Komm raus, spielen!
Bewegung tut Kindern gut - ganz besonders an der frischen Luft! Also schnell raus - Spiel und Spass ist angesagt! Wir haben dafür nach - fast vergessenen - Spielen von früher gesucht, die auch heute noch lustig sind.
Erinnern Sie sich noch an Ihre eigene Kindheit? In meiner Jugend konnten wir Kinder in der Freizeit stundenlang - unbeaufsichtigt! - im Freien herumtoben. Es gab zwar viel weniger Spielplätze als heute, doch das war uns egal. Wir nutzten den nahen Wald, weitläufige Wiesen, fast verkehrsfreie Strassen und Schulhausplätze. Erwachsene beschäftigten sich fast nie mit uns. Zudem besassen wir wenig Spielsachen. Wozu auch? Die Natur bot uns ja Spielmaterial in Hülle und Fülle. Man brauchte es nur aufzuheben! Schön war, dass die meisten Kinder - kleine und grosse - draussen spielten, wenn sie frei hatten. Und das war meistens nach der Schule oder den Hausaufgaben der Fall. Wir spielten Fangen, Verstecken, bauten Hütten, fanden neue Freunde, stritten und versöhnten uns und spielten gemeinsam unzählige, fantasievolle Spiele, entweder selbst erfundene oder von irgendwoher aufgeschnappte. Diese Spiele gehörten damals zu unserem Leben wie heute Computer-Games oder Handyspiele. Kinder im Freizeitsstress
Heute haben Kinder ähnlich viel Freizeit wie wir damals. Auffällig anders ist jedoch der Freizeitstress mancher Kinder, die pro Woche oft mehrere feste Termine haben - beispielsweise für intensives Sporttraining. So trainieren Kinder, die in einem Club Fussball, Eishockey oder Tennis spielen, mehrmals pro Woche. Dies wiederum benötigt die Unterstützung der Eltern, welche sie meist mit dem Auto zu ihren Trainingsstunden chauffieren. Die restliche verbleibende freie Zeit verbringen heute viele Kinder mit Fernsehen oder mit Computer- und Konsolenspielen. Denn sobald sie den für Kleinkinder fixfertig gebauten Spielplätzen entwachsen sind, spielt sich ihr Leben in Innenräumen ab. Auch das räumliche Umfeld der Kinder - sei dies drinnen oder draussen - wird oft von Erwachsenen gestaltet. Spielplätze werden eingezäunt und «vermeintlich» sicher gemacht. Auch das überwältigende Freizeitangebot - das reicht von Englischkursen für Babys bis zu riesigen Themenparks - sowie die schier unendliche Spielzeugflut werden von Erwachsenen und vorherrschenden Trends vorgegeben. Gut verdienende Eltern und ihre Kinder haben die Qual der Wahl. Auch die Ferien sind oft voll verplant. So gehen Kinder kaum mehr - wie früher - einfach mal raus und schauen, wer draussen ist. Heute fixieren bereits Kinder Spieltermine mit anderen lange im Voraus - für spontane Abmachungen bleibt wenig Spielraum und wenig Zeit. Als Folge des Konsums sind Kinder heute gewohnt, unterhalten zu werden. Immer weniger können sie sich deshalb in einem freien Raum ohne Anregung sinnvoll beschäftigen. Deshalb: Wecken Sie bei Ihren Kindern möglichst frühzeitig die Lust am freien Spielen draussen. Auf diese Weise entdecken sie nicht nur ihre eigene Kreativität, sondern verbessern gleichzeitig ihre sozialen Stärken und motorischen Fähigkeiten.
Spielen mit Steinen
Spielen mit Steinen ist wirklich praktisch, denn Steine hat es ja fast überall in der Natur. Natürlich gibt es auch hier unzählige Regeln und Spielarten. Haben Sie sich schon einmal überlegt, dass wir heute noch Steinspiele kennen, die Kinder vermutlich schon vor Tausenden Jahren bereits gespielt haben? Spiele, welche von Generation zu Generation weiter überliefert wurden.
Natürlich gibt es seit Menschengedenken unzählige Steinspiele auf der ganzen Welt. Vielleicht wurde gerade folgendes Spiel von Steinzeitkindern erfunden? Es werden zwei Mannschaften gebildet, am besten aus je zwei oder drei Mitspielern. Die Spieler stellen sich drei Meter vor dem Ziel, einem kleinen, runden Stein, auf und werfen mit je einem flachen Stein danach. Für jeden Stein, den eine Mannschaft näher an das Ziel heranbringt als die andere, erhält sie einen Punkt. Die Mannschaft, die als erste zwölf Punkte erreicht, hat gewonnen.
Laufen nach Farben
Rennen, laufen, herumtollen und sich verausgaben macht jedem Kind Spass - und das schon seit Urzeiten! Hier ein Spiel, das immer wieder neue Generationen begeistert: Die Spieler wählen zuerst einen «Ausrufer». Dieser versammelt alle Mitspieler - ganz egal wie viele - um sich, wartet einen Augenblick und ruft dann plötzlich den Namen einer Farbe, zum Beispiel «Rot». Jetzt müssen alle anderen Spieler so schnell wie möglich loslaufen und irgendeinen roten Gegenstand (z.B. eine rotgestrichene Bank, eine rote Jacke oder einen roten Stein) suchen und ihn berühren. Erst wenn alle Spieler etwas Rotes festhalten, sind sie vor dem «Ausrufer» sicher, der in der Zwischenzeit versucht, einen Spieler zu fangen, der noch keine rote Farbe berührt. Gelingt es dem «Ausrufer» nicht, einen Spieler zu erwischen, ist er wieder an der Reihe - diesmal ruft er eine andere Farbe aus. Erwischt er einen Mitspieler, werden die Rollen getauscht.
Spass mit Murmeln
Sobald früher das Wetter schön und der Boden trocken war, holten die Kinder ihre Murmeln hervor und spielten auf der Strasse. Das geht natürlich heute nicht mehr so gut, weil der Verkehr allgegenwärtig ist. Doch auch heute findet man noch gute Murmelspielplätze, am besten eignet sich dafür ein ebener, festgetretener Sandboden. Regeln und Variationen fürs Murmelspiel gibt es fast wie Sand am Meer, denn überall auf der Welt wird seit ewigen Zeiten mit Murmeln gespielt. Die ältesten gefunden Murmeln sollen schon von 3000 vor Christus stammen! Kein Wunder, dass deshalb auch die Farben und Materialien der kleinen Kugeln überall verschieden sind. Im alten Rom beispielweise besassen die Kinder Steinmurmeln - meist aus Marmor. Doch es gibt auch Glasmurmeln, Perlen, Steine, Nüsse oder Muscheln. In Europa waren lange Zeit farbige Murmeln aus Ton weit verbreitet.
Wichtig beim Murmelspielen ist auch das Tauschen. Dabei wird natürlich versucht, den eigenen Schatz an besonders wertvollen Murmeln zu vergrössern. Deshalb gibt es auch jede Menge Spiele, bei denen man Murmeln gewinnen oder verlieren kann.
Hier nur eine von zahlreichen Varianten: Nachdem also ein geeignetes Spielfeld gefunden wurde, dreht man mit dem Schuhabsatz ein Loch in den Sand oder in den Erdboden und tritt den überschüssigen Sand oder die Erde rundherum fest. Nun ist die Zielgrube fertig. Für diese Spielvariante braucht man eine Menge Murmeln. Insgesamt ungefähr 30 Stück pro Runde. Jeder Mitspieler setzt gleich viele Murmeln, zum Beispiel bei fünf Spielern jeder sechs Stück. Jetzt wird die Reihenfolge ausgelost - beispielsweise mit folgendem
Abzählreim:
Der erste Spieler wirft alle Murmeln auf einmal so, dass möglichst viele davon in die Grube fallen. Danach dürfen die anderen - in der gelosten Reihenfolge - versuchen, die neben der Zielgrube liegenden Murmeln in die Grube hineinzukicken. Wer das schafft, darf weitermachen. Wenn er nicht trifft, ist der nächste Spieler an der Reihe. Gewonnen hat, wer die letzte Kugel in die Grube befördert. Er darf alle Murmeln behalten.
Kriechen, hüpfen oder tanzen...
Die Kinder stehen auf einer grossen Wiese und wählen einen Fischer, der sich ein paar Meter entfernt genau gegenüber aufstellt. Dann rufen sie ihm zu: «Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser?» Der Fischer antwortet zum Beispiel: «Das Wasser ist tief, mitteltief, ozeantief oder gar nicht tief.» Die Kinder fragen: «Und wie sollen wir darüber kommen?» Jetzt antwortet der Fischer ganz nach Belieben, beispielsweise: «springend», «tanzend», «hüpfend», «auf allen Vieren», «seitlich gehend» oder «rückwärts laufend». Jetzt müssen Fischer und Kinder auf diese Art auf die andere Seite der Spielfläche gelangen. Wer vom Fischer gefangen wird, der muss ihm helfen, die anderen Kinder zu fangen. Wer als Letztes übrig bleibt, wird der neue Fischer und das Spiel beginnt von vorne.
... oder lieber Seilspringen?
Zwei Kinder halten die Enden eines langen, starken Seils und schwingen es im Kreis herum. Ein drittes Kind versucht nun, in den schwingenden Seilbogen hineinzuspringen. Das geht am besten, wenn das Seil gerade den Boden berührt. Das Kind hüpft mehrmals auf der Stelle und spricht dazu beispielsweise folgenden Vers: Während des Hüpfens werden gleichzeitig alle Bewegungen des Verses nachgeahmt. Am Schluss wird das Alter des Seilspringers ausgezählt. Auf jede Zahl kommt ein Sprung.
Quelle/Text: Christina Bösiger
Verwandte Adressen
- Seilpark Balmberg
- Theater KonstanzD-78420 Konstanz
- Grotten der Orbequelle1337 Vallorbe
- Rhonegletscher-Eisgrotte, Ingrid Carlen Brutsche 3999 Belvédère/Furkapass
- Auberge de Jeunesse Le Bémont2877 Le Bémont JU
4524 Balmberg
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