Nik Hartmann erzählte von anderen Welten

Der Schweizer Fernseh- und Radiomoderator Nik Hartmann berichtete am 11. November im Begegnungszentrum Uznach (SG) im Rahmen der Schweizer Erzählnacht über das Leben und Arbeiten im Lugala-Spital in Tansania.
Nik Hartmann berichtet über seine eindrückliche Tansania-Reise. (Bild: Thomas Geissler)
Der Anlass wurde im Rahmen der diesjährigen Schweizer Erzählnacht zum Thema "Anderswelten" von der Städtli Bibliothek Uznach organisiert. Unter dem Titel "Das Spital am Ende der Welt" konnte das interessierte Publikum erfahren, wie anders die Bedingungen der Gesundheitsversorgung in Afrika wirklich sind.  

Als Botschafter für das Hilfswerk SolidarMed besuchte der Moderator das abgelegene Lugala-Spital in Tansania. Die Geschichten und Fotos, die er am Dia-Abend präsentierte, gaben Impressionen seiner Erlebnisse und Eindrücke zwischen Elend und Hoffnung wieder. Gemeinsam mit Dr. med. Romedius Alber, Kinderarzt im Kantonsspital Zug, und Benjamin Gross, PR-Verantwortlicher der Hilfsorganisation SolidarMed, informierte Hartmann auf locker-humorvolle Weise. In der einstündigen Diashow berichtete er von seiner Reise nach Tansania, der Arbeit im Lugala-Spital und dem Leben der armen Landbevölkerung Tansanias. SolidarMed setzt sich mit der Verbesserung der Gesundheitssituation von benachteiligten Bevölkerungsgruppen ein. Ziel ist die Förderung und den Schutz der Gesundheit als Basis der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung.

Mit einem Schweizer Spital hat Lugala nur wenig gemein. Mit einem Einzugsgebiet von rund 160 000 Personen in einem Umkreis von 140 Kilometern ist es stetig überbelegt. Es fehlt an Medikamenten, medizinischem Material, stromunabhängigen Geräten und vor allem an gut ausgebildetem Personal. Hier gehören schwerwiegende Erkrankungen wie HIV und Begleiterkrankungen zum Alltag. Von zertrümmerten Beinen durch einen Flusspferdangriff bis zu Blinddarmentzündungen versucht das Personal, mit geringsten Mitteln eine Heilung herbeizuführen.  

Das Engagement von SolidarMed bezieht sich aber nicht zuletzt auch auf Mütter und ihre Kinder. Um sicher entbinden zu können, nehmen viele Frauen mehrstündige Fussmärsche auf sich. Im Lugala Spital arbeitet man gleichzeitig an der Aufklärung der Mütter, informiert über Impfungen und krankheitsverhütende Massnahmen. Dennoch ist die Bilanz aus europäischer Perspektive erschreckend: Jedes zehnte Kind in den armen Regionen Tansanias erreicht das fünfte Lebensjahr nicht.

Quelle/Text: Thomas Geissler


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