Von Mutter zu Mutter - Komplimentärmedizin

Im Gespräch von Mutter zu Mutter merke ich immer sehr schnell, wie wenig ich von Komplementärmedizin eigentlich weiss.
Zwar kenne und schätze ich die Wirkung eines Arnika-Globuli, auch schätze ich eine gute klassische Massage. Aber wenn meine Kolleginnen beginnen von ihren neusten Therapieerfolgen im Zusammenhang mit ihren Kinder zu erzählen, staune ich immer wieder. Himmel, was es nicht alles gibt!

Wer bloss ist Alexander?
So erzählte mir neulich meine Nachbarin, dass sich die stressbedingten Magen-Darm-Beschwerden ihrer Tochter dank der Alexandertechnik sehr gebessert hätten. Ich dachte bloss: Wer ist Alexander? Da erklärte mir die aufgeklärte Mutter auch bereits Einzelheiten über diese Art der Therapie, erschaffen durch Herrn Alexander aus Australien. Verlangen Sie von mir nun bitte keine detaillierte Zusammenfassung. Nur soviel: Der Zweck heiligt wie immer die Mittel.

Zwischen zwei Bissen
Ich meinte danach, auf dem neusten Stand bezüglich Komplementärmedizin zu sein. Dieser Irrglaube hielt an bis zum Frühstückstreff von Frauen und Müttern. Ich sass gespannt da und hörte ebenso gebannt zu, wie sich zwei der Teilnehmerinnen über meinen Kopf hinweg über die Vorteile des Rolfing unterhielten. Ich hielt mich schweigend an meinem Gipfeli fest und überlegte fieberhaft: Wer war nochmals Rolf? Aus dem Gespräch konnte ich entnehmen, dass es sich hier nicht um den Rolf handelt, sondern um eine Biochemikerin namens Ida Rolf, welche herausgefunden haben will, dass das Bindgewebe, und vor allem die Muskelhäute dem Körper seine Gestalt verleihen. Mein durchaus ernst gemeinter Einwand zwischen zwei Gipfeli-Bissen, dass ich den Zusammenhang von Bindegewebe und Gestalt spätestens seit Geburt meiner dritten Tochter kenne, fanden die beiden Mütter nicht wirklich hilfreich. Dabei wollte ich doch nur auch einmal etwas Wissen beisteuern zum Dschungel der Komplementärmedizin.

Schau mir in die Augen Kleines!
Aber, wie wenn dies alles noch nicht genug gewesen wäre, ging das Gespräch schon weiter zur nächsten Therapiemöglichkeit. Die beiden Mütter sahen sich bereits tief in die Augen. Nanu! Wo waren wir denn jetzt gelandet? Beim Hellsehen? Beim Gedanken lesen? Bei der Meditation? Nichts von alledem. Die Damen versuchten sich gerade in Irisdiagnostik. Na, das kannte ich jetzt aber! Dies war eine Möglichkeit, die Regenbogenhaut des Klienten auf seinen Gesundheitszustand zu untersuchen. Dieses Wissen gehörte ja beinahe in die Schulmedizin. Gähn, wie langweilig!

Ein Mädchen namens Iris
Dies musste wohl der Grund gewesen sein, dass ich mich gedanklich endgültig aus dem Gespräch ausgeklinkt habe. Die beiden Mütter sprachen weiter von alternativen Methoden, ihren Erfahrungen und tollen Erfolgen. Ich überlegte mir jedoch, wie so viele Male zuvor, welchen Namen wir unserem ungeborenen fünften Kind geben könnten. Und irgendwie hatte ich plötzlich ganze neue Ideen. Wie wäre es mit Alexander, Rolf? Oder vielleicht doch lieber ein Mädchen namens Iris? 

Quelle/Text: Stella van Bergen


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