Magnetfeldbelastungen durch Induktionskochherde
Eine Studie des Staatssekretariates für Wirtschaft SECO und des Bundesamtes für Gesundheit BAG zeigt, dass Köchinnen und Köche beim Arbeiten an gewerblichen Induktionskochherden hohen Magnetfeldbelastungen ausgesetzt sind, die teilweise die Grenzwerte überschreiten.
Quelle Bild: Ausschöpfung des Grenzwertes für die Allgemeinbevölkerung für Körperströme bei einer schwangeren Köchin. 100% entsprechen dem Grenzwert. Dargestellt ist das stärkste und schwächste Gerät aller ausgemessenen Herde.
Ab einem gewissen Wert führen solche Körperströme zu akuten Reizungen von Nerven- und Muskelzellen. Ob solche Reizungen auchbei gewerblichen Induktionskochherden möglich sind, war bis anhin nicht bekannt. Die vorliegende Studie hat diese Lücke geschlossen und die Körperstrombelastung von Köchinnen und Köchen untersucht, die in Schweizer Gastronomiebetrieben an Induktionskochherden arbeiten.
Die Magnetfelder wurden bei insgesamt zwölf verschiedenen Induktionskochherden direkt an der Herdkante, also dem üblichen Arbeitsplatz des Kochpersonals, gemessen. Die Resultate flossen in eine numerische Simulation ein, welche die Körperströme in virtuellen Modellpersonen beiderlei Geschlechtes, unterschiedlichen Körperbaus und Alters berechnet hat. Die berech - neten Körperströme wurden anschliessend mit dem Arbeitsplatzgrenzwert verglichen.
Die Messungen zeigen, dass die stärksten Magnetfelder auf Kochfeldhöhe und damit im Becken- und Unterbauchbereich des Kochpersonals auftreten. Aus der Simulation ist ersichtlich, dass die Körperströme den Arbeitsplatzgrenzwertbei einzelnen Herden überschreiten.
Achtung bei Schwangerschaft
Besonderes Augenmerk hat die Studie auf schwangere Köchinnen gerichtet. Die Körperströme in Mutter und ungeborenem Kind wurden für den dritten, siebten und neunten Monat simuliert. Um den Schutz von Mutter und Kind zu garantieren, wurden sie mit dem fünffach strengeren Grenzwert für die Allgemeinbevölkerung verglichen. Die Resultatezeigen, dass die Körperströme in schwangeren Frauen im dritten Monat diesen Grenzwert bei fast allen Herden erreichen oder überschreiten. Bei fortgeschrittener Schwangerschaft ab dem siebten Monat wird dieser Grenzwert bei allen Herden teilweise stark überschritten. Die simulierten Körperströme in Föten bis zum dritten Monat halten den Körperstrom-Grenzwert für die Allgemeinbevölkerung ein. Bei sieben Monate alten Fötenwird dieser Grenzwert bei der Hälfte, bei neun Monate alten Föten bei der Mehrzahl der ausgemessenen Herde teilweise beträchtlich überschritten. Wenn sich die Personen an den Herd lehnen und sich die Bauchzone dadurch ein paarZentimeter dem Kochfeld nähert, steigen die Belastungen und dementsprechend die Grenzwertüberschreitungen an.
Die Untersuchung zeigt im Weiteren, dass sich das Kochpersonal bis zu 30 Prozent der Arbeitszeit an der Kochherdkante aufhält und damit längerzeitig erhöhten Magnetfeldbelastungen ausgesetzt ist. Zudem kann aufgrund der Magnetfeldbelastung ein Störrisiko für gewisse aktive medizinische Implantate nicht ausgeschlossen werden.
Damit gewerbliche Induktionskoch -herde sicher betrieben werden können, darf ihre Magnetfeldbelastung die Arbeitsplatzgrenzwerte nicht übersteigen. Um dies zu erreichen, stehen technische Verbesserungen an den Kochherden im Vordergrund. Die Studie hat beispielsweise gezeigt, dass sich die Magnetfelder mit geeigneten Abschirmungen reduzieren lassen. Zusätzlich kann mit organisatorischen Massnahmen erreicht werden, dass schwangere Köchinnen nicht an Induktionskochherden arbeiten müssen. Empfehlungen an das Kochpersonal, wie sich Induktionskochherde strahlungsarm bedienen lassen, sind ausarbeitstechnischen und ergonomischen Gründen nur begrenzt anwendbar.
Quelle/Text: Bundesamt für Gesundheit BAG
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