Die "Patientenkoalition Schweiz" ist gegründet
Lange hatten Patientinnen und Patienten darauf gewartet, heute wurde die nationale "Patientenkoalition Schweiz" gegründet.
Der neue Verein wird die Interessen von Krebsbetroffenen und Angehörigen bündeln und koordiniert bei den Meinungsmachern und Entscheidungsträgern im Gesundheitswesen einbringen. 2010 von der Krebsliga initiiert, markiert der heutige Gründungsanlass einen Meilenstein auf dem Weg zu mehr Patientenmitsprache.Sozialversicherungsfragen, berufliche Wiedereingliederung, Vereinbarkeit von Beruf und Pflege: Man war sich heute im Berner Kornhausforum einig, dass Menschen mit schweren und chronischen gesundheitlichen Beeinträchtigungen sowie ihre Angehörigen eine gemeinsame Stimme brauchen. Eine Stimme, die sich als starke Kraft in die gesundheitspolitische Landschaft einbringt und Entscheidungen dort partnerschaftlich mitgestaltet, wo die Interessen gegenwärtig und potentiell Betroffener tangiert sind. "Solidarität darf in einer Zeit, in der viele Umwälzungen stattfinden und die von ständig steigenden Krankenkassenprämien gekennzeichnet sind, nicht zu einer blossen Floskel verkommen", unterstrich denn auch Dr. Gilbert Bernard Zulian, Vizepräsident der Krebsliga Schweiz in seiner Ansprache.
Rund 50 Vertreterinnen und Vertreter von Patienten- und Selbsthilfevereinigungen, aber auch Betroffene und Angehörige, die nicht in einer Interessenorganisation eingebunden sind, nahmen an der Gründungsversammlung teil. Nach angeregter Diskussion wurden die Statuten verabschiedet, die neuen Vorstandsmitglieder mit viel Applaus bedacht. "Wir stehen nun an dem Punkt, wo aus einer Vision Wirklichkeit wird und wir etwas bewegen können", freute sich Max Lippuner, der erste Präsident der "Patientenkoalition Schweiz".
Mit der Gründung der "Patientenkoalition Schweiz" nimmt das Konzept der delegierten Mitbestimmung nun auch im Schweizer Gesundheitswesen konkrete Gestalt an. Fortan wird es Betroffenen mit schweren und chronischen gesundheitlichen Beeinträchtigungen, ihren Angehörigen möglich sein, Kräfte zu bündeln und Themen gegenüber Legislative, Exekutive, Bundesämtern und Kommissionen wirkungsvoll Gehör zu verschaffen. Ein grosser Erfolg, hinter dem ein langer Atem und viel Arbeit stecken.
Die Forderung nach mehr Mitbestimmung in gesundheitspolitischen Fragen ist nicht neu, allein, sie verhallte über Jahre hinweg nahezu ungehört. Am 29. Mai 2010 griff die Krebsliga Schweiz das Thema erneut auf und lud mit unterstützenden Partnerorganisationen zur Gründungsplattform in den Berner Kursaal. 60 Erstunterzeichnende bekundeten dort den Willen zur Bildung einer nationalen Patientenkoalition und erteilten im November 2010 einer Pilotgruppe den Auftrag, die Grundlagen für die Vereinsgründung zu erarbeiten.
Die nächsten Schritte
Kompetent, unabhängig und vernetzt will die "Patientenkoalition Schweiz" Wirkung in zentralen gesundheitspolitischen Anliegen erzielen: Mehr Mitsprache für Patientinnen und Patienten, verbesserte berufliche Eingliederung von Menschen mit chronischen Krankheiten, neue Modelle, um Erwerbstätigkeit und Pflege miteinander zu vereinbaren, eine obligatorische Krankentaggeld-Versicherung und die bestmögliche Qualität in Diagnose, Behandlung, Betreuung und Kommunikation. Und sie möchte sich bald möglichst über den Kreis krebsbetroffener Menschen hinaus auch den Anliegen anderer chronisch Kranker annehmen.
Weitere Informationen:
www.krebsliga.ch
www.krebsliga.ch/patientenkoalition
Quelle/Text: Krebsliga
Die Vorstandsmitglieder der "Patientenkoalition Schweiz"
Präsident:
Max Lippuner, PK Patientenorganisation / Europa Uomo Schweiz, Hägendorf
Vorstand:
- Liz Isler, Forum Lungenkrebs Schweiz, Basel
- Michael Deppeler, dialog gesundheit, Zollikofen
- Walter Gisin-Müller, Myelom Kontaktgruppe Schweiz (MkgS), Tenniken
- Vincent Griesser, Association PROSCA / Europa Uomo Schweiz, Châtel-St-Denis
- Heidi Liechti, Melanomgruppe, Zürich
- Elsbeth Martinoni, Europa Donna Svizzera, Minusio





