Vom Feld in die Flasche

Dass Ketchup vor allem aus fruchtigen Tomaten besteht, ist kein Geheimnis. Doch wie entsteht Ketchup überhaupt? Wie gesund ist es? Und woher kommt diese weltweit bekannte und beliebte Würzsauce?
Vom Samen ...
Bis die rote Würzsauce im Ladenregal steht, geht sie einen weiten Weg. Etwa 13 Tomaten enthält jede Flasche Ketchup, je nach Qualität der Ernte ein bisschen mehr oder weniger. Die Stauden wachsen auf Feldern in Portugal. Die Produzenten liefern den Bauern dafür den Samen, den das Unternehmen eigens entwickelt hat. Er soll die perfekte Frucht hervorbringen - nicht zu gross, und keinesfalls wässrig. Nachdem die Tomaten geerntet sind, kommen sie sie in eine Produktionsstätte, wo sie auf Qualität und Zuckergehalt kontrolliert werden. Die Tomaten werden dann in einem grossen Wasserbassin gewaschen, geschält, zerkleinert und schliesslich bei hohen Temperaturen gekocht.  

... bis in die Flasche

Im nächsten Schritt werden die gekochten Tomaten im Verdampfer konzentriert, um auf diese Art den Tomaten das Wasser zu entziehen. Was übrig bleibt, ist hochkonzentriertes Tomatenmark. Dieses wird sterilisiert und abgekühlt, bevor es in grossen Gefässen in die Produktion gelangt. In der Ketchup-Fabrik wird das Tomatenmark mit Zucker und Salz, Wasser, Essig und einer geheimen Gewürzmischung vermischt und nochmals erhitzt. So wird es haltbar gemacht. Weiter geht es dann zu den Abfüllanlagen, wo das Ketchup in die Flasche gelangt.  

Gesünder als man denkt

Ketchup hat oft den Makel eines ungesunden Nahrungsmittels. Zu Unrecht findet der amerikanische Ernährungshistoriker Andrew F. Smith in einem 2001 erschienen Buch «Pure Ketchup»: «Ketchup ist vielleicht nicht ganz so gesund wie frische Tomaten, enthält aber zum Beispiel Vitamin A und C. Die Ernährungsprobleme, die dem Ketchup angelastet werden, hängen oft mit den Lebensmitteln zusammen, zu denen Ketchup gegessen wird. Hotdogs, Hamburger und Pommes frites enthalten viel Fett und Salz». Zu Kontroversen unter den Ernährungsexperten führt der Zuckeranteil im Ketchup. Allerdings schneidet die hierzulande beliebte Mayonnaise schlechter ab. Sie ist viel fetthaltiger und enthält mehr Kalorien.  

Ketchup hat auch noch andere Vorteile. Der in der Tomate enthaltene rote Farbstoff Lycopin stärkt das Immunsystem und kann dazu beitragen, Herzkreislauf- oder Krebserkrankungen vorzubeugen. Dies haben Wissenschaftler an der Universität Jena herausgefunden. Hinzu kommt, dass durch das Kochen von Tomaten - einem der Schritte bei der Herstellung von Ketchup - das Lycopin aufgeschlossen und vom Körper besser aufgenommen werden kann.

Wurzeln in Asien

Zum Ursprung der roten Sauce gibt es verschiedene Hinweise. Am verbreitetsten ist die Auffassung, dass Ketchup aus Südostasien stammt. Schon im 17. Jahrhundert kochte man in Indonesien mit «Ketsiap», was in der Landessprache einfach «Sauce» bedeutet. Mit Tomaten hatte Ketsiap aber noch wenig zu tun, handelt es sich doch vielmehr um eine dunkelbraune, fermentierte Sauce aus schwarzen Sojabohnen, Fisch und vielem mehr. Das Rezept ähnelt dem einer Fischsauce. 

Im 18. Jahrhundert brachten dann die Briten Ketsiap nach Europa und nannten es «Catsup». Statt Fisch verwendeten sie lieber Pilze oder Nüsse. Die Sauce diente dazu, anderen, eher faden Speisen Würze und Farbe hinzuzufügen. Die neue Würzsauce wurde in England schnell populär. In Kochbüchern wurden verschiedene Rezepte veröffentlicht und es gab bald Ketchup als Fertigsauce in Geschäften zu kaufen. 


Die Stauden wachsen auf Feldern in Portugal. (Bilder: zvg)


Quelle/Text: H.J. Heinz GmbH


Skurrile Fakten rund um Heinz Ketchup


57 Varieties - und was dahinter steckt

1896 sah Henry John Heinz zufällig in New York das Werbeschild eines Schusters, der "21 styles of Shoes" anpries. Fasziniert zählte Henry John die Anzahl seiner Produkte durch und kam schon damals auf über 60. Da ihn aber die Zahl 57 magisch anzog, entschloss er sich, auf alle seine Produkte den Slogan "57 Varieties" zu drucken und verwendete ihn in Zukunft konsequent auf sämtlichen seiner zahlreichen Werbemittel. Bis heute findet sich "57 Varieties" auf jeder Heinz Ketchup-Flasche.

Das geheime Rezept von Heinz Ketchup
Dass Ketchup vor allem aus fruchtigen Tomaten besteht, ist kein Geheimnis. Dennoch ist Fakt, dass nur etwa acht Menschen auf dem Globus das genaue Rezept für Heinz Ketchup kennen und es hüten wie ein Staatsgeheimnis.

Heinz Ketchup als Geheimwaffe in Gourmet-Restaurants
Wer hätte das gedacht? Auch in den feinen Küchen der Vier-Sterne-Restaurants wird Ketchup verwendet. Obwohl er auf den Tischen eher nicht zu finden ist. Hier einige Chefkochfavoriten mit Heinz Ketchup: Eine Kombination aus Soyasauce, Ketchup und Honig verfeinert Schweinelendchen. Geriebener Ingwer mit Crème fraîche und Ketchup schmeckt perfekt zu jungen Wachteln.

Die grösste Ketchupflasche der Welt
Ein Wasserturm in Collinsville, Illinois hat die Form einer Ketchupflasche und misst imposante 56,6 Meter.

Was hat der Heinz Keystone auf der Ketchup-Flasche zu suchen?
Keystone nennt man den Stein in einem Bauwerk, ohne den alles zusammenfallen würde, also im wahrsten Sinn des Wortes ein "Schlüsselstein".
Der Keystone auf der Heinz Ketchup‐Flasche steht symbolisch für den Staat Pennsylvania, in dem die H.J. Heinz Company gegründet wurde. Pennsylvania wird wegen seiner Lage im Zentrum der USA auch "Keystone"-Staat genannt.

Heinz als moralischer Wächter

Der alte Henry John Heinz war überzeugter Antialkoholiker und bekannt dafür, dass er ab und an in Bars und Kneipen ging, um dafür zu sorgen, dass in diesen "zwielichtigen" Orten keine Heinz Ketchup-Flaschen auf den Tischen standen. Wenn er welche fand, bezahlte er sie beim Wirt und nahm sie mit.

Buchstabier´mal Ketchup!

Im Lauf der 125-jährigen Geschichte des Ketchups gibt es die unterschiedlichstenSchreibweisen. Ob Catchup, Cetchup oder Ketchup, gemeint war immer die leckere rote Sauce. Auf dem ersten Heinz Ketchup-Etikett von 1876 stand übrigens die exotische Schreibweise "catsup".

Wie man Ketchup auf Trab bringt
Eigentlich gehört das behäbige Fließen, mit dem Heinz Ketchup aus der Flasche kommt, zum wahren Ketchupgenuss dazu. Ungeduldige Ketchup-Fans können es mit folgenden Tricks versuchen: Echte "Heinzianer" schwören darauf, dass der Ketchup schneller aus der Flasche zu locken ist, wenn man vorher auf die "57" klopft. Andere stecken einen profanen Strohhalm in die Flasche: Die so kanalisierte Luft erhöht die Flussgeschwindigkeit des Ketchups.

Eine besonders praktische Lösung ist die Squeeze-Flasche: Für alle, die ihren Ketchup lieber drücken möchten, gibt es Heinz Tomato, Hot und Curry Ketchup auch in den innovativen Plastikflaschen.

Ketchup statt Gemüse?
Im ketchupverrückten Amerika wurde Ketchup sogar zum Politikum. 1981 wollte die Regierung ein Gesetz erlassen, das Ketchup zum Gemüse erklärt hätte. Dadurch hätten die Schulkantinen rund eine Milliarde Dollar pro Jahr sparen können. Denn anstatt den Schülern wie vorgeschrieben täglich frisches Gemüse aufzutischen, hätte es fortan ein Klecks Ketchup auf den Fritten getan. Die skurrile Idee von US-Präsident Ronald Reagan scheiterte jedoch am erbitterten Widerstand von Ernährungswissenschaftlern.