Treffpunkt für Familien
Ein Familienzentrum versteht sich als Begegnungs- und Bildungsort für Familien mit Kindern. Es ist ein familienorientiertes Angebot, welches die Erziehungskraft der Eltern stärkt und stützt und die Kinder in ihrer altersgerechten Entwicklung fördert. Es ist ein von Müttern und Vätern selbst intiiertes und organisiertes Sozialprojekt, das die Selbstverantwortung stärkt und die öffentliche Hand entlastet. Ohne engagierte Freiwillige kann ein Familienzentrum nicht geführt und betrieben werden.
Das erste Mütterzentrum in der Schweiz wurde 1988 in Bern-Bethlehem als Pilot-Projekt lanciert. Zurzeit sind in der Schweiz rund 20 Zentren im Dachverband der Schweizerischen Mütter- und Familienzentren DVSM organisiert. Gegründet im Jahr 1994, ist der DVSM zu einer wichtigen Anlaufstelle für neue -Zentrumsinitiativen geworden. Als Herausgeber des "Handbuchs zur Führung einer Non-Profitorganisation" stellt er ein umfassendes Arbeits- und Führungsinstrument zur Verfügung. Was bietet ein Familienzentrum?
Im Kern gleichen sich alle Familienzentren und doch unterscheidet sich jedes vom anderen. Sie bieten ein regelmässiges und strukturiertes Angebot, das je nach finanziellen und räumlichen Verhältnissen unterschiedlich geprägt ist. Zu den Angebots-Schwerpunkten gehören eine Cafeteria als offener Treffpunkt, ein betreutes Spielzimmer und Kurse zu verschiedenen Themen. Ein Familienzentrum bietet Raum für viele kreative Ideenumsetzungen, bringt Kompetenzen und Erfahrungen der Eltern zur Entfaltung, überträgt Verantwortlichkeit und fördert zugleich die Selbstbestimmung. Je nach Situation kann ein Zentrum weitere spezielle Aufgaben für seine Zielgruppen erfüllen und nimmt damit einen wichtigen Platz im Sozialbereich einer- Gemeinde ein (z.B. spezielle Angebote für Allein-erziehende; interkulturell ausgerichtete Angebote etc.). Familienzentren suchen die Zusammenarbeit mit vor Ort bereits bestehenden Institutionen und Fachstellen im Bereich Familie.
Wie ist ein Familienzentrum organisiert?
Familienzentren sind Betriebe, welche nicht auf Gewinn ausgerichtet sind. Die Einnahmen dienen dazu, den Betrieb zu tragen. Planung, Organisation, Leitung und Koordination werden meist als unbezahlte Eigenleistungen seitens der engagierten Frauen und Männer erbracht. Leistungen für Kinderbetreuung, Betreuung der Cafeteria, Kochen o.Ä. werden je nach finanzieller Situation eines Zentrums entschädigt. Die Mitarbeitenden bringen ihre Lebenserfahrungen und ihre beruflichen Qualifikationen ins Zentrum ein. Ebenso besteht die Möglichkeit, neue Tätigkeiten auszuprobieren, Organisations- und Teamarbeit zu erfahren, Familie und Beruf ohne Stress zu vereinbaren und den Umgang mit anderen Menschen zu pflegen. Dieses Aktivsein ausserhalb der Familie hat schon vielen Frauen den späteren Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtern können, da wichtige Schlüsselkompetenzen erlernt und angewendet werden können.
Familientreff Uettligen, jüngstes Mitglied im Dachverband der Schweizerischen Mütter- und Familienzentren
Als jüngstes Mitglied im Dachverband der Schweizerischen Mütter- und Familienzentren ist seit Frühling 2009 auch der Familientreff Uettligen mit dabei (www.familientreffpunkt.ch). In nur zwei -Monaten konnte die Initiantin, Viola Wyss, fünf Frauen und drei Männer für die Umsetzung der Vision gewinnen, einen Begegnungsort für Familien zu schaffen.
Der Familientreff mitten in Uettligen hat das grosse Glück, dass die Vereinspräsidentin die Eigentümerin des Gebäudes ist, den Umbau vollumfänglich übernommen hat und mit dem Mietzins dem Verein sehr entgegenkommen kann. Dank der finanziellen Unterstützung einer Stiftung sowie der Anstossfinanzierung der Ref. Kirchgemeinde Wohlen b. Bern und zahlreichen freiwilligen Mitarbeiter(inne)n steht für Eltern, Kinder und alle Interessierten mitten in Uettligen eine kleine Oase bereit. Der Familientreff-Uettligen hat sich der "Achtsamkeit und Ruhe" als Grundphilosophie verschrieben. Zusammen mit dem Verein "Mit Kindern wachsen" (www.mit-kindern-wachsen.ch) werden Vorträge, Kurse und Seminare im Bereich der Achtsamkeit (EntdeckungsRaum) angeboten. In der Cafeteria werden BIO-Produkte der nahe gelegenen Bauernbetriebe verkauft und in der COCOLINO-Küche spielerisch und kochend mit den Kindern aufs gesunde und saisongerechte Essen aufmerksam gemacht. Den Eltern wird nicht ein weiteres "Erziehungsmodell" angeboten, der Schwerpunkt liegt darin, das Band zwischen Eltern und Kindern zu stärken, wie auch immer die persönlichen Entscheidungen, Einstellungen und Umsetzungen sind. Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und zur Ruhekommen stehen im Zentrum. Der Treff bietet zudem Raum für Familienfeste und Geburtstagsfeiern.
Europäisches Freiwilligenjahr 2011 Nationaler Tag der Mütter- und Familienzentren am 07.05.2011
Am Samstag vor Muttertag begehen jedes Jahr zahlreiche Zentren den Nationalen Tag der Mütter- und Familienzentren mit verschiedenen Veranstaltungen zu einem gemeinsamen Thema. Im Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit wollen die Mütter- und Familienzentren an ihrem Tag auf die gesellschaftliche Bedeutung der Freiwilligenarbeit aufmerksam machen, ihre unzähligen, nicht selbstverständlichen, freiwillig geleisteten und "unbezahlbaren" Arbeitsstunden sichtbar machen.
Links: www.muetterzentrum.ch
www.familientreff-uettligen.ch
www.freiwilligenjahr2011.ch
Quelle/Text: Viola Wyss und Jacqueline Berger
Verwandte Adressen
- Tierheim zum Schnüffel Stiftung SOS für Tiere
- Aargauischer Tierschutzverein ATS5417 Untersiggenthal
- Tierheim Sitterhöfli9032 Engelburg
- Kantonaler Glarner Tierschutzverein8754 Netstal
- Katzenhaus des Tierschutzbund Basel4053 Basel
4302 Augst
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