro Woche als vor 10 Jahren, jedes 5. Kind ist übergewichtig. Auch die Osteoporoseprophylaxe ist wichtig. Man weiss heute, dass der Aufbau von Knochendichte nur bis zum Alter von 12 Jahren möglich ist. Dazu sind Belastungen für die Knochen wichtig, das heisst die Kinder müssen sich bewegen, vor allem hüpfen und springen.» Und genau das machten die Kids denn auch mit Begeisterung unter Anleitung von erwachsenen Instruktoren und Sportstars wie Sarah Meier (amtierende Eislauf Europameisterin) Natascha Badmann (sechsfache Ironman Hawaii Gewinnerin), Paul Laciga (dreifacher Europameister Beachvolleyball), Fränzi Aufdenblatten (Weltcupsiegerin und Juniorenweltmeisterin Ski Alpin)und anderen.

Kunterbuntes Programm
Eingekleidet in gelbe, grüne, orangene und blaue T-Shirts liefen die Kinder von Posten zu Posten. Beim Beachvolleyball kommt es auf die Handhaltung an, die Instruktorin erklärte wie. Beim Posten Tennis konnten die Kinder erste Erfahrungen mit dem Filzball sammeln. Fussballspielen auf dem wunderschönen Platz der FIFA, wo schon berühmte Fussball-Manschaften trainierten, welch ein Erlebnis. Auch das Modul Koordination und Geschicklichkeit forderte den Kindern einiges ab. Balancieren und Jonglierübungen waren angesagt. «Bei sport + stars 4 kids geht es nicht um Konkurrenz, sondern um die Freude an der Bewegung, um Spiel und Spass», so Pascale Vögeli. Dies schien auch Ewan und Aillen zu gefallen, die beiden Zürcher waren schon im dritten Jahr mit dabei. «Den Kindern gefällt es immer wieder gut», bestätigte uns ihre Mutter. Das schlechte Wetter in den vergangenen Jahren habe die beiden überhaupt nicht gestört. 

Höhepunkte

Absoluter Höhepunkt des Sporttags war der Weltrekordversuch im Purzelbaum schlagen. Um einen bestehenden, noch nicht registrierten Rekord aus Wien zu brechen, bei dem im Juni 720 Leute gleichzeitig einen Purzelbaum schlugen (der aktuelle im Guiness Buch der Rekorde registrierte Rekord liegt bei 250 Personen), mussten Kinder, Eltern, Helfer und Besucher gemeinsam antreten. Was sie auch taten. Der jüngste Teilnehmer war noch nicht einmal 1 Jahr alt, das blaue Teilnahme-T-Shirt reichte dem Kleinen bis zu den Füssen. Welch ein Anblick! Auf den vorbereiteten Bändern, die die Reihen markierten, nahmen jeweils 40 Leute ihren Platz ein. Endlich war es so weit. Auf das Kommando von SF-Moderator Jan Billeter schlugen 835 Menschen, gross und klein, einen Purzelbaum. Applaus! Ein weiterer Höhepunkt dürfte für die Kids die Autogramstunde mit ihren Sportstars gewesen sein, die nach dem Sportprogramm am Nachmittag stattfand. Sportler, die die Kinder aus dem Fernsehen kennen, können sie dazu motivieren sich mehr zu bewegen», weiss Pascale Vögeli. Schade nur, dass keiner der FC Zürich-Spieler vor Ort war. Die waren mit der Vorbereitung für die Champions League beschäftigt.

Mehr über den diesjährigen Event, die Cleven Becker Stiftung und ihre weiteren Projekte wie «fit-4-future» und «snow for free» erfahren Sie auf:
www.cleven-becker-stiftung.com
www.fit-4-future.ch
www.snowforfree.ch

Quelle/Text: Claudia Kuhn


Bewegungsmangel:Häufigste Ursache von Kinder-Unfällen

«In der Schweiz erleidet durch- schnittlich pro Jahr jedes 4. Kind bis zum 16. Lebensjahr einen Unfall, der eine ärztliche Behandlung nötig macht. Mit 50 Prozent sind dabei Stürze die häufigste Unfallart. Sie sind meist die Folge von mangelnden motorischen Fähigkeiten im Kraft- und Koordinationsbereich. Unfälle sind sogar nach dem ersten Lebensjahr das grösste Gesundheitsrisiko für Kinder. Durch verschiedene Massnahmen, insbesondere auch durch die Förderung der motorischen Fähigkeiten (v.a. Gleichgewicht, Reaktion und Orientierung), könnten mehr als die Hälfte der Unfälle vermieden werden.

So zeigen Studien mit Kindergartenkindern zum Beispiel, dass durch täglich 15 zusätzliche Bewegungsminuten über acht Wochen (vorwiegend Spiele) nicht nur ihre motorischen Fähigkeiten auffallend verbessert, sondern auch die Unfallzahlen gegenüber der Kontrollgruppe um rund 50% gesenkt werden konnten. Auch bei den Erwachsenen zeigen statistische Erhebungen der SUVA, dass Inaktive eine mehr als doppelt so hohe relative Unfallhäufigkeit haben als Trainierte.

Als Bewegungswissenschaftler kann ich vielseitige Bewegungsförderung gerade im Kindesalter nur empfehlen. Regelmässiges, spielerisches Training trägt dazu bei, motorisch bedingte Unfälle zu grossen Teilen zu vermeiden.»



PD Dr. Lukas Zahner (ISSW Uni Basel) ist einer der angesehensten Spezialisten des Landes zum Thema Bewegung im Kindesalter. Er begleitet das Projekt «fit-4-future» seit Beginn.